„Im Namen der Lüge“ - Eine Krimilesung

Am Freitagabend ging es in der evangelischen Auferstehungskirche nicht um das achte Gebot, sondern um einen spannenden, hochaktuellen und brisanten Kriminalroman mit fiktiven Ausflügen in rechtsradikale Kreise beim Verfassungsschutz.

„Im Namen der Lüge“ - Eine Krimilesung

Autor und Schriftsteller Horst Eckert schrieb Anfang der 1990er Jahre seinen ersten Kriminalroman. Zu der Zeit war er noch hauptberuflich als Journalist tätig, unter anderem bei der Lokalzeit, der Tagesschauredaktion und dem Sender Vox. Der Autor, der aus der Oberpfalz kommt und in Düsseldorf lebt, ärgerte sich über die Krimis, die damals so auf dem Markt waren. „Ich war enttäuscht von den vermeintlichen Kriminalexperten, die ihre Ideen da zu Papier brachten. Ich dachte mir, das kann ich besser. Zu einem Krimi gehört eine ordentliche Recherche. Daher habe ich mir Infos bei der Polizei geholt, denn ohne fachliche Unterstützung ist eine hart an der Wirklichkeit geschriebene Story nicht möglich“, so Eckert.

In dem Polit-Thriller geht es um eine fiktive Geschichte, die sich aber sehr nah an der Realität bewegt. Im Mittelpunkt steht Melia Khalid, die das Referat für Linksextremismus beim Inlandsgeheimdienst leitet. Ein Geheimpapier kündigt die Gründung einer neuen RAF an. Aber kann sie der Quelle trauen? Oder sind es vielleicht Mitarbeiter ihrer Behörde, die davon ablenken wollen, dass sie als Teil eines rechten Netzwerks einen Umsturz vorbereiten? Für diese Recherche habe Eckert allerdings nicht beim Verfassungsschutz angefragt, sondern Presseberichte gelesen und mit Fantasie und Einfühlungsvermögen Lücken gefüllt. Der Autor war selbst überrascht, als sich die rechtsradikalen Tendenzen in seinem Anfang des Jahres erschienenen Roman in den letzten Monaten tatsächlich bestätigten. Die Kritiker lobten den Thriller überschwänglich. „Ein hochbrisanter raffinierter Thriller“, „Aktueller kann ein Buch nicht sein“ und „Man möchte in Quarantäne bleiben und das Buch noch einmal lesen“, waren nur einige der begeisterten Kritiken.

Leider konnte der Veranstalter, „probiblio“, der Förderverein der Stadtbüchereien, Corona bedingt nur 23 Besucher in der Kirche begrüßen. Nummerierte Plätze, Mund-Nasen-Schutz, Listen mit Namen und Telefonnummern zur Nachverfolgung und Desinfektionsmittel für die Hände machten die Veranstaltung zu einer Herausforderung. Jana Morwinski von „probiblio“ zeigte sich trotzdem erfreut, dass die Lesung, wenn auch unter strengen Auflagen, stattfinden konnte. „Zum Glück durften wir den Kirchenraum für die Veranstaltung anmieten. Nur hier war das Hygienekonzept umsetzbar und genehmigungsfähig. Wir hätten nicht gedacht, dass unsere erste Lesung 2020 erst im Oktober stattfinden würde. Trotzdem sind wir froh, unserem treuen Publikum endlich wieder Literatur Live anbieten zu können“, so Jana Morwinski. Nach dem spannenden Abend konnten sich die Besucher ihre erworbenen Bücher vom Autor, der jetzt hauptberuflich als Schriftsteller arbeitet, signieren lassen.

Logo