Drüber und Drunter stellt fortschrittlichen Agrar-Roboter vor (mit Video)

Diese Zukunftstechnologie in der Landwirtschaft steckt noch in den Kinderschuhen

Drüber und Drunter stellt fortschrittlichen Agrar-Roboter vor (mit Video)

Rüben so weit das Auge reicht und mittendrin ein Gefährt von der Größe eines Smart und mit einem Dach aus Solarzellen. Das, was da im Rübenfeld zwischen Ranzel und Porz steht, ist kein gelandetes UFO, sondern der erste Agrar-Roboter in Niederkassel. Landwirt Gottfried Kader und Sohn Sebastian haben das Hightech-Gerät der dänischen Firma Farmdroid testweise auf ihrem Rübenfeld arbeiten lassen.

„Es ist schon interessant, wie sich die Technik auch in der Landwirtschaft weiterentwickelt. Der Roboter hat hier nach seiner Programmierung in einem mehrtägigen Einsatz auf einer Fläche von 65.000 Quadratmetern (6,5 ha) Zuckerrüben ausgesät und selbstständig Unkraut gejätet, was uns hilft, Pflanzenschutzmittel zu sparen. Besonders hervorheben muss man seine gute CO₂ – Bilanz durch das autarke Agieren mittels Solarzellen und Batterie“, so Kader. Den 75.000 Euro teuren Helfer anzuschaffen, konnte sich Kader allerdings nicht vorstellen. „Der Farmdroid hat seine Arbeit tadellos erledigt. Die Maschine kann säen und hacken, das heißt die Unkräuter bekämpfen. Er wird über GPS gesteuert und bekommt nur die vier Ecken des Feldes angezeigt und den Reihenabstand, bevor er loslegt. Er hat 3,5 Tage für die 6,5 ha gebraucht, da er sehr langsam fährt. Daher darf er auch autark fahren und braucht keine Aufsichtsperson.

Menge an Pflanzenschutzmitteln reduzieren

Es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Aber der Roboter beschränkt sich derzeit auf die Aussaat von Zuckerrüben und Raps. Für die Betreuung von Getreideflächen ist er nicht geeignet. Wir schaffen mit unseren landwirtschaftlichen Maschinen derzeit die zehnfache Fläche in der gleichen Zeit, die der Roboter braucht. Es ist also noch ein langer Weg, aber ein erster Schritt in die richtige Richtung“, so Kader. In einem einjährigen Testbetrieb soll unter anderem geklärt werden, ob der Einsatz des neuen „Mitarbeiters“ dazu beitragen kann, die Menge an Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren.

Das ist gleichermaßen wichtig für die Landwirte und die Wasserwerksbetreiber des Arbeitskreises DRÜBER UND DRUNTER, obwohl es derzeit keinerlei Probleme mit Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft gibt, wie Bernd Bulich, Landwirt und Vorstand DRÜBER UND DRUNTER sowie Uwe Nolting, technischer Leiter der Stadtwerke Niederkassel bestätigen können. „Wir haben im Arbeitskreis keinerlei Probleme mit Pflanzenschutzmitteln aus der Landwirtschaft, da hier sehr sorgfältig damit umgegangen wird. Und was nicht ausgebracht wird, kann auch nicht im Grundwasser landen“, so Nolting.

Interesse an hochwertigem Trinkwasser

Auch Landwirt Bulich ist sich darüber mit den Mitgliedern des Arbeitskreises einig. „Wir als Landwirte haben ein hohes Interesse an einem hochwertigen Trinkwasser. Auch wir nehmen zur Gesunderhaltung unserer Pflanzen nur das, was unbedingt notwendig ist. Wenn wir Pflanzenschutzmittel einsparen können, sind wir sofort dabei“, so Bulich. Ansonsten hält die sogenannte Melde die Landwirte auf Trab. Das lästige Riesenunkraut kommt im Ackerbau, speziell bei Hackfrüchten vor und musste früher mühsam von Hand gehackt werden. Lässt man es gewähren und verzichtet auf Pflanzenschutzmittel, wird sich der Ertrag der Hackfrüchte in etwa halbieren.

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