Fahrrad-Schutzstreifen in Niederkassel?

Zum gemeinsamen Antrag von CDU und BN 90/Die Grünen, der Anlage von Fahrrad-Schutzstreifen in Niederkassel, gab es Diskussionen über deren Sicherheit für die Radfahrer.

Fahrrad-Schutzstreifen in Niederkassel?

Im Antrag hieß es dazu: „Das Mittel „Schutzstreifen für Radfahrende“ stellt eine kurzfristige und relativ kostengünstige Möglichkeit dar, in Ergänzung vorhandener Radwege eine sicherere und für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer deutlich sichtbare Aufwertung des Verkehrsmittels Fahrrad zu schaffen. Aufgrund der städtischen Topographie stellt die Nord-Süd-Achse eine sehr wichtige Verbindung innerhalb unserer Stadt dar.“

Matthias Großgarten (SPD) sieht große Risiken beim Befahren der Schutzstreifen. „Beim Fahrradschutzstreifen geht es im Kern darum, wie breit er ist. Die Autofahrer haben immer das Gefühl, dass ihre Spur direkt neben der Markierung anfängt. Sie halten bei zu schmalen Streifen dann weniger Abstand zum Radfahrer, als sie das ohne Markierung tun müssen“, so Großgarten. Auch der Niederkasseler Sprecher des ADFC, Dr. Peter Lorscheid, sieht dies skeptisch. „Den guten Willen der Politik sehe ich beim Prüfauftrag zur Einrichtung von Schutzstreifen. Ich habe hier allerdings wenig Hoffnung auf ein positives Prüfergebnis, gegenüber der letzten Prüfung, da sich faktisch nichts geändert hat; die erforderlichen Fahrbahnbreiten sind nicht vorhanden. Schutzstreifen unterhalb der Regelbreite lehnt der ADFC ab“, so Lorscheid. Hoffnungsvoll stimmen Lorscheid allerdings die Beschlüsse des Niederkasseler Planungs- und Verkehrsausschusses zum Radverkehr. Besonders große Hoffnungen weckt bei ihm das einstimmig beschlossene Konzept „Radnetz PLUS – Fähre City Bahnhof“. „Wir freuen uns, dass der Radverkehr derzeit von allen Fraktionen mit einer Vielzahl von Maßnahmen Rückenwind bekommen soll, bis hin zum Einstellen von Haushaltmitteln in sechsstelliger Höhe pro Jahr“, so Lorscheid.

Beim Anlegen von Schutzstreifen dürfte es zu Interessenskonflikten mit Autofahrern kommen, denn das Halten beziehungsweise Parken auf den Streifen ist in der Regel unzulässig.

Radfahrstreifen werden durch eine Markierung auf der Fahrbahn von den anderen Fahrspuren abgegrenzt. Der Radfahrstreifen ist besonders gekennzeichnet. Von der Fahrbahn ist er durch eine durchgezogene Linie (Zeichen 295) abgetrennt und häufig durch ein Fahrradpiktogramm gekennzeichnet. Der Schutzstreifen ist, anders als der Radfahrstreifen, nicht zwingend für den Radverkehr benutzungspflichtig. Er ist darüber hinaus ein Teil der eigentlichen Fahrbahn, durch eine gestrichelte Linie vom übrigen Verkehr abgegrenzt und oftmals durch ein Fahrradpiktogramm gekennzeichnet.

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