Positionierungen zur Rheinquerung werden in Frage gestellt

Brücke?, Tunnel?, Null-Variante mit anderen Lösungen für die Verbesserung der Verkehrssituation in der Region? Die Diskussionen nehmen zu - auch die Politik mischt mit.

Positionierungen zur Rheinquerung werden in Frage gestellt

Der Ton zum Thema Rheinspange 553 wird rauer je mehr Ergebnisse vorliegen und je konkreter das Vorhaben wird. - zumindest in den sozialen Netzwerken. Eins scheint inzwischen allen bewusst geworden zu sein: Das Niederkasseler Stadtgebiet liegt genau im Planungsraum und ist von allen derzeit diskutierten Optionen betroffen - Meinungsverschiedenheiten sind da vorprogrammiert. Die Befürworter sehen also eher positive Aspekte, wie Staureduktion und Stärkung der Region, die Gegner betonen negative Auswirkungen, beispielsweise vermehrter Lärm, Luftverschmutzungen und mögliche Minderungen von Grundstückswerten.

Viele Bürgerinnen und Bürger sprechen sich daher für eine Tunnellösung aus. Es gilt dabei zu beachten, dass bei der nördlichen Variante für eine Rheinquerung mit der Anschlussstelle Godorf lediglich ein (sinnvoller) Verknüpfungsbereich zur A555 zur Verfügung steht. Diese Anschlussstelle liegt so nah am Rhein, dass von hier aus eine Rheinquerung per Tunnel technisch nicht möglich ist. Die geforderte Tunnellösung ist damit nur im südlichen Planungsraum denkbar.

Es ist doch verwunderlich, dass die CDU sich jetzt festlegt. (Matthias Großgarten)

Die CDU-Verbände und Fraktionen aus Bornheim, Niederkassel und Wesseling in der Region forderten zuletzt ebenfalls eine Tunnellösung, da nur diese für die im Planungsraum lebenden Menschen tragbar sei. Finanzielle und technische Herausforderungen gelte es zu lösen.

Auch für die SPD im Rhein-Sieg-Kreis steht fest, dass eine neue Rheinquerung mit Schienenverkehr notwendig ist, um den Stillstand in der Region zu stoppen. Die Positionierung der CDU kritisiert die SPD jedoch. Sie verweist auf die Bürgerbeteiligung bei dem Projekt, die ad absurdum geführt werde, wenn man sich bereits im Vorfeld auf eine Lösung festlegt und alles andere kategorisch ausschließt. „Es ist doch verwunderlich, dass die CDU sich jetzt festlegt. Erst letztes Jahr hat sie sich in Niederkassel ausdrücklich für eine offene gleichwertige Prüfung aller Varianten ausgesprochen“, betont der Niederkasseler Kreistagsabgeordnete Matthias Großgarten.

„Null-Variante“ noch möglich?

Heiß diskutiert wird immer wieder, ob der Verzicht auf die Rheinquerung im Planungsraum überhaupt noch möglich ist. Die bisherige Arbeit an dem Projekt weise eindeutig darauf hin, dass die sogenannte Null-Variante kategorisch ausgeschlossen werde, vermuten Beteiligte an den Dialogforen. Offiziell hält sich Straßen.NRW zurück mit einer definitiven Aussage: Für Straßen.NRW bestehe ein expliziter Planungsauftrag für eine neue Autobahnverbindung. Dieser Auftrag entspricht jedoch noch keinem Bauauftrag, heißt es auf der Homepage des Projektes. Die Möglichkeit, dass wegen technischer, umweltfachlicher oder wirtschaftlicher Belange letztlich gar keine Variante realisiert wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht endgültig abzuschätzen. „Ziel ist es, eine planerische Lösung gemeinsam mit der Region zu suchen. Eine mögliche Trassenvariante wird dabei immer im Vergleich mit der Verkehrssituation im Jahr 2030 ohne eine neue Rheinquerung – also der „Null-Variante“ – betrachtet und entsprechend abgewogen“, so Straßen.NRW.

Allgemein ist das Ziel der Rheinspange, dass diese die Region verkehrlich entlasten soll. Ergebnisse einer Verkehrsuntersuchung mit zwei Beispieltrassen liegen inzwischen vor und diese zeigen grundsätzlich eine Reduktion des Verkehrs auf den Rheinbrücken in der Region. Offiziell ist jedoch weiterhin alles möglich. Bürgerinnen und Bürger sollten sich daher engagieren und ihre Ideen einbringen.

Termine in den nächsten Wochen

Wesseling:
Am 18.02.2020. um 18:00 Uhr steht die Rheinspange 553 auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung des Rats der Stadt Wesseling. Man erhofft sich vom Landesbetrieb Straßen.NRW Auskunft über verschiedene offene Fragen.

Langel:
Am 02.03.2020 gibt es einen Ersatztermin der Informationsveranstaltung zur Autobahnquerung der „Langeler Bürger gegen die Brücke durch den Auenwald“. Um 19 Uhr in der Jakob-Engels-Halle in Porz-Langel (Eingang über die Hintergasse)

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