Mysteriöses Meisensterben auch hier - so kann jeder helfen

Ein Bakterium tötet momentan viele Blaumeisen. Die häufig in deutschen Gärten vorkommende Vogelart leidet sehr. Do mit einfachen Mitteln kann man die Meisen unterstützen.

Mysteriöses Meisensterben auch hier - so kann jeder helfen

Seit Anfang März ist eine ungewöhnlich hohe Zahl an kranken und verstorbenen Blaumeisen aufgefallen. Deutlich über 8.000 Fälle toter und kranker Blaumeisen  sind gemeldet worden. Die Meldungen deuten auf eine Konzentration im Dreiländereck zwischen Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen sowie im nördlichen Nordrhein-Westfalen und Teilen Niedersachsens hin. Die Experten und Expertinnen des NABUs vermuteten, dass das Bakterium "Suttonella ornithocola" dafür verantwortlich sein könnte. Dies bestätigten vor Kurzem auch mehrere Landesuntersuchungsämter. Die infizierten Vögel wirken apathisch und reagieren nicht mehr auf ihre Umwelt. Atemprobleme, verklebte Augen und das Ausfallen von Teilen des Kopfgefieders sind weitere Symptome. Die Meisen nehmen außerdem kein Futter mehr auf oder können anscheinend nicht mehr schlucken. „Das Klingen der zwitschernden Blaumeisen, die in den Bäumen von Ast zu Ast hüpfen, sollte den Frühling einleiten. Doch zur Zeit zeigt sich für viele Vogelfreunde ein trauriges Bild“, so Birgit Simon, Vorstandsmitglied des NABU Rhein-Sieg. Von dem Bakterium sind vor allem die kleinen Meisenarten betroffen, das heißt neben den weit verbreiteten Blaumeisen wohl auch die selteneren Arten, wie Tannen- und Haubenmeisen. Die etwas größeren Kohlmeisen sind bisher deutlich weniger betroffen.

Wie kann man helfen?

Um die Ausbreitung der Krankheit zu verringern, sollte man Futter- und Badestellen für Vögel im eigenen Garten beseitigen, damit sich die Meisen dort nicht anstecken können, spätestens nachdem eine kranke Meise im eigenen Garten beobachtet wurde. Des Weiteren sind Fälle von kranken oder offensichtlich an der Krankheit verstorbenen Vögeln über das Meldeformular hier zu melden.

Gerade gestorbene Vögel sollten die Finder unter Einhaltung nötiger Hygienemaßnahmen und ohne den Vogel zu berühren luftdicht verpacken und im Eisfach aufbewahren. Nach Ostern sollten die Tiere an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg oder nach vorheriger Rücksprache an das zuständige Kreisveterinäramt geschickt werden.

Logo