Mondorfer Lux-Werft baut erstes Redaktionsschiff Deutschlands

Das multifunktionale Medienschiff der Media Pioneer, die Pioneer One wird zukünftig auf der Spree unterwegs sein

Mondorfer Lux-Werft baut erstes Redaktionsschiff Deutschlands

Gabor Steingart, der Gründer von Media Pioneer, bringt den Journalismus auf das Wasser. In absehbarer Zeit wird das von der Lux- und Schifffahrt GmbH gebaute Medienschiff "Pioneer One" im Berliner Regierungsviertel auf der Spree kreuzen. Die "Pioneer One" ist für das Team um Gabor Steingart der zukünftige Hauptsitz des Medienunternehmens - „ein Expeditionsschiff für eine neue journalistische Zeit“.

Optische Hingucker, architektonische Besonderheiten

Die Anforderungen für den Bau des Schiffes waren hoch, da die Pioneer One Heimat eines digitalen Journalismus und gleichzeitig Eventlocation sein sollte. Da in den Gewässern der Hauptstadt nur Tiefschwimmer fahren dürfen, weil die Brücken über der Spree nur eine maximale Höhe von vier Metern erlauben, musste das Schiff zudem ein architektonisches Raumwunder werden. Die Raumaufteilung sei dabei wie ein großes Puzzle, am Ende muss es passen.

Die Firmenleitung der Lux- und Schifffahrt GmbH stellte sich der Herausforderung und fertigte das gewünschte Schiff in einer Bauzeit von etwa acht Monaten. Bis zu seiner Fertigstellung waren laut Aussage der Werft etwa 70 Personen mit dem Projekt beschäftigt. Darunter Architekten, Techniker, Schiffsbauer, Monteure, Maler und Elektriker. Eingeplant waren 16.000 Arbeitsstunden. Etwa 70 Tonnen Stahl sowie 5 Kilometer Kabel mussten verbaut werden.

Auch optisch macht die "Pioneer One" etwas her. Dazu wurde der renommierte Lichtdesigner Michael Horst aus Düsseldorf verpflichtet, der für eine funktionale Beleuchtung der Redaktionräume und einer edlen Clubatmosphäre am Abend sorgte. Dafür sorgen kabellose Lampen am Arbeitsplatz sowie opulentes Design für ruhige Gespräche. Effektfeuer in den Fenstern und Lichteffekte an der Außenwand des Schiffes sorgen für optische Hingucker. Auf einem überdimensionalen LED-Laufband können Passanten vom Ufer aus aktuelle Nachrichten des Tages verfolgen.

Das 40m lange Schiff ist für maximal 200 Personen zugelassen. Das Hauptdeck ist tagsüber der Arbeitsplatz für etwa 30 Journalisten und kann abends oder am Wochenende als Eventlocation genutzt werden. Auf dem Sonnendeck können sich bei Veranstaltungen bis zu 100 Personen aufhalten. Im Inneren befindet sich unter anderem ein 82 m² großer Newsroom, ein Tonstudio sowie ein separates VIP-Zimmer für Gäste. TV- und Podcast Übertragungsmöglichkeiten sind also vorhanden.

Wichtig war, dass jede Menge Technik im Schiff untergebracht werden musste. Drei Internetprovider sollen dafür sorgen, dass die "Pioneer One" stets online ist, auch wenn es auf dem Wasserweg unter den Mauern der Brücken Berlins unterwegs ist. Im Bug des Schiffes ist der sogenannte Briefing-Room untergebracht. Dort treffen sich täglich die Redakteure zu Konferenzen und es werden Gespräche zwischen Experten und Clubmitgliedern stattfinden. Außerdem wird die Empore abends zum Rednerpult oder Talkshow-Studio.

Ab nach Berlin

Das Medienschiff trat nach zahlreichen Test- und Checkfahrten auf dem Rhein am Sonntag, den 10. Mai 2020 seine Reise nach Berlin an. Seit mehreren Tagen arbeiteten die Journalisten schon an Bord der "Pioneer One", die bis zur Abreise vor dem Werft-Gelände der Lux-Werft vor Anker lag. Mit der Fertigstellung des 1. Redaktionsschiffs in Deutschland haben die Schiffsbauer aus Mondorf gezeigt, dass sie zu den Experten ihrer Branche zählen und in der Lage sind viele Ideen auf wenig Raum in die Tat umzusetzen.

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