Start des 2. Bauabschnitts der Ortsumgehung L332n bringt Lob und Kritik

Wie lange dauern die Bauarbeiten? Mit welchen Konsequenzen müssen die Verkehrsteilnehmer während der Bauzeit rechnen? Und: Welche Meinungen bestehen?

Start des 2. Bauabschnitts der Ortsumgehung L332n bringt Lob und Kritik

Seit Montag, 15.04.2019, baut Straßen. NRW weiter an der L332n Ortsumgehung Troisdorf-Sieglar/Eschmar. Zum symbolischen Spatenstich am 17.04.2019 hatten der NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und Elke Bisoke, Leiterin der Straßen. NRW-Niederlassung Rhein-Berg am Mittwochnachmittag, 17.04.2019 eingeladen. Troisdorfs Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski begrüßte neben zahlreichen Gästen auch Niederkassels Bürgermeister Stephan Vehreschild.

Was wird gebaut?

Nach dem ersten Bauabschnitt, der 2017 abgeschlossen wurde, wird mit dem 2. Bauabschnitt ab dem Kreisverkehr an der Rathausstraße (K29) die Sieglarer Straße unmittelbar an die A59-Anschlussstelle Troisdorf angeschlossen. Das erste Teilstück hat eine Länge von ca. 1,2 Kilometern. In den nächsten Teilstücken beginnen die Arbeiten 2020 und sollen 2025 abgeschlossen sein. Die Baukosten betragen 14,7 Millionen und ergeben sich durch die notwendigen sechs Brückenbauwerke.

Das erste Teilstück wird bis Herbst 2019 fertiggestellt sein und führt bis zur Evrystraße, die schließlich über den Kreisverkehr angebunden sein wird.

Welche Konsequenzen hat die Baustelle?

Während der gesamten Bauzeit wird die Evrystraße zwischen der Rathausstraße und dem Herderweg vollgesperrt. Für die Arbeiten an der Einmündung der Evrystraße wird die Rathausstraße halbseitig gesperrt und der Verkehr mit Baustellenampeln geregelt. Die Umleitung für den Kfz-Verkehr erfolgt über die Uckendorfer Straße und die K29. Radfahrer und Fußgänger werden über den Herderweg zur Rathausstraße geführt.

Welche Auswirkungen hat die Umgehung?

Der erste, ca. 2,6 Kilometer lange Bauabschnitt wurde im August 2017 für den Verkehr freigegeben und hat bereits für eine Entlastung der Ortsdurchfahrt Eschmar gesorgt: Fuhren hier vor der Freigabe werktags rund 12.000 Fahrzeuge, sind es seit der Freigabe noch 8.500. Die Verkehrsprognose für das Jahr 2030 rechnet mit einer weiteren Reduzierung.

Auch die Bewohner aus dem Süden Niederkassels profitieren von der schnellen Anbindung an die Autobahn A59 in Kriegsdorf, später dann auch Troisdorf, weil sie zukünftig nicht mehr durch Eschmar und Sieglar fahren müssen.

Welche Meinungen bestehen?

Viele Autofahrer stellen sich die Frage, warum man auf dem 1. Teilstück eine Lichtsignalanlage und keinen Kreisverkehr gebaut hat. Die Ampelanlage führt zu längeren Wartezeiten, ein Kreisverkehr würde zudem die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer reduzieren, denn die dort vorgegeben 70 bzw. 50 km/h werden oft überschritten. Auf Nachfrage bei Straßen. NRW hieß es dazu, die Lichtsignalanlage hebe die Bevorrechtigung der Umgehungsstraße L332n hervor, die auch erwünscht sei.

Da hat jemand kläglich versagt

Bauzeit und Kosten rufen die Troisdorfer SPD auf den Plan. In einer Pressemitteilung schreibt SPD-Vorsitzender Frank Goossens: „Das Land baut in Leverkusen in 6 Jahren eine achtspurige Brücke für 600 Millionen Euro über den Rhein. Und in Troisdorf soll der Teilbauabschnitt einer Landesstraße für 15 Millionen Euro bis 2025 dauern? Sein Fazit: „Da hat jemand kläglich versagt!“

Etwas neidisch und auch mit Unverständnis schaut man aus Niederkassel nach Troisdorf. „Während Troisdorf mal wieder einen weiteren Fortschritt bei der Entlastung von Ortsstraßen verzeichnen kann, sind die Niederkasseler weiterhin im Hintertreffen. 1987 gab es eine Bürgerumfrage zur L 269, die große Zustimmung zum baldigen Bau brachte. Bereits 2005 wurde der erste Bauabschnitt eingeweiht. Und jetzt - 14 Jahre später - warten die Niederkasseler immer noch auf die Fortsetzung des Straßenbaus“, so Frieder Reusch (SPD) in einer Pressemitteilung.

Zahlen, Daten, Fakten

  • Streckenlänge: 1,2 Kilometer

  • Bauzeit: April 2019 bis 2025

  • Neubau von sechs Brückenbauwerken

  • Kosten: 14,7 Millionen Euro

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