Grünes Engagement: Jugendliche sammeln Müll am Rheinufer in Niederkassel

Mit selbst gekauften Müllzangen und -tüten haben Niederkasseler Jugendliche es sich zur Aufgabe gemacht, achtlos weggeworfenen Müll zu sammeln und fachgerecht zu entsorgen. Damit sind sie nicht die einzigen.

Grünes Engagement: Jugendliche sammeln Müll am Rheinufer in Niederkassel

Nach einem Zeitungsbericht in der MOZ von Ende Februar wurde die Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Natur und Klima, Inka Saldecki-Bleck (BN90/Grüne), auf die Jugendlichen Tobias Wymar (10) Raphael Wymar (12) und Philipp Richarz (14) aufmerksam. Sie hatten sich auf eigene Initiative zum Müllsammeln entschlossen und dafür von ihrem Taschengeld Müllzangen und Mülltüten gekauft. „Wir waren im Rheidter Werthchen und haben dort den vielen Müll gesehen, der entweder achtlos weggeworfen oder nach dem Hochwasser angeschwemmt wurde. Das wollten wir so nicht hinnehmen“, so Raphael Wymar.

Aufheben und weg damit - aber wohin?

Das Trio sammelte nicht nur fleißig Müll, sondern machte sich auch Gedanken darüber, wie dieser schließlich entsorgt werden könnte. So setzten sie sich mit der Stadtverwaltung in Verbindung und machten einen Sammelort aus, an dem der Müll vom Bauhof abgeholt und entsorgt wurde.

Umweltverschmutzung: Der Ärger unter den Jungen ist groß

Nicht nur das Trio war unterwegs in Sachen Umweltschutz. Einige Kilometer weiter, in Niederkassel-Mitte, ärgerten sich Ina Jaensch (14) und Magdalena Sophia Schmid (13) beim Picknick am Rheinufer, über den Müll, der überall herum lag. Auch sie beschlossen hier einzugreifen und konnten sogar noch weitere Mitstreiter gewinnen. „Wir sind oft mit bis zu zehn Jugendlichen am Rheinufer unterwegs um Müll einzusammeln. Was wir hier alles finden, ist kaum vorstellbar. Große Autoreifen, viele kleine Schnapsflaschen, Plastikmüll und Schuhe in allen Formen und Größen“, so Ina Jaensch. Auch auf dem Werth in Rheidt gab es ein buntes Sammelsurium an Abfall. Plastik in allen Varianten, von der Einkaufstüte bis zum Planschbecken, eine ausgelaufene Autobatterie und sogar Medizinreste lagen am Ufer und entlang der Wege.

Hut ab für außerordentliches Engagement

Für das Engagement der Jugendlichen gab es nicht nur viel Lob von den Ausschussmitgliedern, sondern auch kleine Belohnungen. So stellte die Stadt Niederkassel den Müllsammlern stabile Sammelzangen zur Verfügung, denn die vom Taschengeld gekauften waren schon nach kurzer Zeit kaputt gegangen. Dazu gab es von Saldecki-Bleck ein Wikinger-Spiel und Dano Himmelrath (CDU) spendierte für jeden Müllsammler zehn Euro aus der Parteikasse. „Das ist für ein leckeres Eis und zur Erholung nach einem anstrengenden Sammeltag“, so Himmelrath. Auch SPD und FDP dankten den Jugendliche für ihr Engagement. Ulrich Buchholz (BN90/Grüne) lud die Jugendlichen zum „Rhein clean up“ ein, einer Veranstaltung, die am 11.09.2021 in sechs Ländern stattfindet. Hierzu stellen die Niederkasseler Grünen in Mondorf, Rheidt und Niederkassel Werkzeug zum Müllsammeln zur Verfügung. Nach dem Aktionstag gibt es an der Mondorfer Fähre eine Kunstaktion. Hierbei werden aus Müll und Schwemmgut, zum Beispiel abstrakte Kunstwerke aus Holz entstehen. Nicht unerwähnt lassen wollte die Ausschussvorsitzende die vielen anderen Müllsammler. „Es ist mir bekannt, dass sich noch viele andere Personen hier betätigen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit bedanken wir uns bei dem Pfaffenhütchen, den Wikinger Pfadfindern, Sportlern, die beim Laufen Müll einsammeln und vielen, vielen anderen Menschen, die helfen unsere Umwelt in wenig sauberer zu machen“, so Inka Saldecki-Bleck.

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