„Home Office“ – Auch für Niederkasseler Schüler eine neue Erfahrung

Zurzeit sind alle Schulen, Kitas, Universitäten und Hochschulen geschlossen. Das heißt nicht nur Arbeitnehmer arbeiten von zuhause, nein, auch Kinder und Jugendliche müssen zum ersten Mal ausschließlich im „Home Office“ lernen.

„Home Office“ – Auch für Niederkasseler Schüler eine neue Erfahrung

Seit Mitte März können Niederkasseler Schüler nicht mehr zur Schule gehen und haben keinen persönlichen Kontakt mehr zu ihren Lehrpersonen. Die Kinder und Jugendlichen müssen mit Aufgaben ausgestattet werden, der Lehrplan muss weiter verfolgt werden, neuer Unterrichtsstoff muss alleine erarbeitet werden. Eine unbekannte Situation, eine Herausforderung - für Lehrer und Schüler gleichermaßen. machPuls konnte mit Schülern des Kopernikus Gymnasiums sprechen. Wir wollten wissen, ob die Schüler aus Niederkassel wirklich etwas gelernt haben in den letzten drei Wochen, ob die Kommunikation zwischen Schüler und Lehrer funktioniert und wie Schüler mit der Situation klarkommen:

Man ist selbst dafür verantwortlich, ob man weiter mitkommen will oder nicht (Oberstufenschüler aus Niederkassel)

Wir haben die zwei Oberstufenschüler des Kopernikus Gymnasium Niederkassel gefragt, wie ihr “Homeoffice“ aussieht. Spontane Antwort: „Gut“. Fast alle Lehrer hätten zügig Aufgaben per Email versendet. Die Aufgaben waren jeweils für die drei Wochen vor den Osterferien ausgelegt. Besonders froh sind die Schüler über den kostenlosen Zugang zu “Simpleclub“. „Dort ist so gut wie jedes Thema, das im Unterricht besprochen würde, ausführlich erklärt. Mit der App kann man sich den neuen Unterrichtsstoff super selbst erarbeiten“, so der 17-jährige Schüler. Den Lehrern kann man seine Fragen auch per Email schicken. „Man bekommt zwar nicht so schnell eine Antwort, wie im echten Unterricht, aber zumindest gibt es die Möglichkeit Fragen zu stellen“, bemerkt die Oberstufenschülerin.

Die zu bearbeitenden Aufgaben sind nach Aussagen der beiden Schüler meist sehr theoretisch. Aber es müssen auch Präsentationen und andere kreative Projekte vorbereitet werden, die später bewertet werden. Kontrolliert werden die Aufgaben nur selten. „Manchmal bekommen wir am Ende der Woche Lösungen zur Selbstkontrolle, aber leider nicht immer. Das basiert wirklich auf Vertrauen. Man ist selbst dafür verantwortlich, ob man weiter mitkommen will oder nicht“, erklären die Schüler. „Es ist viel neuer Stoff, den wir in den drei Wochen erarbeiten mussten. Wer das nicht gemacht hat, wird Schwierigkeiten haben.“ Auf die Frage, wie sie sich selbst organisieren, antworten beide unterschiedlich. Der Schüler erstellt sich einen Wochenplan, die Schülerin schreibt To-Do-Listen. Beide sind sich jedoch einig: „Als Oberstufenschüler funktioniert das mit der Selbstorganisation. Wären wir noch jünger, wäre das echt schwierig.“

Eltern müssen einspringen

Die jüngeren Schüler des Kopernikus Gymnasiums haben ebenfalls einige Aufgaben für die Zeit Zuhause bekommen. Allerdings werden hier die Eltern mit eingespannt. Denn nicht die Schüler, sondern die Eltern erhalten das Lernmaterial, sodass sicher gestellt wird, dass auch die Jüngeren weiter lernen. Auch für sie gibt es Aufgaben in allen Fächern. Allerdings schicken, beispielsweise in der Unterstufe, nicht alle Lehrer einzeln ihre Aufgaben, sondern die Kinder erhalten jede Woche ein neues “Lernpaket“, in dem alle Fächer vorhanden sind. Neben Schreib- und Rechenaufgaben gibt es natürlich auch Aufgaben in Sport und Kunst, so dass die jungen Schüler in jeder Hinsicht weiter gefördert werden. Problem an der Sache ist nur, dass Schüler der Unterstufe noch nicht so selbstständig sind und doch oft die Hilfe einer Lehrperson brauchen. Diese Rolle muss dann teilweise von den Eltern eingenommen werden, was natürlich nicht immer ganz einfach ist.

Eine große Rolle im “Homeoffice“ der jungen Leute spielt natürlich auch die technische Ausstattung und Infrastruktur Zuhause. Wer keinen eigenen PC oder Laptop besitzt, muss Aufgaben und Arbeitsblätter über das Handy abrufen. Das finden die Schüler allerdings nicht so dramatisch. Ein größeres Problem ist ihrer Meinung nach, keinen Drucker zu besitzen,  mit dem die Arbeitsblätter ausgedruckt werden können.

Alles in allem sind die befragten Schüler sehr zufrieden mit der Lösung der Situation: „Die letzten drei Wochen gingen echt schnell um. Die Verbreitung des Lernmaterials hat reibungslos funktioniert und die Aufgaben waren gut zu bearbeiten. Mit maximal vier Stunden konzentrierter Arbeit am Tag konnte man alles schaffen.“

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