KGS Niederkassel soll Gemeinschaftsgrundschule werden

Innerhalb der Elternschaft der KGS Niederkassel hat sich ein Arbeitskreis „Schulartänderung“ gebildet, der einen Verfahrensantrag an das zuständige Schulamt stellen möchte, um die katholische Grundschule in eine Gemeinschaftsgrundschule umzuwandeln.

KGS Niederkassel soll Gemeinschaftsgrundschule werden

In Nordrhein-Westfalen haben die Eltern einer Grundschule die Möglichkeit, ein Verfahren zur Schulartänderung (Umwandlung der Schulart) auszulösen. Dies ist durch §27 des Schulgesetzes geregelt. Lehrer, Schulleitung oder ortsansässige Bürger haben keinerlei Mitbestimmungsrechte bei diesem Verfahren. Dazu müssen in einem ersten Schritt mindestens 10 % der abstimmungsberechtigten Eltern den Antrag zur Schulartänderung ausfüllen und unterschreiben, bevor das Verfahren eingeleitet werden kann. Diese erste Vorgabe wurde mit großer Mehrheit erfüllt.

Große Mehrheit der Eltern für Umwandlung der Schule

Stefanie Hentschel, Mutter von zwei Kindern, darunter ein KGS-Schüler, und eine der neun Mitglieder des Arbeitskreises „Schulartänderung“ sagte dazu auf Nachfrage von machPuls: „Es wurden 210 Stimmen für die Schulartänderung ausgezählt. Das sind bei 293 Schülern mehr als 70 % der Elternschaft, die sich für die Umwandlung der KGS Niederkassel in eine Gemeinschaftsgrundschule ausgesprochen haben. Die Stadt Niederkassel ist über unser Vorhaben informiert und wir haben mit Bürgermeister, Beigeordneten und den zuständigen Fachbereichsmitarbeitern Gespräche geführt. Ebenso wurde der zuständige Pfarrer schriftlich benachrichtigt“, so Stefanie Hentschel.

Nächste Abstimmung im Januar 2022

Der nächste Schritt erfolgt nun im Januar 2022. Dann kann die Stadt Niederkassel das zweite Abstimmungsverfahren als Schulträger durchführen. Dazu muss die Entscheidung in ortsüblicher Weise bekannt gemacht werden und den Abstimmungsberechtigten ist mitzuteilen, dass sie über den Antrag abstimmen können. Die Abstimmung der Eltern muss nach § 8 Abs. 4 (Verordnung über das Verfahren zur Bestimmung der Schulart von Grundschulen und Hauptschulen (Bestimmungsverfahrensverordnung – BestVerfVO) vom 08.03.1968), geheim und in einem öffentlichen Gebäude sowie innerhalb von drei Werktagen durchgeführt werden. Bei einem Abstimmungsverfahren über die Umwandlung von Schulen kann der Schulträger alternativ zu dem in Absatz 4 geregelten Verfahren festlegen, dass Eltern ihre Stimme per Briefwahl abgeben können. „Wir hoffen hier auf ein Einlenken der Stadt Niederkassel als Schulträger, denn wenn 293 Eltern, teils mit Kindern, innerhalb von drei Tagen ins Rathaus kommen müssen, würde das allen öffentliche Appellen zur Kontaktreduzierung in Coronazeiten widersprechen“, so Stefanie Hentschel.

Für eine erfolgreiche Umwandlung müssen mehr als 50 % der abstimmungsberechtigten Eltern für die Schulartänderung stimmen. Hierbei kommt es aber, im Gegensatz zur ersten Abstimmung, auf jede Stimme an, da nicht abgegebene Stimmen als Gegenvotum gezählt werden. Bei Fragen können sich Eltern an den Arbeitskreis„Schulartänderung“ unter E-Mail GGS.Ndk@gmx.de wenden.

Begründung für den Antrag auf „Schulartänderung“

  • Stand heute gehören nur noch knapp 35% (103 von insgesamt 293 Kindern) der Schülerschaft der katholischen Konfession an

  • Vielfältigkeit bestimmt den schulischen Alltag (ökumenische Gottesdienste, offener Umgang mit unterschiedlichen Religionen)

  • Die KGS ist die wohnortnahe Schule für alle Kinder aus Niederkassel, unabhängig von ihrer Konfession

  • Die Einstellung von Lehrkräften (u.a. Sonderpädagogen) und die Besetzung der Schulleitung sollen erleichtert und daher ebenfalls konfessionsunabhängig erfolgen

Die Landesverfassung Nordrhein-Westfalen definiert die beiden Schularten wie folgt (Art. 12, Abs. 3):

In Gemeinschaftsschulen werden Kinder auf der Grundlage christlicher Bildungs- und Kulturwerte in Offenheit für die christlichen Bekenntnisse und für andere religiöse und weltanschauliche Überzeugungen gemeinsam unterrichtet und erzogen.

In Bekenntnisschulen werden Kinder des katholischen oder des evangelischen Glaubens oder einer anderen Religionsgemeinschaft nach den Grundsätzen des betreffenden Bekenntnisses unterrichtet und erzogen.

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