Kein Neubau des Helmut-Loos-Hallenbades (mit Video)

Das Helmut-Loos-Hallenbad in Lülsdorf steht wegen seines Zustandes schon lange in der Kritik. Der LüRa-Vorstand lud daher nun zu einer Mängelbesichtigung ein.

Kein Neubau des Helmut-Loos-Hallenbades (mit Video)

Das Hallenbad, erbaut 1969, wurde zwar 2000 und 2001 aufwendig renoviert und technisch verbessert, im Laufe der Jahre häuften sich jedoch die Reparaturen und die damit verbundenen temporären Schließungen des Hallenbades. Viel Geld musste die Stadt Niederkassel bisher in die Hand nehmen und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht.

Zu Beginn des Jahres hatten die Mitglieder des Rates daher zu entscheiden, wie es weitergehen sollte: Nur die notwendigsten Reparaturen erledigen, das Bad für vermutlich fast vier Millionen Euro umfangreich in rund 18 Monaten Umbauzeit zu sanieren oder ein neues Hallenbad, für vorsichtig geschätzte neun Millionen Euro, bauen. Der Rat kam letztendlich zu dem Schluss, dass man angesichts der kritischen Haushaltslage das Hallenbad sanieren wolle und von einem Neubau abstand nehme.

Mängelbesichtugung im Hallenbad

Diese Entscheidung wiederum rief die Mitglieder der Spielvereinigung Lülsdorf-Ranzel (SpVgg LüRa) auf den Plan, deren Vorstand für einen Neubau warb. Um auf den schlechten Zustand des Schwimmbads vor Ort hinzuweisen, lud der Vorstand am Montagmorgen daher zu einem Pressetermin ein. Bürgermeister Stephan Vehreschild, Mitglieder des Rates der Stadt, Vertreter der DLRG sowie Katharina Gebauer (MdL) ließen sich durch das Hallenbad führen und besichtigten neben den Duschen und Umkleiden auch den Kellerbereich.

„In der Dusche riecht es wechselweise noch Duschzeug oder Kloake, je nachdem, wie die Lüftung funktioniert. Der Kleinkindbereich ist im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt, weil die Markise sich nicht richtig einfahren lässt“, so der 1. Vorsitzende der LüRa, Dominik Schreiter, der gemeinsam mit Kassenwart Heiko Körte und Sascha Porten, Vorsitzender der LüRa-Schwimmabteilung, die Besucher informierte.

Im Keller gab es neben der zu erneuernden Filteranlage u.a. Spuren der Undichtigkeiten des Beckens, auf dem seit Jahren angegriffenen Beton zu sehen. Nach der Besichtigung traf man sich in der Eingangshalle wieder. Dabei erzählte Schreiter, das derzeit 250 Kinder für 2022 auf der Warteliste der LüRa ständen, um Schwimmen zu lernen. Offenbar ist ein Ausweichen in andere Schwimmbäder recht kompliziert, da es nur wenige Möglichkeiten in der Nähe gibt und die Miete für eine Stunde bei rund 350 Euro liegt. Schreiter wies noch einmal auf das neue Schwimmbad in Solingen-Vogelsang hin, dass für 9.2 Millionen Euro fertiggestellt wurde und genau den Wünschen der LüRa entsprechen würde.

Dem Wunsch konnte Bürgermeister Stephan Vehreschild allerdings nicht entsprechen.

„In keiner Kommune hier im Umkreis gibt es mehr Schwimmkurse als in Niederkassel. Da es keine Schwimmbäder im Umfeld gibt, wollen wir das Hallenbad auf jeden Fall halten. Aber es geht hier auch um die Frage, was ist gewollt, was ist machbar und was ist realistisch“, so der Bürgermeister.

Katharina Gebauer sagte, dass sich viele Kommunen leider keine Schwimmbäder mehr leisten würden, was sie sehr bedauere. Es sei sehr schwer, Schwimmkurse für sein Kind zu bekommen und sie begrüße das klare Bekenntnis der Stadt, das Schwimmbad erhalten zu wollen.

Renovierung statt Neubau

Auf die direkte Frage von Schreiter, ob es eine Möglichkeit gäbe, ein neues Schwimmbad zu bauen, sagte Vehreschild, dass man einen klaren politischen Beschluss habe, das Bad zu renovieren. Die Stadt sei nahe an der Haushaltsicherung und man könne nicht mal eben ein paar Millionen Euro ausgeben. „Wir sind froh, dass wir das Geld für die Renovierung im Haushalt haben. Das Geld für einen Neubau sehe ich derzeit nicht“, so Vehreschild. Der Bürgermeister sagte weiter, dass bei all denen, die derzeit bauen, die Kosten explodierten. So würden aus veranschlagten neun Millionen schnell 15 Millionen, die refinanziert werden müssten. Die Renovierung wäre nicht die glücklichste Lösung, aber der Stadt seien die Hände monetär gebunden. „Sollte das Land mal ein Förderprogramm für Schwimmbäder auflegen, wären wir sofort dabei“, so Vehreschild an Katharina Gebauer gewandt.

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