Überraschungen beim Projekt Rheinspange 553

Die Parteien diskutieren beim Thema Rheinquerung mit... und positionieren sich

Überraschungen beim Projekt Rheinspange 553

Gut 100 Besucher kamen am Mittwoch zur Sitzung des Umwelt-, Verkehrs- und Planungs- (UVP) Ausschusses. Wichtigster Tagesordnungspunkt war die Rheinspange 553, zu der vom UVP-Ausschuss zwei Mitarbeiter von Landesbetrieb Straßen.NRW eingeladen waren. Willi Kolks und Rüdiger Däumer begrüßten die Ratsmitglieder und die Besucher, bevor sie mittels Power-Point-Präsentation über den derzeitigen Planungsstand referierten.

Kolks zeigte noch einmal den Zeitplan auf und sagte zu, sobald etwas konkretes, das Linienfindungsverfahren betreffend, vorläge, würde man die Bürger wieder ausführlich informieren. Interessant war für die Bürger die Information, dass man auch eine Kombilösung in Betracht ziehe. Dies bedeutet, dass man im Norden eine Brücke baue und die Straße dann als Tunnel unter dem Retentionsbecken weiterführe. Weiterhin hieß es, dass es auch eine Anschlussstelle geben werde. Durch den offenen Dialog und den Einbezug von Bürgern mittels Workshops und öffentlichen Veranstaltungen in den letzten beiden Jahren, war der überwiegende Teil der Besucher bereits gut informiert. Das veranlasste Kolks auch zu der Aussage, dass er von verschiedenen Symposien viele Personen im Publikum kenne, ihnen heute aber nichts Neues präsentieren könnte.

SPD Niederkassel spricht sich gegen Rheinquerung aus

Nachdem Kolks den Fragenkatalog von CDU-Fraktionschef Markus Kitz weitestgehend beantwortet hatte, meldete sich Niederkassels SPD-Vorsitzender Matthias Großgarten zu Wort. Er forderte: „Stadtbahn statt Autobahn.“ Die SPD-Fraktion hatte bis dahin auf eine Rheinbrücke mit Trasse für Güterverkehr, Stadtbahn, Radweg, Fußgängerweg und einer vierspurigen Autobahn gesetzt. Da sich dieses Vorhaben offensichtlich nicht umsetzen lässt, geben die Sozialdemokraten nun der Stadtbahn den Vorzug. „Der Nutzen der Stadtbahn ist belegt. Ein Stadtbahnzug ersetzt 240 PKWs. Stündlich könnten so bis zu 1500 Menschen aus Niederkassel auspendeln“, so Großgarten. Beifall kam von den GRÜNEN. Die Niederkasseler GRÜNEN hatten sich bereits 2016 gegen den Bau einer neuen Rheinquerung zwischen Niederkassel und der linksrheinischen Seite ausgesprochen. Allerdings wunderte sich deren Sprecherin Tanja Schulten über diese unverhoffte Unterstützung, brachte den Sinneswandel der SPD aber mit dem beginnenden Kommunalwahlkampf in Verbindung. Auch Markus Kitz zeigte sich überrascht vom Meinungsumschwung der SPD und zitierte den SPD-Landratskandidat Denis Waldästl mit dessen Aussage: „Die Rheinspange ist ein Teil der Lösung des Verkehrskollaps in der Metropolregion Rheinland und darf nicht als taktisches Wahlkampfmanöver von der CDU gefährdet werden. Zur Akzeptanz und Finanzierbarkeit eines solchen Mammutprojektes braucht es die Geschlossenheit der gesamten Region“.

Die Niederkasseler Sozialdemokraten bleiben aber bei ihrer Haltung gegen eine Autobahnbrücke. „Für uns steht fest“, so der verkehrspolitische Sprecher der SPD Helmut Plum, „dass es zwischen Lülsdorf und Langel nur eine Brücke für die Stadtbahn geben kann - natürlich kombiniert mit einem Rad- und Fußweg“.

machPuls-Leser Ulrich Burkert verweist auf die offizielle Internetseite www.rheinspange.nrw.de unter der sich jeder selbstständig, ausführlich über das Thema Rheinspange 553 informieren kann. Zudem hat er eine Befragung ins Leben gerufen, an der man gerne teilnehmen kann

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