Neue Perspektiven für die Förderschule St. Laurentius Mondorf

Die CJG St. Ansgar möchte die Trägerschaft der Mondorfer Förderschule übernehmen.

Neue Perspektiven für die Förderschule St. Laurentius Mondorf

Komplex und vieldiskutiert ist das Thema Förderschule St. Laurentius Mondorf. Und so gehen Schüler, Eltern und Lehrer seit vielen Jahren durch ein Wechselbad der Gefühle.

Bedingt durch die Mindestgrößenverordnung der damaligen Landesregierung mit einer vorgeschriebenen Anzahl von 144 Schülern an Verbundschulen, erfolgte im April 2014 ein Auflösungsbeschluss für die Schule zum Schuljahr 2015/16 durch den Rat der Stadt Niederkassel. Mit der Aussetzung der Mindestgrößenverordnung durch die neue Landeregierung bis zum 31.7.2019, entstand dann wieder eine Zukunftsperspektive für die Schule. Von zuletzt 35 Schülern stieg die Zahl auf 70 Schüler an. Nach Inkrafttreten der neuen Mindestgrößenverordnung für Verbundschulen zum 1.8.2019, müsste die Laurentiusschule dann 112 Niederkasseler Schüler haben, was eher unwahrscheinlich sein dürfte. Das würde bedeuten, das die Stadt Niederkassel deutlich mehr auswärtige als Niederkasseler Kinder auf Kosten der Stadt zu beschulen hätte. Dies sei in Zeiten knapper Haushaltskassen nicht zuzumuten.

Hoffnung in Sicht

Eine offenbar gute Lösung für alle Seiten ist nun in Sicht. Wie der Beigeordnete und Schuldezernent Carsten Walbröhl am Donnerstag auf einer Pressekonferenz mitteilte, sei man vom Rat damit beauftragt worden, Verhandlungen mit einem neuen Schulträger aufzunehmen, da man auch künftig ein breites Förderschulangebot in Niederkassel anbieten wolle.

„Wir sind sehr dankbar, dass die CJG St. Ansgar ihr Interesse an einer Fortführung der Schule bekundet hat“, so Walbröhl. „Bei St. Ansgar handelt es sich um einen anerkannten Träger der Jugendhilfe, der auch über umfangreiche Erfahrungen als Träger von Förderschulen verfügt. Freie Träger sind nicht an die Mindestgrößenverordnung gebunden, sodass sich durch ein Engagement der CJG die Förderschule mit allen Schwerpunkten und Jahrgangsstufen für Niederkassel erhalten lässt“, führte Walbröhl weiter aus.

Derzeit leitet die CJG St. Ansgar die Förderschule in Hennef-Happerschoß sowie eine Dependance in Bornheim mit 130 Schülern aus dem gesamten Rhein-Sieg-Kreis.

Keine Lösung für alle Probleme

Mit einem möglichen neuen Träger ist aber ein anderes Problem noch nicht gelöst, denn in dem derzeitigen Mondorfer Schulgebäude herrscht ein eklatanter Platzmangel für die rund 70 Schüler, welche die Schule mit den Förderschwerpunkten Lernen, Emotionale und Soziale Entwicklung sowie Sprache, besuchen. Auch hier arbeiten Rat und Verwaltung eng zusammen, um eine für alle Seiten passende Lösung zu finden.

Mögliche Lösungsoptionen

Im Gespräch sind derzeit der Bau eines neuen Schulgebäudes im Schulzentrum Nord -eventuell im jetzigen Bürgerpark-, bzw. die Nachnutzung des neu errichteten Oberstufenzentrums, in dem in den nächsten drei Jahren allerdings noch die Schüler der Gesamtschule unterrichtet werden. In einem Brief an die Eltern der Förderschüler teilte die Stadtverwaltung mit, dass man in beiden Fällen von einer Bezugsfertigkeit im Jahr 2027 ausgehe.

Bedenken von Ratsmitgliedern über konfessionelle Schulträger kamen beim Pressetermin auch zur Sprache. So sagte Sascha Dinspel, der pädagogische Einrichtungsleiter der Caritas Jugend Gesellschaft, dass man jegliche Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Alter, sexueller Orientierung oder Herkunft verneine. Dies gelte für die betreuten, beschulten und begleiteten Personen, als auch für die Mitarbeiter.

Auch sei die individuelle Lebensführung einer Person nicht Gegenstand einer Bewertung durch den Arbeitgeber bzw. ausschlaggebend bei der Einstellung neuer Mitarbeiter. So wird für das Lehrpersonal nur die Übereinstimmung mit den christlichen Werten und für die Schulleitung die Zugehörigkeit zu einer der großen christlichen Konfessionen erwartet. Geplant ist zudem die Übernahme aller bisherigen Mitarbeiter. Wann der Trägerwechsel vollzogen wird, steht noch nicht fest. Eine Vereinbarung zwischen der Stadt Niederkassel und St. Ansgar bedarf der Genehmigung durch die Bezirksregierung Köln.

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