Niederkasseler Persönlichkeiten |Teil 3

Es gibt in Niederkassel viele bemerkenswerte Menschen. Heute wollen wir euch eine fünfte Person vorstellen. Er ist Sport-Forscher, Trainer und war Lehrer.

Niederkasseler Persönlichkeiten |Teil 3

Es geht um Wolfgang Rehmer. Er kommt aus Rheidt und lebt schon immer für die Leichtathletik. Schneller, höher, weiter, ist dort das Credo. Schneller laufen, höher springen und weiter werfen als die anderen. Da fühlt sich Wolfgang Rehmer zu Hause. Die natürlichen Bewegungsabläufe faszinierten den Rheidter schon von klein auf. Groß geworden ist er in Hennef und Troisdorf, dann zog es den damals jungen Lehrer mit seiner Frau Dorothee nach Rheidt. Von 1974 bis 2010 unterrichtete er Sport und Chemie am Kopernikus Gymnasium in Lülsdorf. Ein nicht unwesentliches Detail hierbei: er war 30 Jahre für den Stundenplan zuständig. Dazu später mehr.

Noch heute zeigt sich der 75-jährige drahtig; das Sportabzeichen macht er jedes Jahr mit links. Mitglied in der LüRa ist er seit 44 Jahren und in der Troisdorfer Leichtathletik Gemeinschaft seit über 30 Jahren. Seit er vor zehn Jahren den Ruhestand antrat, befasst sich Rehmer nun noch intensiver mit der Geschichte der Leichtathletik in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis. Er schuf als Autor zahlreiche Berichte und Tabellen, die einen hohen Aufwand an Recherche verlangten. Oft war es der Zufall, der ihm weiterhalf, aber auch die guten Kontakte zu anderen Sportlern oder den Archivaren der Städte und Privatsammlern. Viele Telefonate und persönliche Gespräche gehören zu seiner Arbeit, auch das Stöbern in Archiven. Eine heute 94-jährige Sportlerin überlies ihm „Schätze aus vergangenen Zeiten“ direkt in ihrer privaten Sammelmappe. Jeder, der Rehmer seine Sport-Fotos zum Kopieren gibt, macht ihm eine große Freude, denn die sind ziemlich rar. An der 120-seitigen Chronik für Bonn und den Kreis arbeitete er fünf Jahre. Dies ist die Grundlage für seine Berichte. Sie finden sich im Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises von 2016, in zwei Troisdorfer Jahresheften (2016 und 2019) und im Niederkasseler Heft von 2018. Gerade arbeitet er an der Geschichte der Leichtathletik von 1817 bis zum 2. Weltkrieg, zugeschnitten auf den Rhein-Sieg-Kreis und Bonn. Sie wird in zwei Monaten veröffentlicht.

Die Corona-Zeit nutze er um für alle Städte des Kreises die Entwicklung der leichtathletischen Stadtrekorde darzustellen. Er stellt seine Arbeiten gerne anderen zur Verfügung. Auch hat er auf der Homepage www.Leichtathletik-BRS.de mitgewirkt. Hier, unter den ältesten Kreisrekorden, findet sich auch sein Name: seit 45 Jahren ungeschlagen in der Disziplin 5-Kampf-Mannschaft zusammen mit Walter Mössle und Ulrich Schmedemann. Als Trainer betreut Rehmer auch heute noch Mädchen im Stabhochsprung bei der Troisdorfer Leichtathletik Gemeinschaft. Er blickt auf ganze 55 Jahre als Trainer zurück.

Hierzu eine Anekdote aus seiner Zeit als Lehrer: Den damals noch acht Meter breiten Stundenplan, als Stecksystem, kannte Wolfgang Rehmer auswendig. Sehr zum Leid der schwänzenden Schüler, die ihm nie eine Lüge über ausgefallenen Stunden auftischen konnten, aber auch sehr zur Freude von Sabine Schulte. In der Planung – so das offene Geheimnis – legte Rehmer die Stunden so, dass die Turnhalle, Sabine Schulte und er öfters in der Woche freie Zeiten hatten (Sabine Schulte war eine seiner erfolgreichsten Athletinnen, u. a. 1997 Deutsche Hallenmeisterin im Stabhochsprung, 1998 Deutsche Freiluftmeisterin im Stabhochsprung sowie bei der Universiade 2001 in Peking Gewinnerin der Silbermedaille). Ein sehr dichtes Training war so für die Athletin möglich. Der Erfolg war gewiss. Dabeisein ist eben doch nicht alles.

Über seine zukünftige Arbeit als Sport-Forscher denkt Wolfgang Rehmer: „Kein Ende in Sicht“.

Hier geht’s zum 1. Teil der Niederkasseler Persönlichkeiten.

Hier geht’s zum 2. Teil der Niederkasseler Persönlichkeiten.

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