Umgang mit Verstorbenen und Trauernden in Corona-Zeiten

Aus dem Berufsalltag zweier Bestatter in der Corona-Pandemie

Umgang mit Verstorbenen und Trauernden in Corona-Zeiten

Dirk Schallenberg führt das Familienunternehmen "Bestattungen Schallenberg" inzwischen in der fünften Generation. Neben dem Stammhaus in Rheidt betreibt er noch eine Filiale in Ranzel. In der vierten Generation gibt es das Bestattungsunternehmen von "Bestattungen Mondorf" in Troisdorf-Bergheim. Seit 2002 führt Inhaber Guido Mondorf auch eine Filiale in Mondorf. Die Beisetzung verstorbener Menschen in der aktuellen Situation stellt die Bestatter vor neue Herausforderungen.

Besondere Herausforderungen im Umgang mit Corona

Die Herausforderung beginnt bereits bei der Abholung von Verstorbenen aus Altenheimen bzw. Krankenhäusern. Die Bestatter müssen hierbei einen kompletten Vollschutzanzug, Sicht- und Kopfschutz sowie eine Mund-Nasen-Schutzmaske, Doppelhandschuhe und Schuhüberzieher tragen. Nachdem der Verstorbene zunächst in eine Bergungshülle gelegt wird, kommt er in einen Sarg. Nach dem Transport wird der Sarg mit dem Leichnam bis zur Bestattung in der Kühlung gelagert. Angehörige des oder der Verstorbenen haben keine Möglichkeit, noch einen letzten Blick auf den verstorbenen Familienangehörigen zu werfen. Alle getragenen Schutzartikel werden der Entsorgung zugeführt und das Transportfahrzeug desinfiziert.

Umgang mit Angehörigen bestimmt durch Distanz und Hygienemaßnahmen

Beide Bestattungsunternehmen, die ein kollegiales Miteinander pflegen, bedauern den Umgang mit den Angehörigen, der einzig auf Distanz und unter Beachtung strenger Hygienebestimmungen stattfindet. Mitunter werden Beratungen der Hinterbliebenen digital durchgeführt.

Was Guido Mondorf etwas in Rage bringt, sind die über die Medien verbreiteten Berichte von Bestattungsunternehmen, deren Hallen voller Särge mit Verstorbenen gefüllt sind, die auf ihre Beisetzung warten. Diese Art von Berichterstattung werde teilweise falsch interpretiert, sodass der Eindruck entstehe, dass es sich dabei um ein chaotisches Durcheinander handelt. Auch in Zeiten von Covid-19 legt Mondorf genau wie sein Kollege Schallenberg Wert darauf, dass trotz erhöhter Sterblichkeit die Gewährleistung einer Beisetzung in Würde und mit Pietät garantiert ist.

Verhaltensmaßnahmen während der Bestattungen

Beide Unternehmen sind Mitglied im Bundesverband Deutscher Bestatter und werden stets mit aktuellen Mitteilungen über Verhaltensmaßnahmen bei und während den Bestattungen auf den jeweiligen Friedhöfen informiert. In Niederkassel gilt bei Beisetzungen auf den Friedhöfen eine Abstands- und Maskenpflicht. Die Nutzung der Trauerhallen ist eingeschränkt.

Dirk Schallenberg, seine Nichte Christina Böwing-Nöbel, und Guido Mondorf vermissen die Möglichkeit einer angemessenen Sterbe- und Trauerbegleitung. Sterbende sind aktuell mit sich allein: Besuchsverbote in den Krankenhäusern und Pflegeheimen, kein Abschied, kein letzter Blick auf den Verstorbenen ist möglich. Einhelliger Tenor der Menschen, die in ihrem Leben tagtäglich mit dem Tod zu tun haben: "Das tut einem in der Seele weh".

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