Ranzeler Polizeihauptkommissar erhielt Rettungsmedaille des Landes NRW

Klaus Domnick konnte mit Mut und Geschick Schlimmeres verhindern

Ranzeler Polizeihauptkommissar erhielt Rettungsmedaille des Landes NRW

Dem Ranzeler Polizeihauptkommissar Klaus Domnick gelang es, gemeinsam mit seinem Kollegen Christoph Haas und dem Autofahrer Matthias Erdmann, durch beherztes Eingreifen einen führungslosen 32-Tonner auf der Autobahn A1 zu stoppen. Der Fahrer des LKWs war hinter seinem Lenkrad zusammengebrochen und das schwere Fahrzeug schrammte mit rund 7 km/h fast 20 Minuten an Leitplanke und Bordsteinkante der Autobahn entlang. Für diese gefährliche Rettungsaktion im Mai wurde das Trio nun von Ministerpräsident Armin Laschet mit der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

Was war passiert?

Die beiden Polizeihauptkommissare sollten an diesem Tag mit ihrem Einsatzwagen einen Schwertransporter begleiten. Als sie von der Polizeileitstelle über den führungslosen LKW benachrichtigt wurden, fuhren sie mit Sondersignalen zur A 1 in Richtung Remscheid. Hinter dem LKW hatte sich schon ein größerer Stau gebildet. „Wir konnten dann, dank der wirklich vorbildlichen Rettungsgasse, schnell auf Höhe des LKWs kommen“, erzählt Klaus Domnick. Den Stau verursacht hatten ein Lkw-Fahrer sowie der Fahrer eines Transporters vom WDR, die gemeinsam den Verkehr ausbremsten. Der Hebel auf der linken Fahrerseite des LKW, mit dem man von außen die Bremsen betätigen kann, war nicht zu erreichen. Dramatisch wurde die ohnehin schon angespannte Situation dadurch, dass sich wenige hundert Meter weiter eine Kuppe befand, nach deren passieren der LKW wahrscheinlich Fahrt aufgenommen hätte. Domnick, der auch Fahr- und Sicherheitstrainer bei der Polizei war, versuchte die gefährliche Situation zu entschärfen, indem er seinen Kollegen bat, während der Fahrt an die Beifahrertüre des LKWs zu kommen. Um die Fahrt auszubremsen setzte sich Domnick mit dem VW-Bulli vor den LKW und ließ diesen vorsichtig auf das Heck des Polizeifahrzeugs auffahren. Der knapp zwei Tonnen schwere VW-Bus der Polizei reichte zum Bremsen aber nicht und da auch die Türen, des mit kontinuierlich mit sieben Stundenkilometer fahrenden LKWs verriegelt waren, versuchten Erdmann und Haas vergeblich mit einem Kamerastativ des WDR die Seitenscheibe des LKWs einzuschlagen. WDR-Mitarbeiter Rolf Soth fand schließlich einen Hammer, durch dessen Schläge das Beifahrerfenster des Lastwagens barst. Der Langenfelder Erdmann kletterte über die Stoßstange und die Trittstufen ans Beifahrerfenster, entriegelte die Tür, stoppte den Motor und trat auf die Bremse. Danach sicherten Haas und Domnick mit Unterlegkeilen den LKW gegen ein weiteres Wegrollen. Für den Fahrer, der im Mittelbereich des LKWs lag, kam hingegen jede Hilfe zu spät. „Auch wenn es in anderen Medien so klang, war das kein unüberlegtes Handeln und ich sehe mich auch nicht als Held. Wir sind gezielt vorgegangen, haben koordiniert gehandelt und waren dabei stets auf Eigensicherung bedacht. Jeder hat das geleistet, was ihm möglich war. Dazu gehörte auch das umsichtige Ausbremsen des nachfolgend Verkehrs durch einen Lastkraftwagenfahrer sowie den WDR -Mitarbeiter“, so der Ranzeler Polizeihauptkommissar Klaus Domnick.

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