Bürgerinitiative gegen Ethylenoxidproduktion in Niederkassel gegründet

Die "Bürgerinitiative gegen Ethylenoxid - Keine Produktion in Niederkassel" möchte den Bau der PCC Anlage verhindern. Andere sehen die positiven Aspekte der neuen Chemiefabrik. Die Diskussionen nehmen zu.

Bürgerinitiative gegen Ethylenoxidproduktion in Niederkassel gegründet

Das Unternehmen PCC plant, wie berichtet, eine Produktionsanlage für Ethylenoxid am Evonik-Standort in Lülsdorf. Am 08. Februar fand dazu eine offizielle Informationsveranstaltung im Casino der Evonik statt über deren Inhalte und Verlauf machPuls informierte. Einige Anwohner der Orte Lülsdorf, Ranzel und Niederkassel sind inzwischen um ihre Gesundheit und Sicherheit besorgt. Der Grund: Ethylenoxid ist ein schnell entzündbares Gas. Es gilt bei Inhalation oder Kontakt als krebserregend und kann unter anderem genetische Defekte auslösen.

Gemäß Aussage von PCC soll die geplante Produktionsanlage eine Jahresgesamtkapazität von 180 Tausend Tonnen erreichen. Transportiert wird das Ethylenoxid, das auch Rohstoff für andere Chemiestandorte des Duisburger Unternehmens sein soll, auf der Straße, der Schiene und dem Wasser. Davon sollen 40 Tausend Tonnen vorwiegend per Schiene entlang der Strecke durch die Ortschaften Niederkassel und Rheidt transportiert werden. 140 Tausend Tonnen sollen durch fünf noch zu bauende weitere Anlagen vor Ort einer Weiterverarbeitung durch Fremdfirmen zugeführt werden. Das sogenannte Trimodale Containerterminal am Rhein ist Voraussetzung für den Transport. Es liegen noch nicht alle Genehmigungen vor, das Planfeststellungsverfahren mit der Bezirksregierung Köln dauert an.

Pro und Contra

Anwohner fragen sich, wie ein dauerhaft störungsfreier Betrieb in einem dicht bebauten Wohngebiet gesichert werden kann und was bei einem Unglücksfall passieren wird, da der Trümmerflug zusammen mit dem Explosionsluftdruck in einem Radius von drei Kilometern erhebliche Schäden verursachen würde.

Bürgerinnen und Bürger, die diese Sorgen teilen, haben deshalb am 28. Februar im Vereinsheim des Bürgerverein für Lülsdorf und Ranzel e.V. die Initiative "Bürgerinitiative gegen Ethylenoxid - Keine Produktion in Niederkassel" gegründet. Ihr Ziel ist es, die Planungen weiter zu verfolgen, zu informieren und wenn möglich, den Bau der Anlage zu verhindern. Erste Maßnahmen, die in vorderster Linie der Aufklärung dienen sollen, wurden bereits beschlossen. Im Anschluss ist eine Unterschriftenaktion vorgesehen.

Unter anderem in den sozialen Medien gibt es heiße Diskussionen zum Thema Ethylenoxidproduktion in Niederkassel. Neben den sorgenvollen Kommentaren sprechen sich auch einige User für die neue Anlage aus. Ihre drei Hauptargumente sind: Die Bezirksregierung Köln, die verantwortlich ist für die Genehmigung des Projektes, habe sehr hohe Sicherheitsstandards - statistisch sei ein Unfall in der neuen Chemiefabrik demnach sehr viel unwahrscheinlicher als beispielsweise Risiken im Straßenverkehr oder die Explosion in einem Ethylenoxidwerk in Spanien. Zudem gebe es durch die Evonik in Lülsdorf oder die Shell in Wesseling gleichartige Risiken in unmittelbarer Umgebung. Zu guter Letzt würde durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze die Wirtschaft von Niederkassel gestärkt.

Was denkt ihr über das Thema? Seid ihr pro Ethylenoxidproduktion oder seid ihr auf der Seite der Bürgerinitiative? Lasst einen Kommentar da!

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