Uckendorfer Kirmes vor dem Aus? Hier sind die Fakten

Es ist die kleinste Kirmes in der Stadt Niederkassel, aber die Uckendorfer Veranstaltung bietet alles, was Spaß macht. In diesem Jahr hatten die Organisatoren, das Ex-Löschgruppen-Team, auch richtig Glück mit dem Wetter; es gab nur Sonne!

Uckendorfer Kirmes vor dem Aus? Hier sind die Fakten

So startete die vielleicht letzte Uckendorfer Kirmes

Mit dem Fassanstich durch Bürgermeister Stephan Vehreschild wurde die Kirmes eröffnet und zugleich auch der Zacheies von den Mädels der „Kayjass Schull“ auf seinen Platz gehoben. Dort wachte er über das Geschehen an allen Tagen. Nach dem Fassanstich ging im kleinen Zelt die Post ab, denn Hendrik Brock hatte, unterstützt von der Band „Cologne Unplugged“zum Mitsingkonzert eingeladen.

„Wir kamen kaum mit dem Bierzapfen nach, denn die rund 350 sangesfreudigen Uckendorfer sowie die vielen Gäste aus dem ganzen Stadtgebiet, haben hier richtige Party gemacht“

„Wir kamen kaum mit dem Bierzapfen nach, denn die rund 350 sangesfreudigen Uckendorfer sowie die vielen Gäste aus dem ganzen Stadtgebiet, haben hier richtige Party gemacht“, so ein immer noch begeisterter Wolfgang Hopp. Er war es auch, der gemeinsam mit Feuerwehrkameraden der Löschgruppe Uckendorf vor 10 Jahren die Kirmes erstmals organisierte. Nach dem Rückzug aus der Freiwilligen Feuerwehr nach vier Jahren stemmten die Uckendorfer, nun als „Ex-Löschgruppe“ gemeinsam mit ihren Ehefrauen die Kirmes, deren Ausrichter die Stadt Niederkassel ist. „Der Arbeitsaufwand ist immens. Mittwochs ist Bestandsaufnahme und einkaufen angesagt. Donnerstags beginnen die Aufbauarbeiten für das Zelt, die Bierbude und die Technik. Freitags werden die „Möbel“ aufgestellt, damit alles zum Fassanstich am Abend fertig ist“, so Andreas Hopp, der sich extra für die Kirmestage Urlaub nimmt. Seit 10 Jahren gibt es immer einen musikalischen Top-Act mit Hendrik Brock und den „Boore“. Aber auch andere Künstler wie Bernice Ehrlich, sie überraschte mit Schlagerunterhaltung oder das Akkordeonorchester Niederkassel trugen hier schon zur guten Unterhaltung bei. Und trotzdem steht die Kirmes jetzt vor dem Aus.

Uckendorfer Kirmes vor dem Aus?

„Wir sind an sieben Tagen und jeweils 12 Stunden mit nur fünf Männern und vier Frauen im Einsatz. Das ist nicht mehr zu schaffen.“

„Wir sind an sieben Tagen und jeweils 12 Stunden mit nur fünf Männern und vier Frauen im Einsatz. Das ist nicht mehr zu schaffen. Wir bieten den Uckendorfern ein Familienfest und für die Kinder gibt es eine Kirmes“, beschreibt Andreas Hopp treffend die Veranstaltung.

Es sei auch nur einigen Geschäftsleuten zu verdanken, dass man die Kirmes finanziell stemmen könne.

„Im letzten Jahr sind wir fast in die roten Zahlen gerutscht. Die Stadt Niederkassel muss sich jetzt positionieren, ob sie diese Kirmes haben will. Ich habe kein Verständnis für eine Gegenveranstaltung in Mondorf (Der Rheintreff), die durch Stadtmarketing mitfinanziert und beworben wird.“

„Im letzten Jahr sind wir fast in die roten Zahlen gerutscht. Die Stadt Niederkassel muss sich jetzt positionieren, ob sie diese Kirmes haben will. Ich habe kein Verständnis für eine Gegenveranstaltung in Mondorf (Der Rheintreff), die durch Stadtmarketing mitfinanziert und beworben wird. Dies hier ist seit vielen Jahren eine Brauchtumsveranstaltung und wenn die Stadt vielleicht 500 Euro dazutun würde, kämen wir auch über die Runden“, so Andreas Hopp.

Uckendorfer Kirmes ist beliebt und Tradition!

Wie beliebt die Kirmes ist, zeigte sich auch am Sonntag. Lange Warteschlangen bildeten sich an der „Rievkoche-Bud“, wo die fleißigen Helfer rund 30 Kilogramm Teig verarbeiteten. Gegen Nachmittag lockten frischer Kaffee und 20 selbstgebackene Kuchen die Besucher an. Noch eine Besonderheit, die das familiäre Kirmestreiben gut beschreibt, gibt es hier seit 10 Jahren: „Anschreiben lassen auf dem Bierdeckel“. „Wir haben derzeit rund 50 Bierdeckel vorliegen, die alle noch beglichen werden. Manche am Ende der Kirmes, andere auch Monate später. Aber in all den Jahren, ist noch nicht ein Deckel unbezahlt geblieben“, so Andreas Hopp.

Das Ende…

Nachdem die Mädels der „Kayjass Schull“ mit Tanz, Gesang und einer Litanei den Kirmeskerl den Flammen übergeben hatten, ergriff Wolfgang Hopp das Wort.

„Für uns ist mit dem gleich stattfindenden Feuerwerk nach 10 Jahren Schluss.“

„Für uns ist mit dem gleich stattfindenden Feuerwerk nach 10 Jahren Schluss. Wir setzen uns im November oder Dezember zusammen und beraten, wie es weitergehen soll. Es haben sich Freiwillige gemeldet. Wenn wir mindestens 15 Personen finden, die sich dann dauerhaft hierfür engagieren und mit anpacken, könnte es eine Fortsetzung geben“, so Wolfgang Hopp unter dem Beifall der vielen Besucher.

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