Lülsdorf: Fahrradstraße stößt auf heftigen Widerstand

Die neu eröffnete Fahrradstraße in Lülsdorf stößt bereits nach einer Woche auf heftigen Widerstand. Wir waren für Euch vor Ort.

Lülsdorf: Fahrradstraße stößt auf heftigen Widerstand

„Gut gemeint ist die kleine Schwester von Dumm gelaufen“, so ein empörter Anwohner der Uferstraße am Samstagnachmittag.

Anwohner fühlen sich im Stich gelassen

Dies bestätigten rund 40 Anwohner der Lülsdorf Uferstraße, die sich an einer neuralgischen Ecke - Uferstraße / Burgstraße- der neuen Fahrradstraße versammelt hatten. Initiiert hatte das Treffen Marion Hensen, eine Anwohnerin, die sich, wie auch die übrigen Betroffenen von der Stadt im Stich gelassen fühlen.

„Wir haben nicht gewußt, was hier auf uns zukommt. Mit uns hat keiner gesprochen, geschweige denn um Rat gefragt“, so Hensen zu CDU-Ratsmitglied Dano Himmelrath, Vorsitzender im Planungs- und Verkehrsausschuss, der vor einer Woche gemeinsam mit Bürgermeister Stephan Vehreschild und dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Marcus Kitz die die erste Fahrradstraße in Niederkassel eröffnet hatte .

„Mit dem Enthüllen der Schilder hat sich die Gefahr für die Anwohner signifikant erhöht“, so ein Anwohner. Weiter hieß es, dass man von Radfahrern massiv beschimpft werde, wenn man in seine Einfahrt langsam reinfahren möchte und die Ausfahrt sich, auch wegen der geparkten Wagen, sehr gefährlich gestalte.

Wie geht es weiter mit der Fahrradstraße?

Der Einrichtung einer Fahrradstraße war ein Antrag von CDU und BN90/GRÜNE vorausgegangen; in Abstimmung mit dem Arbeitskreis „Nachhaltige Mobilität“ , welcher sich aus dem Mobilitätsmanager, dem Vorsitzenden Planungs- und Verkehrsausschusses, Vertretern der Fraktionen sowie Vertretern des ADFC zusammensetzt. Alle Argumente gegen die Fahrradstraße wollte Himmelrath allerdings nicht gelten lassen.

„Es gab immer Probleme, wenn man auf sein Grundstück wollte oder es wieder verlassen wollte. Das hat nichts mit der Fahrradstraße zu tun. Durch das Aufstellen der Schilder hat sich für die Anwohner doch nichts geändert. Es gilt Tempo 30 für alle Verkehrsteilnehmer, Radfahrer haben Vorrang, es gilt rechts vor links, beim Überholen der Radfahrer ist ein Abstand von 1.50 Meter einzuhalten, Radfahrer dürfen nebeneinander herfahren und der Anliegerverkehr wird nicht ausgeschlossen“, so Himmelrath.

Dies wiederum veranlasste einen Anwohner zu der Frage, warum wurden denn für mehrere Tausend Euro Verkehrsschilder aufgestellt, wenn sich für die Anwohner nichts verändert hat?

Lösungsvorschläge gab es auch in Form einer Einbahnstraße für KFZs und Fahrräder. Dies wurde aber von den Anwohnern skeptisch gesehen, denn ihrer Ansicht nach würden sich die Radfahrer nicht daran halten.

Anwohner in der Kritik

„Nicht nur die Zahl der Rad- und Pedelecfahrer ist gestiegen, sondern auch deren Selbstverständnis. Die Gruppe nimmt keine Rücksicht mehr und fährt in einem Affenzahn um die Ecke“, so Hensen. Das hängt aber, so die Ansicht der Anwohner, einzig und allein mit den neuen Verkehrsschildern zusammen, denn hier wird eine Fahrradstraße propagiert, die keine ist, sondern allenfalls ein light Ausgabe.

„Die Radfahrer rufen uns zu, dass wir in einer Fahrradstraße nichts zu suchen hätten und schlagen mit der Faust auf unser Autodach“, so ein Anwohner zur derzeitigen Situation.

Zweijährige Testphase bleibt bestehen

Was wiederum nachvollziehbar ist, denn eine echte Fahrradstraße räumt den Radfahrern weitgehende Rechte ein. Vielleicht werden ja die Zusatzschilder, die derzeit noch nicht angebracht sind, bei der Radfahrerfraktion für Beruhigung sorgen. Die zweijährige Testphase bleibt allerdings bestehen. „Es wäre nicht fair, wenn wir ihnen sagen, morgen Schrauben wir die Schilder ab. Das passiert nicht“, so Himmelrath.

Den Schuldigen für das von den Anwohnern beanstandende Infodesaster hatten Himmelrath und Kitz schnell gefunden. „Die Stadt hätte die Anwohner per Flyer o.ä. benachrichtigen müssen. Das ist Sache der Verwaltung und das ist nicht gut gelaufen“, erklärten beide unisono.

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