Premiere: Frühlings-Aufführung des Theaterverein Rheidt

Am Samstag, den 30. April 2022 lud der Theaterverein 1930 Rheidt e.V. zur Premiere der diesjährigen Frühjahr-Inszenierung "Romeo und dat Julchen", angelehnt an William Shakespeare, in die Aula der Alfred-Delp-Realschule ein.

Premiere: Frühlings-Aufführung des Theaterverein Rheidt

Nach dem großen Erfolg der U30 im Jahr 2014 waren die Verantwortlichen davon überzeugt, mit der Inszenierung "Romeo und dat Julchen 2.0", nach dessen Überarbeitung und Modernisierung (Petra Sandow, Johannes Stett, Norman Klar) und einer generationenübergreifenden Rollenbesetzung, an den damaligen Erfolg anzuknüpfen. Begrüßt wurde das Premierenpublikum von Petra Sandow.

Handlung und Besetzung der Frühlings-Aufführung

Im Zuge eines Zeugenschutzprogrammes muss die Kölner Familie Backarsch, bestehend aus Mandy (Heike Klein) und Sandy (Petra Sandow), Tochter Julia (Sandra Lis) sowie Julias Schwestern, Chantal (Shirin Stett) und Chanel (Alina Kuhlemann), nach Düsseldorf umsiedeln. Die Bürgermeisterin (Kirsten Geller) heißt die Familie willkommen. Dort lernt Julia anlässlich der Eröffnungsparty von "Mandys Grillstation" den Düsseldorfer Charmeur Romeo (Daniel Gomez-Sandow) kennen und die beiden verlieben sich ineinander.

Romeos Mutter Maximiliane von Hochnas (Waltraud Rosenbaum), die für ihren Teint bei Dr. Schiwago Botox-Spritzen erhält, und Romeos Vetter Cedric (Martin Kuhlemann) sind entsetzt als sie von der Beziehung erfahren. Der Frauenheld des ansässigen Golfclubs, der in fester Beziehung mit Rosalinde (Kristin Klein) steht, verliebt sich spontan in die Kölnerin Julia…das geht natürlich gar nicht!

Die zwei Emanzen Chantal und Chanel sehen in Düsseldorf nur Sackgesichter und drohen dem Casanova Prügel an, da sie in dem naiven Dennis (Sascha Paulus) aus Köln-Hürth, bereits einen passenden Liebhaber für Julia gefunden haben - nur Julia möchte ihn nicht haben, obwohl er sogar ganze Sätze sprechen kann.

Die beiden Liebenden halten trotz aller familiären Schwierigkeiten zueinander. Während eines Handgemenges wird Dennis von Romeos Golfschläger getroffen und in die Klinik eingeliefert. Die Polizistin (Kirsten Geller) ermittelt wegen Totschlags und fahndet nach Romeo, während Julia verzweifelt.

Eine lispelnde Sozialarbeiterin namens Nanny (Miriam Linnartz) möchte Julia durch einer ausgefallene Hähnchenmarinade helfen, welche Julia für eine Weile scheintot macht. In diesen Plan wird Romeos Vetter Cedric eingebunden. Das Gejammer der Familie bei Julias angeblichem Tod ist groß und die Pfarrerin (Erika Reichelt) hat Mühe sich Gehör zu verschaffen.

Nach einem großem Finale, bei der Maximiliane gesteht, gebürtig aus Köln-Nippes zu sein und Dennis putzmunter auf der Bildfläche erscheint, buhlt das Kölner Kampfgeschwader Chantal und Chanel nun ihrerseits um den patenten Dennis.

Im Gegensatz zu William Shakespeares Tragödie, werden nach der Erkenntnis beider Familien, fortan Julia und Romeo gemeinsam als Liebespaar ihr weiteres Leben fortführen.

Erfahrungsbericht zur Premiere

Eine lebhafte Inszenierung, spritzig und unterhaltsam, oftmals mit Szenenapplaus bedacht, die sich gegenüber der Aufführung von 2014 nicht zu verstecken braucht. Intelligenzbestie Dennis entwickelt sich zum Publikumsliebling und erntet schon bei seiner Namensnennung Applaus.

Darstellerinnen und Darsteller ergänzten sich hervorragend und liefern eine perfekte Inszenierung über Vorurteile und Akzeptanz ab. Die Prologe vor den einzelnen Akten, von Johannes Stett bzw. Markus Linnartz, kommen jeweils aus der Feder v. W. Shakespeare.

Als Debütantin wirkte Erika Reichelt als Pfarrerin und Gast mit. Des Weiteren trugen Rebecca Winkler und Carsten Salz (Ton, Licht, Technik), Franziska Könighorst (Souffleuse), Günter Pieck (Musik) sowie das Team (Regie, Kostüme, Requisiten) und das Gastro-Team zur Premiere des rasanten Dreiakters bei.

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