Eine Hochwasserschutz-Übung mit Niederkassler Charakter

Für das Sicherheitsgefühl der Niederkassler und den ausgefeilten Schutz vor einem möglichen 200-jährlichen Hochwasser fand am Donnerstag eine Übung in der Lülsdorfer Uferstraße statt.

Eine Hochwasserschutz-Übung mit Niederkassler Charakter

Bereits 1989 begann die Stadt Niederkassel mit der Sanierung und Erhöhung des Rheindeichs in Niederkassel Reidt. Durch Einbringung einer Spundwand im Bereich der Lülsdorfer Burg und der Erhöhung des vorhandenen Deichs bis an das Hochufer der EVONIK AG im Jahr 2006 wurden weitere Schutzmaßnahmen getroffen. Mit der Altdeichsanierung zwischen Lülsdorf und Langel sowie dem Bau des Retentionsraumes im Langeler Bogen, als Gemeinschaftsprojekt der Städte Köln und Niederkassel, konnte man den Hochwasserschutz weiter vorantreiben.

Notwendige Verbesserungen am Rhein Hochufer

Die Fertigstellung des letzten offenen Teilstücks war der Bau der 150 Meter langen Hochwasserschutzmauer in der Uferstraße im Herbst 2011. Die Hochwasserschutzmauer wurde als Ortbetonmauer mit einer Natursteinverkleidung für ein BHW 200 (Hochwasser mit 200-jährlicher Eintrittswahrscheinlichkeit) gebaut.

Diese Verbesserung war zwingend notwendig, da der natürliche Schutz im Bereich zwischen Schneppenweg und dem Ende der Uferstraße wegen der niedrigeren Geländehöhe nicht mehr ausreicht. Die direkten Anlieger und auch weite Teile von Lülsdorf und Ranzel waren gefährdet.

Um die Bewohner nicht in ihren Eigenheimen einzusperren, musste die 1,20 Meter hohe Mauer an der Häuserseite mit Durchgängen gebaut werden. Den Schutz garantieren hier sogenannte Dammbalkenelemente.

Die Räume zwischen den Mauern werden im Hochwasserfall mit diesen Elementen aus Aluminium geschlossen. Die Elemente sind vier Meter lang und erleichtern im Katastrophenfall die Arbeit der Helfer, denn ein Sortieren ist nicht notwendig.

Diese Maßnahmen werden regelmäßig überprüft.

Dazu kamen am Donnerstag die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, deren Aufgabe im Katastrophenfall die Deichsicherung ist. Dort wurden die Einlassschienen für die Dammbalkenelemente überprüft, eine Gummidichtung auf der Erde angelegt, sowie die Dammbalken in die Verbindungen zwischen den Torzufahrten eingefügt.

Mit vor Ort waren neben dem 1. Beigeordneten Helmut Esch und dem Beigeordneten Dr. Stephan Smith auch Vertreter von Feuerwehr, Ordnungsamt, Bauamt und Wasserwerk. Auch der Architekt Fabian Bongartz vom Ingenieurbüro HEBO war zur Übung gekommen, denn er hatte im Jahr 2011 die Planung und Gestaltung der Hochwasserschutzmauer übernommen, die damals nicht bei allen betroffenen Anwohnern gut ankam.

Heute, so Bongartz, wären die Anwohner zufrieden mit der Ausführung, die sich durch die Natursteinverkleidung gut in die Örtlichkeit einfüge.

Problematischer Hochwasserschutz des Schneppenhofs

Die historische Einfriedungsmauer wurde auf einer Länge von 35 Metern durch eine 50 Zentimeter hohe starke Betonwand neu errichtet. Dabei wurden die alten Zaunelemente verwendet, sodass der Stil der Mauer erhalten blieb. Die gesamten Baumaßnahmen fanden im Jahr 2010/11 statt, wobei sich die Baukosten auf 420.000 Euro beliefen. Der Übungseinsatz verlief reibungslos.

Wenn auch alle Beteiligten hoffen, dass der Hochwasserfall nicht eintritt, so ist man in Niederkassel, im Gegensatz zu manchen Nachbarstädten, bestens für ein BHW 200 gerüstet.

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