Wie aus einem Gemüsegarten ein Park wurde

Am Sonntag war Tag des Gartens. Den gibt es schon seit 1984 und er wird bundesweit gefeiert. Ziel dieses Feiertages ist, auf die Bedeutung von Gärten aufmerksam zu machen. machPuls präsentiert euch einen Hobby-Gartengestalter aus Niederkassel.

Wie aus einem Gemüsegarten ein Park wurde

Das waren noch Zeiten, als Magdalena Linder ihren Garten prall gefüllt hatte mit Beeren, Bohnen und Kartoffeln. Im Überfluss wuchsen dort die leckersten Dinge, sodass sie regelmäßig von Sohn Rainer an die Sammelstelle zum Verkauf gebracht wurden. Die Zeiten änderten sich. In den 1980ern baute Rainer im 2000 Quadratmeter großen Garten sein eigenes Haus. Seine heute 95-jährige Mutter hatte somit den ersten Teil des Gemüsegartens abgegeben. Peu à peu wandelte sich die Fläche zwischen den beiden Häusern. Der große Kirschbaum musste weichen, die 13 Tannen auch. Entstanden ist ein Park. Rainer Linder ist diese Bezeichnung wichtig: „Es ist nicht alles genau vermessen, mit geraden Linien, wie vom Architekten. Aber trotzdem exakt in seiner geschwungenen Schönheit.“

Eine herrliche Ruhe strahlt die Anlage aus. Jede Ecke ist anders gestaltet. Erst auf den zweiten Blick sieht man die kleinen Spielereien. Eine Qualle, ein Schneemann, ein freundliches Gesicht. Alles angelegt aus Steinen, bepflanzt mit robusten Sorten wie beispielsweise dem Hauswurz.

„Früher hatten wir mehr üppig-blühende Pflanzen, aber die Trockenheit erfordert ein Umdenken. Es tut mir weh, wenn es nicht regnet. Dann leide ich mit den Pflanzen.“ Der 65-jährige arbeitet jetzt sehr viel mit Rindenmulch als Bodenbedeckung – der schützt vorm Austrocknen. Als zweites bevorzugt er eine neue Auswahl an Pflanzen und zu guter Letzt durchstreift er den Garten immer mit seinem geliebten Ausstecher. Mit dem versucht er, Herr über das Unkraut zu werden. Ganz wird ihm das wohl nicht gelingen; zum Glück, denn die Gartenarbeit ist sein Fitness-Programm. Hier bücken, dort strecken, dann wieder unter die ausladenden Äste der Blautanne krabbeln. All das von Frühling bis Herbst. Ganz wichtig ist Rainer Linder auch der Verzicht auf Pestizide. „Keine Chemikalien – lieber den Ausstecher.“ Der Park wird dadurch auch zum Paradies für Tiere. Frösche und Eichhörnchen fühlen sich hier wohl. Der Hauswurz lockt Bienen und Hummeln an.

Im Winter genießt Rainer Linder ein anderes Hobby, dann repariert er alte Radios. In seinem Besitz befinden sich viele Ersatzteile um die alten Röhrengeräte wieder flott zu machen.

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