Zusammenstoß von PKW und Diesellok in Niederkassel

Dem zufällig vorbeifahrenden Betrachter bot sich am Samstagmorgen ein erschreckendes Bild. Es gab einen spektakulärer Unfall am Ortsausgang Niederkassel in Richtung Rheidt. Zum Glück war es dieses Mal nur eine sehr reale Übung.

Zusammenstoß von PKW und Diesellok in Niederkassel

Links und rechts der Hauptstraße, in Höhe der unbefestigten Straße Mariengrund, standen verschieden Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehren Niederkassel-Mitte, Mondorf und Troisdorf Bergheim. Auf dem nur wenige Meter entfernten Gleisbett hatte es im Kreuzungsbereich von Schiene und Straße einen Zusammenstoß zwischen einer Diesellok der Rhein-Sieg-Kreis Eisenbahn mit einem PKW gegeben. Nachdem der Lokführer seine Zugmaschine mittels Bremsschuh gesichert hatte, begannen die alarmierten Einsatzkräfte mit der Bergung des PKW-Fahrers, der nach Einschätzung des Notarztes eine schwere Wirbelsäulenverletzung hatte. Die Rettung des eingeklemmten Verletzten erfordert von allen Beteiligten in hohem Maße Professionalität. Dazu zählt selbstverständlich die Kompetenz im eigenen Aufgabenbereich, aber auch die Kenntnis der Arbeitsabläufe anderer am Einsatz Beteiligter.

Das jetzige Szenario hatte es vor fast 10 Jahren in Rheidt wirklich so gegeben. An diesem Samstag war es zum Glück nur eine, wenn auch sehr realistische, Übung. Ausgedacht hatten sich die Einsatzsituation Christian Stein von der Freiwilligen Feuerwehr Troisdorf-Bergheim und Tobias Häntschel von der Freiwilligen Feuerwehr Mondorf. „Um den alarmierten Wehrkräften ein möglichst realistisches Bild zu bieten, waren wir fast ein halbes Jahr mit der Planung beschäftigt“, so Tobias Hänschen. „Durch Corona hat sich die Situation jeden Tag anders für uns dargestellt, da wir beim Einsatz Masken tragen und auch die Abstände zum Nebenmann einhalten müssen. Daher wurde die Übung mehrmals verschoben, bis wir nun mit einem regelkonformen Einsatzplan Alarm auslösen konnten“, sagte Christian Stein.

Um den Verletzten bergen zu können, wurde unter anderem das Dach des PKW entfernt, nachdem man das Kraftfahrzeug zuvor gegen ein ungewolltes Wegrollen gesichert hatte. Der anwesende Notarzt griff mehrmals erklärend ein, weil Teile der Rettungsmaßnahmen den Patienten im Ernstfall gefährdet hätten. Nach zweieinhalb Stunden war die Übung beendet, der PKW aus dem Gleisbett geborgen und die Lok konnte wieder zurück ins Evonik-Werk nach Lülsdorf fahren. Christian Stein und Tobias Häntschel zeigten sich während des Einsatzes mit dem Ablaufgeschehen zufrieden, wollen in der Nachbesprechung aber auch Punkte ansprechen, die sich sicher noch optimieren lassen.

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