Fahrradklima-Test 2020 in Niederkassel: kaum Veränderungen zu 2018

Niederkassel erhält bei der Befragung von Radfahrenden auf einer Schulnotenskala eine Durschnittsbewertung von 3,87

Fahrradklima-Test 2020 in Niederkassel: kaum Veränderungen zu 2018

Der ADFC und die Stadt Niederkassel stellten im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2020 vor. Dabei konnte das bisherige Niveau gehalten, aber leider nicht verbessert werden. Im kreisweiten Vergleich liegt die Stadt im vorderen Mittelfeld und erreicht auf der Schulnotenskala eine Durchschnittsbewertung von 3,87.

Praktisch unverändertes Ergebnis zum vorherigen Test von 2018

Der Fahrradklima-Test ist eine Befragung von Radfahrenden, die vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums alle zwei Jahre durchgeführt wird. Bei der vorhergehenden Befragung 2018 war das Ergebnis für Niederkassel ebenfalls 3,87, es ist damit seit 2016 (3,86) praktisch unverändert.

Schlechte Noten unter anderem für ÖPNV-Mitnahme und Ampelschaltung

Gut bewerteten die Befragten in Niederkassel die Erreichbarkeit des Stadtzentrums (2,7) und die allgemeine Beteiligung am Radfahren (2,9). Nur etwas schwächer fielen die Bewertungen für die Möglichkeiten zum zügigen Radfahren (3,0), für Spaß am Radfahren (3,1) und für die Wegweisung (3,2) aus. Besonders schwache Noten gaben die Radfahrenden hingegen den Kriterien ÖPNV-Mitnahme (4,7), Falschparker-Kontrolle und Ampelschaltungen (beide 4,6) sowie Baustellenführung und Mischverkehr mit Kfz (beide 4,5). Für Peter Lorscheid, Sprecher des ADFC Niederkassel, zeigen sich hier typische Schwächen des Radverkehrs in Niederkassel: „Es gibt eben keine sinnvolle ÖPNV-Mitnahmemöglichkeit, die Ampelschaltungen orientieren sich nur an den Bedürfnissen der Autofahrer und der Radverkehr wird in den Ortsbereichen immer wieder auf die Fahrbahn gezwungen, weil dort kein Platz für Radwege vorhanden ist.“

Verbesserte Bewertung des öffentlichen Leihsystems

Im Vergleich zu 2018 sind die meisten Einzelmerkmale konstant bewertet oder leicht verschlechtert. Deutlich verbessert hat sich jedoch die Bewertung des öffentlichen Leihsystem, das aktuell mit 4,0 bewertet wird und damit 1,4 Notenstufen besser als zwei Jahre zuvor. Hier mache sich die Einführung des RSVG-Rades bereits positiv bemerkbar, sind sich ADFC und Verwaltung einig, obwohl das Leihsystem ja während des Befragungszeitraums gerade erst eingeführt worden sei. „Bei der nächsten Befragung könnte dies sich durchaus noch weiter verbessern, wenn mehr Niederkasseler positive Erfahrungen mit dem Leihsystem gemacht haben“, glaubt Peter Lorscheid, Sprecher der ADFC-Ortsgruppe Niederkassel.

Radnetz PLUS – Fähre City Bahnhof

ADFC und Stadtverwaltung haben für die nächste Befragung 2022 die Hoffnung, dass die Bewertung des Fahrradklimas sich nach Jahren der Stagnation wieder verbessern wird. Peter Lorscheid erwartet in dieser Hinsicht viel von dem im März vom Planungs- und Verkehrsausschuss beschlossenen Konzept ‚Radnetz PLUS – Fähre City Bahnhof‘, erste wesentliche Verbesserungen in den nächsten zwei Jahren, welche dann auch bereits für die Radfahrenden spürbar würden. „Am Mischverkehr auf Hauptachsen wie Rheidter Straße oder Porzer Straße wird sich auch künftig wenig ändern lassen, doch das Konzept sieht für den Radverkehr als Alternative eine durchgängige innerstädtische Radroute unmittelbar östlich der Bahnstrecke vor, die besonders für den Alltagsverkehr wichtig ist, da sie zahlreiche größere Geschäfte und Gewerbegebiete anbindet“, so Lorscheid.

Gemeinsam an einem Strang ziehen

Stephan Smith, technischer Beigeordneter in Niederkassel erläutert, dass die Finanzinvestitionen mit 1 Mio. € für die Ertüchtigung und Lückenschlüsse der Fahrradwege im aktuellen Doppelhaushalt so hoch sind wie noch nie. „Es ist unser politischer Auftrag, viel für den nachhaltigen Radverkehr zu tun. Hier sind wir an vielen Projekten beteiligt und hoffen, dass wir alle Akteure überzeugen können, mit uns am gleichen Strang auch in die gleiche Richtung zu ziehen“, so Bürgermeister Stephan Vehreschild.

Logo