Samstags-Krimi mit Ständchen am Ende

Am Samstagabend stand das zweite Heimspiel des TuS Mondorf in der 2. Bundesliga Nord an. Zu sehen gab es ein spannendes Spiel.

Samstags-Krimi mit Ständchen am Ende

Gast war am Samstagabend der VC Bitterfeld-Wolfen. Bitterfeld lag zum Zeitpunkt des Anpfiffs auf Rang 10 in der Tabelle, hatte aber auch erst ein Spiel auf der Habenseite. Dieses verlor man 3:1. Der TuS Mondorf wollte vom Start weg konzentriert arbeiten, denn auf der anderen Seite lauerte eine wortwörtliche Wundertüte, die man auf keinen Fall ins Spiel lassen wollte.

Zum Spiel

Das Ziel war klar, konnte aber nicht umgesetzt werden. Das Tabellenbild war trügerisch. Bitterfeld präsentierte sich ungemein angriffslustig und kaufte den Mannen um Trainer Tasos Vlasakidis den Schneid ab. Druckvolle Aufschläge und gute Block-Feldabwehr machten es den Jungs des TuS schwer ins Spiel zu finden und somit gab man den ersten Satz 25:19 ab. Auch im zweiten Satz dominierten Eigenfehler des Heimteams und starke Aufschläge des Gegners das Spiel. Erst gegen Ende des Satzes wachte das Team aus Mondorf auf und kämpfte sich auf ein 25:23 heran. Zu Spät! Ärgerlich!

Aber nun war man auf Betriebstemperatur. Und das konnte man in den darauffolgenden Sätzen sehen. „Nicht schon wieder Punkte liegen lassen“ war die Ansage. Der dritte Satz war schnell erklärt. Fulminante Defense, starker Angriffsdruck, fast keine Aufschlagfehler mehr und ein Heimteam, das wie in einem Rausch Punkt für Punkt gewann - 25:13 für den TuS. Diesen positiven Flow nahm man mit in Satz 4. Und das klappte. Eine konzentrierte Leistung des vierten Satzes wurde mit 25:17 gekrönt - 1 Punkt auf der Habenseite. Doch der TuS wollte mehr. Das spürte die ganze Hardtberghalle. Angepeitscht von den, wieder mal überragenden, Fans, entwickelte sich der fünfte Satz zunächst auf Augenhöhe. Gegen Ende schaffte man zwei wichtige Breaks und ein Ass zum Spielgewinn. Unglaublich! Die Mondorf-Hymne wurde angestimmt, lauthals mitgesungen und 2 Punkte bleiben zuhause.

Fazit: Mondorf dreht zum ersten Mal in der Bundesliga-Geschichte ein Match. Aus 0:2 gewinnt man 3:2. Der Verlust der ersten beiden Sätze war aber eigentlich nicht nötig. Das muss analysiert werden.

Stimmen zum Spiel:

Manager Klaus Utke: „Yes, Mega-Comeback von uns! Mit dem Rücken an der Wand drehen wir das 0:2 und gewinnen noch mit 3:2. Bitterfeld startet stark in das Spiel und kauft uns den Schneid ab. Wir verpennen die ersten beiden Sätze und haben dort auch viel zu viele direkte Aufschlagfehler, lassen uns aber nie hängen. Bereits in Satz zwei merkt man, dass es enger wird und noch etwas gehen könnte. Ab Satz 3 kaum noch Aufschlagfehler und wir starten fulminant durch, wollen unbedingt das Comeback. Das gelingt und wir spielen uns fast in einen Rausch. Im fünften Satz lassen wir uns die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Nico Wegner beendet das Spiel mit einem Aufschlag-Ass und krönt seine starke Leistung. MVP wird Nils Becker. Miguel Reuss auch mit einem starken Spiel. Das war sein erster Einsatz von Beginn an. Lars Pohlmann mit teilweise sehr starken Abwehrbällen!“

Ein Zuschauer: „Sehr spannendes Spiel mit Mega-Comeback von Team Mondorf. Wir kommen wieder und freuen uns aufs nächste Heimspiel-Event. Hygiene Konzept etc. hat sehr gut geklappt. Wir haben uns sicher und gut gefühlt.“

Mittelblocker Alexander Sellmayer: „Bitterfeld hat sich deutlich stärker präsentiert als wir es zunächst vermutet hatten. Sie haben uns ganz schöne Probleme bereitet. Dadurch haben wir nicht gut ins Spiel gefunden. Kein Zugriff in Block-Abwehr in den ersten beiden Sätzen. Ab Satz drei hatten wir mehr Druck im Aufschlag, sodass der Block besser arbeiten konnte und wir verteidigen konnten. Spektakuläre Aktionen sichern Punkte auch bei hoher Führung. Der Tie-Break ist zunächst auf Augenhöhe, aber am Ende machen wir den Sack zu. Wir hatten zum Schluss einfach die Nase vorn, durch eine sichere Annahme, starke Aktionen über außen und eine konzentrierte Leistung des gesamten Teams.“

Neuzugang Miguel Reuss: „Ich war vor dem Spiel etwas aufgeregt als ich erfahren habe, dass der Trainer mich von Beginn an einsetzen wollte.Letzte Saison habe ich noch Oberliga gespielt und jetzt steh ich am Netz teilweise zwischen 2m-Riesen und das ganze Spiel ist viel viel schneller geworden.In den ersten zwei Sätzen lief ich gefühlt nur dem Ball hinterher. Aber die Energie innerhalb des Teams hat mich enorm gepushed und ab dem 3. Satz hatten wir die Jungs aus Bitterfeld-Wolfen auch gut im Griff.Die Emotionen im 5. Satz waren unbeschreiblich. Es war ein unglaublich gutes Gefühl meinen ersten vollen Einsatz in der 2. Liga mit einem Sieg krönen zu können.“

Fotos von Gerd Linnartz zum Spiel:

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