Das stinkt: Große Diskussion im Niederkasseler Stadtrat um Hundekotbeutel

Die Niederkasseler Stadtverwaltung stellt Hundebesitzern im gesamten Stadtgebiet Entsorgungsbeutel zur Verfügung. Das kostet jährlich 3600 Euro – finanziert wird das durch Steuergelder. Ist das gerechtfertigt?

Das stinkt: Große Diskussion im Niederkasseler Stadtrat um Hundekotbeutel

Die „Tretminen“ auf Bürgersteigen, in Grünanlagen, auf Spielplätzen und Feldwegen sind ein wiederkehrendes Aufreger-Thema. Dafür kann der Hund zwar nichts, der Hundehalter dafür schon. Entweder bekommt dieser beim Gassi gehen nicht mit, was sein Hund da fallen lässt, oder er ignoriert es schlichtweg. In Niederkassel sind derzeit 2549 Hunde gemeldet. Wenn davon ausgegangen wird, dass jeder Hundebesitzer zwei Hundekotbeutel pro Tag verbraucht, summiert sich das im Laufe eines Jahres auf umgerechnet 1.860.770 Beutel. Ein Teil davon wird jedes Jahr widerrechtlich in der Natur entsorgt oder auch gerne in den Gully an den Straßenrändern. Da der Großteil der verkauften Hundekotbeutel aus oxo-Kunststoffen besteht, gelangt auch eine große Menge an Mikroplastik in die Natur.

Uneinigkeit im Stadtrat über die teuren Tütchen

Die Stadtverwaltung stellt den Hundebesitzern in Niederkassel jedes Jahr 360.000 Hundekotbeutel über mehrere Beutelspender im Stadtgebiet zur Verfügung. Dabei handelt es sich um eine freiwillige Leistung. Derzeit belaufen sich die Kosten für die Beutel auf 3.600 Euro pro Jahr. Hierzu wurde, auf Antrag der SPD, die Verwaltung beauftragt, Alternativen zu den umweltschädlichen Plastikbeuteln zu suchen. Die wurden nun auch gefunden, sind allerdings nicht nur teurer, sondern auch weniger gut handelbar. Dies bestätige Ratsmitglied Rudolf Wickel (FDP), selbst Hundebesitzer. Wickel sagte, dass er die ganze Diskussion nicht verstehen könne. „Man sollte die Hundehalter an ihre Verpflichtungen erinnern. Ich bin Hundehalter und kaufe meine Beutel selbst. In einem Päckchen sind sechs Tüten, und die kosten 1.50 Euro. Jeder, der sich eine Hund leistet, sollte auch Geld für Hundekotbeutel haben“, so Wickel. Er lehnte die Bezuschussung durch die Stadt ab und sah angesichts der angespannten Haushaltslage hier die Möglichkeit, 3.600 Euro jährlich zu sparen. Dem Argument wollte Dano Himmelrath (CDU) nicht folgen. „Es ist gang und gäbe solche Beutel auszugeben. Wichtig sei es, wie schon im SPD-Antrag hervorgehoben, die Hundehalter durch eine flankierende Öffentlichkeitsarbeit zu sensibilisieren. So werde man unter anderem dem Steuerbescheid, den jeder Hundehalter einmal im Jahr bekommt, ein Informationsblatt beilegen.

Zutritt künftig nur mit Beutel?

Der 1. Beigeordnete Dr. Stephan Smith sagte, man habe bisher keine Möglichkeit, Hundehalter, deren Vierbeiner ihre Haufen in die Landschaft oder auf den Bürgersteig gesetzt hatten, zu sanktionieren, da die Beweispflicht hier schwierig sei. Man plane aber, wie in vielen Städten und Kommunen praktiziert, eine Mitführungspflicht für Hundekotbeutel einzuführen, denn das ließe sich sanktionieren und kontrollieren. Der Ausschuss beschloss, an zwei Stellen in Niederkassel jeweils einen Beutelspender für Papierbeuteln aufzustellen und pro Jahr maximal 10.000 Papierbeutel zu erwerben und diese zu bewerben. Weiterhin werde man die vorhandenen Beutelspender weiterhin wie bisher mit Recycling-Plastikbeuteln bestücken.

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