Eine (un)endliche Geschichte: die Ortsumgehung L269

Eine (un)endliche Geschichte: die Ortsumgehung L269

Eine (un)endliche Geschichte: die Ortsumgehung L269

Kleiner Rückblick

Bereits in den 1980er Jahren gab es in den Straßenkarten einen Hinweis auf die Ortsumgehung von Ranzel, und die Hoffnung auf einen baldigen Baubeginn war groß. Noch größer war die Enttäuschung der Ranzeler*innen, durch deren Straßen der Verkehr nach Wahn floss, als sich auch bis Anfang der 1990er Jahre nichts tat. Vor allem der Schwerlastverkehr mit Gefahrguttransporten durch die enge Wahner Straße wurde zum Ärgernis.

Rund 20 Jahre nach den ersten Plänen zum Bau der Ortsumgehung rollten die Bagger endlich an und am 30. April 2005 konnten der damalige Bürgermeister Walter Esser und die stellvertretende Landrätin Uta Gräfin Strachwitz die Straße mit einem großen Bürgerfest für den Verkehr freigeben. Fortan rollte der Schwerlastverkehr, von der Autobahn kommend, direkt über die Umgehungsstraße und konnte diverse Firmen im Stadtgebiet ansteuern. Auch die Autofahrer*innen kamen nun schneller und ohne Stau nach Wahn, Libur, Lülsdorf, Zündorf und Langel. Die L269n führte nun an Niederkassel vorbei bis zur Marktstraße in Rheidt und endete dort. Vorausschauend hatten die Planer der Umgehungsstraße sogar einen Tunnel unter der L269 gebaut, um den sogenannten Elisensee, der als Badesee geplant war, zu erreichen.

Langes Warten zahlt sich aus: Bau des 1. Abschnitts der L269n Süd

Nachdem Ranzel und Niederkassel nun vom Durchgangsverkehr entlastet waren, sah man in Rheidt und Mondorf dem Weiterbau der L269n Süd hoffnungsvoll entgegen. Sollte doch durch die Umgehungsstraße auch das Mondorfer Gewerbegebiet angeschlossen werden, um Kund*innen, Handwerker*innen und Anlieferern den Umweg durch Mondorf zu ersparen. Doch lange passierte…nichts! Anwohner*innen in Rheidt und Mondorf protestierten mit Plakaten und Transparenten für einen Weiterbau.

Nun, im vergangenen Jahr, nach 16 Jahren, ging es mit dem Bau des 1. Abschnitts der L269n Süd weiter. Jetzt rollt der Verkehr auf dem 1,5 Kilometer langen Teilstück in Richtung Süden, von der Marktstraße bis zum Sportpark Süd. Am Kreisverkehr in Fahrtrichtung Mondorf /Rheinstraße ist allerdings Schluss. Die Direktorin von Straßen.NRW, Dr. Petra Beckefeld, fand bei der Eröffnung des 1. Bauabschnitts der L269n Süd passende Worte: „Es ist schön, etwas Fertiges zu eröffnen, auch wenn es nur etwas Halbfertiges ist“!

Und wie sieht es mit den weiteren Bauabschnitten aus?

Die Bauarbeiten für die restlichen zwei Kilometer der insgesamt 3,5 Kilometer langen Ortsumgehung sind in zwei Abschnitte gegliedert. Mit dem zweiten Bauabschnitt wird eine Verbindung von der Südstraße zur Rheinstraße (L332) geschaffen. Die Straße verläuft dann in einer geraden Linie vom Sportpark zwischen dem Mondorfer See und dem Gewerbegebiet entlang. Die Strecke beträgt ebenfalls ca. 1,5 Kilometer. Das Gewerbegebiet erhält mit einem Kreisverkehr eine Anbindung an die Rudolf-Diesel-Straße. Nach einem Kurvenverlauf schließt die L269n dann, ebenfalls mit einem Kreisverkehr, an die L332 an. Die dortige Industriebahn wird dabei in den Kreisverkehr integriert. Fußgänger*innen und Radfahrer*innen können zukünftig einen gemeinsamen Geh- und Radweg neben dem Kreisverkehr nutzen. Straßen.NRW baut in diesem Abschnitt zudem zwei Unterführungen als Querungsmöglichkeiten.

Der Bau des zweiten Bauabschnitts dauert voraussichtlich etwa ein Jahr. Der Baubeginn des zweiten Bauabschnitts kann aufgrund eines laufenden Klageverfahrens gegen den Planfeststellungsbeschluss noch nicht benannt werden.

Finanzierung für beide restlichen Bauabschnitte gesichert

Im dritten und letzten Abschnitt soll die L269n in einem großen Bogen über die Lerchenstraße verlaufen. Die Strecke beträgt etwa 500 Meter. Mit Hilfe einer Ampelanlage erfolgt der Anschluss an die bestehende L269 (Rheidter Straße). An diesem Knotenpunkt entsteht zudem eine Unterführung für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen, sodass diese ohne Wartezeit auf die andere Straßenseite gelangen können.

Durch die fertiggestellte Ortsumgehung werden sich schätzungsweise fünfzig Prozent (bis zu 7000 Kfz/Tag) des Verkehrsaufkommens verlagern und sich die Belastungen durch Verkehrslärm und Schadstoffe erheblich reduzieren. Neben der Entlastung des Niederkasseler Stadtkerns wird die L269n eine wichtige Verbindungsfunktion zwischen Köln und Bonn und zum überregionalen Straßennetz, insbesondere der B8 und der A59, übernehmen. Die Fahrzeit für den Durchgangsverkehr wird sich somit deutlich verkürzen.

Die Finanzierung der beiden restlichen Bauabschnitte ist gesichert und nach Rechtssicherheit kann sofort gebaut werden.

Logo