Nachbarschaftsstreit um das Ausflugslokal Schlimgen in Mondorf

Gastronomiebetreiber reagiert auf Beschwerden wegen Lärmbelästigung

Nachbarschaftsstreit um das Ausflugslokal Schlimgen in Mondorf

Seit zwei Jahren betreiben die Eheleute Ute und Klaus Hartfeld die alteingesessene Mondorfer Gaststätte Schlimgen mit angegliedertem Biergarten. Immer wieder hatten sie in den vergangenen Jahren mit Beschwerden aus der Nachbarschaft und mit abendlichen Besuchen des Ordnungsamtes zu tun. Gegen die in ihren Augen unrechtmäßigen Beschwerden wollen die Gastleute nun vorgehen und wenden sich an die Öffentlichkeit.

Was ist los an der Mondorfer Fähre?

Die Gaststätte Schlimgen gibt es mit Unterbrechung nun bereits seit über 100 Jahren in Niederkassel-Mondorf. Neben den Innenräumen mit Restaurant und Lounge verfügt das Lokal auch über eine großzügige Außenterrasse. Aufgrund der Lage direkt an der Mondorfer Fähre sind Restaurant und Biergarten vor allem im Sommer ein beliebter und gut besuchter Ausflugsort. Gerade das wird den Gastwirten jedoch zum Verhängnis. Immer wieder werden Beschwerden über die Lautstärke des Betriebs an die Pächter herangetragen.

Beschwerden gingen laut Aussage der Betreiber in der Regel dann ein, wenn sich um 22 Uhr noch Gäste im Biergarten aufhielten. Für Klaus Hartfeld sind diese Beschwerden nicht nachvollziehbar: „Die Gäste, die am Abend um diese Uhrzeit noch im Biergarten sitzen, tanzen ja nicht auf den Tischen und grölen. Die Leute sitzen da, trinken ihr Bier aus, unterhalten sich in Ruhe, warten vielleicht auf ihr Taxi und gehen dann.“

Forderungen an die Stadt Niederkassel

Hartfeld fordert eine einheitliche Lösungen für alle Betriebe in Niederkassel „Die Ungerechtigkeit ist extrem“, echauffiert sich der Gastwirt, „In der Linde beispielsweise sitzen sie noch bis 24 Uhr draußen, in der Eck machen sie Karaoke bis 1 Uhr morgens, die Alte Post hat Livemusik am Sonntag und da beschwert sich niemand. Wenn ich das machen würde, stünden hier sofort Polizei und Ordnungsamt vor der Tür. Ich höre dann immer nur die lapidare Aussage ‚Wo kein Kläger, da kein Richter‘ und das ist einfach ungerecht.“

Der Gastronom wünscht sich einen offenen Dialog mit der Stadt Niederkassel und den Beschwerdeführern aus der Nachbarschaft – seiner Aussage nach bislang jedoch ohne Erfolg: „Ich verlange ja auch nicht viel. Wenn ich nur eine Stunde in den Sommermonaten länger öffnen könnte, hätte ich schon viel gewonnen.“ Nun will er auch die Öffentlichkeit auf seine Situation aufmerksam machen.

Lesen Sie HIER den Beitrag der Gaststätte Schlimgen in der MOZ vom 22. August.

Stimmen aus der Nachbarschaft

Bernhard Brodeßer und Jeannine Graumann leben in unmittelbarer Nachbarschaft des Ausfluglokals. Die Beschwerden können sie persönlich nicht nachvollziehen: „Es ist schade, dass einem so schönen traditionellen Biergarten wie der Gaststätte Schlimgen hier in Mondorf das Leben so schwer gemacht wird. Wir reden hier ja nicht von Live-Musik bis mitten in die Nacht, was ebenso auch mal okay sein müsste, sondern vom gewöhnlichen Betrieb im Biergarten. Wir finden es schön zu sehen, wie er angenommen und besucht wird. Die Betreiber geben sich solche Mühe mit dem Biergarten und wir finden, das sollte unterstützt werden. Es wäre sehr traurig, wenn wegen Anwohnern, die irgendwann wissentlich neben einen bestehenden Biergarten gezogen sind, dieser irgendwann nicht mehr existiert, weil der Betreiber die Lust verloren hat.“

So schnell jedoch will Hartfeld nicht aufgeben: „Ich hänge am Schlimgen. Wir haben die letzten Jahre so intensiv am Lokal gearbeitet. Von allen Seiten wird uns auch immer wieder gesagt, wie schön es doch geworden ist - das Restaurant, die Lounge, der Biergarten. Da lasse ich mir eine solche Ungerechtigkeit einfach nicht bieten. “

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