„Sie können froh sein, dass die Beteiligten mit allen Körperteilen da herausgekommen sind“

Im Juli 2018 waren ein 21-jähriger Niederkassler und sein Freund mit einem Mietwagen unterwegs. Auf der Deutzer Straße in Höhe der Zufahrt zur NATO-Rampe kam es mit knapp 170 km/h zu dem Unfall mit der 59-jährigen Frau. Nun steht die Strafe fest.

„Sie können froh sein, dass die Beteiligten mit allen Körperteilen da herausgekommen sind“

Bereits am 27 Juli 2018 kam es zu dem schweren Autounfall: Die 59 Jahre alte Fahrerin aus Niederkassel wollte von einer Neben- auf die Hauptstraße einbiegen. Der 21-jährige Fahrer und sein Freund waren in diesem Moment von Mondorf nach Rheidt auf der Deutzer Straße mit circa 170 km/h unterwegs, zu schnell um zu reagieren und zu bremsen.

Die Autos kollidierten, der Wagen der 59 Jährigen wurde in das Gleisbett neben der Straße geschoben. Die Frau erlitt dabei schwere Verletzungen, ein Schleudertrauma und ist bis heute traumatisiert. Der 21-Jährige und sein gleichaltriger Beifahrer wurden leicht verletzt. Es entstand ein Sachschaden von knapp 20.000 Euro.

Vor Gericht entschuldigte sich der Fahrer nun für sein Fehlverhalten. Er sei abgelenkt gewesen durch die Musik, habe nicht gemerkt wie schnell er gewesen sei. Der Motor des Mietwagens sei viel stärker als in seinem Auto.

Gericht verhängt Strafe

Vor dem Amtsgericht Siegburg wurde der Angeklagte zu einer Geldstrafe von 6000 Euro (120 Tagessätze á 50 Euro) und weiteren vier Monaten Führerscheinentzug verurteilt. Somit wird ihm die Fahrerlaubnis am Ende zwölf Monate lang entzogen sein.

Richter Roman Harbort führte zur Begründung der Strafe an, der Fahrer habe vorsätzlich den Straßenverkehr gefährdet, grob und rücksichtslos gehandelt und versucht die Höchstgeschwindigkeit des Wagens zu erreichen. Er glaube nicht, dass der Fahrer nicht wisse, wie schnell er gewesen sei und er könne „froh sein, dass die Beteiligten mit allen Körperteilen da herausgekommen sind.“

Zugunsten des Angeklagten führte er an, dieser sei bis zum Unfall noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Richter Harbort ging des Weiteren von fahrlässiger, jedoch nicht von vorsätzlicher Körperverletzung aus.

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