Die zweite von vielen Aufräumarbeiten am Rhein

Der Naturschutzverein „Pfaffenhütchen“ war wieder aktiv.

Die zweite von vielen Aufräumarbeiten am Rhein

Ein Text von Dankwart Kreikebaum:

Vielleicht ist es einer der schönsten Wege in Niederkassel, der Weg entlang des Stroms zwischen Rheidt und Niederkassel. Vom Friedhof in Niederkassel den Weg hinunter zum Rhein entlang der Deichwiesen, auf der rechten Seite die hohen Pappeln, mehr als hundert Jahre alt, der Durchblick auf den Strom mit seinen riesigen langsam dahin tuckernden Lastkähnen, wenig später der Eindruck, in einen Wald zu gehen; zuerst tauchen links Büsche auf, dann bereits hoch gewachsener Feldahorn und helle Birken, rechte Hand die gewaltigen Pappeln, gelegentlich sieht man hier Liebhaber*innen bei dem Versuch, die Bäume zu umarmen, häufiger indessen Angler, die gelassen auf den großen Fisch warten, oder Feiernde, die im Schatten der Bäume am Wasser lagern. Wo Menschen stehen, lagern, laufen, um sich schauen, bleibt es selten, wie es ist. Ein Tempotaschentuch, ein Feuerzeug, eine Petflasche, ein Turnschuh, ein Fahrradschlauch, eine Weinflasche, ein Schnapsfläschchen, Teile von Plastik - Tüten, - Flaschen, - Bechern, - Löffeln, - Tassen, - Körben, - Tellern, - Eimern. Von allen: hunderte , tausende, unzählige - so scheint es wenigstens. Die meisten Wanderer scheint das nicht weiter zu stören. Ist doch alles so schön grün hier! Die Bäume, die Gräser, die Pflanzen. Einige regen sich auf. Schlimm, was Menschen alles einfach wegschmeißen. Umweltsünder. Wegwerfmentalität. Schweinerei. Man sollte doch! Man darf gar nicht hinschauen. „Es wird einem beinahe übel, wenn man das sieht“, meint ein Spaziergänger. Ich würde sicherlich den Dreck fremder Leute nicht wegmachen, so ähnlich äußerte sich ein bekannter Philosoph bei einer Diskussion. Keiner protestierte. Jeder kehre vor seiner Tür! Da gibt es genug zu tun. Stimmt doch. Oder? Aber der Müll kann einen auch gewaltig ärgern. Vor allem der Plastikmüll. Produktiv ärgern sozusagen. Irgendwann, man weiß es, zerkrümelt der Plastikmüll, beim nächsten Hochwasser rauscht er in den Strom. Ab geht es in die Nordsee, zu den Fischen, den Meeresbewohnern. Alles weitere ist bekannt. Ja, man muss ihn wegschaffen, diesen hässlichen, zum Teil wirklich abscheulichen Müll.

Am Ende sind es 15 Säcke voller Müll und ein paar „Häufchen“ von Abfallteilen, die nicht in die Säcke passen. Und die gemeinsame manchmal auch mühsame Arbeit hat sogar Spaß gemacht. Uns, einigen Mitgliedern vom Naturschutzverein „Pfaffenhütchen“. Schließlich, nach knapp drei Stunden Arbeit, ist es ein schöner Weg. Noch schöner. Der Weg unten am Rhein entlang. Es ist jetzt ein bisschen unser Weg geworden. Der Weg durch unsere liebe Natur.

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