Kriminalstatistik 2020 für den Rhein-Sieg-Kreis und die Region Bonn

Am Montag wurde die landesweite und regionale Kriminalstatistik für das Jahr 2020 vorgestellt. Wie sah es vergangenes Jahr in der Niederkasseler Region aus?

Kriminalstatistik 2020 für den Rhein-Sieg-Kreis und die Region Bonn

Am Montag (08.03.2021) haben Landrat Sebastian Schuster und Kriminaldirektor Dirk Schuster die Polizeiliche Kriminalstatistik der Polizei im Rhein-Sieg-Kreis für das Jahr 2020 vorgestellt.

Landrat Schuster als Leiter der Kreispolizeibehörde konnte überwiegend positive Ergebnisse im Bereich der Kriminalitätsentwicklung vermelden. So ist die Gesamtzahl aller im Inland registrierten Straftaten im Jahr 2020 auf 16.891 Straftaten gefallen. Das ist ein Rückgang von rund 4% zum Vorjahr (2019: 17.579 Straftaten). Er betonte, dass dieser Erfolg kein kurzfristiger Effekt sei, sondern dass der Rückgang Teil einer kontinuierlichen Entwicklung seit dem Jahr 2014 darstellt. Damals mussten noch 23.114 Straftaten registriert werden.

Kriminalstatistik im Rhein-Sieg-Kreis liegt rund 33% untr Landesdurchschnitt

Durch den Rückgang der Gesamtzahl der Straftaten ist auch die Gefahr, im Zuständigkeitsbereich der Polizei Rhein-Sieg-Kreis (rechtsrheinischer Rhein-Sieg-Kreis ohne Bad Honnef und Königswinter), Opfer einer Straftat zu werden konstant rückläufig. Sie liegt bei 4.556 Straftaten pro 100.000 Einwohner und damit rund 33% unter dem Landesdurchschnitt. Damit zählt der Rhein-Sieg-Kreis zu den sichersten Regionen in NRW.

Trotz vieler positiver Entwicklungen mussten die Ermittler der Kriminalpolizei in 2020 häufiger wegen gefährlicher Körperverletzungsdelikte ermitteln als im Vorjahr, berichtete der Leiter der Kripo, Kriminaldirektor Schuster. Insgesamt war dies 470 Mal der Fall (2019: 405 Taten). Die befürchtete Zunahme der häuslichen Gewalten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie blieb aus (58 Fälle in 2019 zu 59 Fälle in 2020). Trotzdem stellte Kriminaldirektor Schuster heraus, dass eine Zunahme der Gewaltdelikte spürbar war, bei denen Täter und Opfer eine Vorbeziehung durch z.B. Familie, Freundeskreis oder Arbeitsstätte hatten.

Verschiebung der Kriminalität von der Straße ins Internet

Auch die Verschiebung der Kriminalität von der Straße ins Internet drückte sich in den statistischen Zahlen aus. Im Bereich der Internetkriminalität wurden 960 Straftaten registriert, davon sind rund 75% Betrugsstraftaten.

Beim Thema Betrug wurden Landrat Schuster und Kriminaldirektor Schuster deutlich, da die Täter es vielfach auf ältere Menschen und deren Erspartes abgesehen hatten. Bekannte Stichworte wie "Enkeltrick" und "falsche Polizeibeamte" fielen in diesem Zusammenhang. Kriminaldirektor Schuster stellte dar, dass fast die Hälfte aller Taten aus dem Ausland verübt wurde. Beide appellierten an Angehörige, Freunde und Nachbarn, die polizeiliche Kriminalprävention zu unterstützen und potentielle Opfer vor skrupellosen Tätern und deren Vorgehensweisen zu warnen.

Abschließend stellte Landrat Schuster fest, dass der Rhein-Sieg-Kreis in den letzten Jahren sicherer geworden ist und das dies ein Ansporn für seine Polizistinnen und Polizisten ist, auch im Jahr 2021 mit vollem Engagement für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu arbeiten.

Die komplette Jahresstatistik mit detaillierten Daten ist hier einzusehen: https://url.nrw/SU2021-PKS2020

Bonn: Weniger Straßenkriminalität, Raub und Wohnungseinbruch - mehr Straftaten insgesamt

Im vergangenen Jahr sind die Fallzahlen bei der Straßenkriminalität, den Raubdelikten und beim Wohnungseinbruch zurückgegangen. Gleichzeitig ist aber die Gesamtkriminalität im Vergleich zum Vorjahr um etwa 1.800 Straftaten angestiegen. Dafür sind insbesondere Anstiege bei den Diebstahls- und Betrugsdelikten verantwortlich.

„Dass die Anzahl der Sexualdelikte ebenfalls zugenommen hat, ist auch auf unsere verstärkten Aktivitäten zurückzuführen: Die Bekämpfung von Kinderpornografie mit dem damit einhergehenden sexuellen Missbrauch von Kindern ist ein Schwerpunkt meiner Behörde sowie der Polizei Nordrhein-Westfalen. Dieser Bereich wurde auch bei uns personell und materiell erheblich verstärkt. Das führt zu einer intensiveren und schnelleren Bearbeitung der Straftaten und zeigt erste Erfolge. Wir konnten mehr pädophile Straftäter überführen, in unserem Zuständigkeitsbereich hat sich die Anzahl der Ermittlungsverfahren wegen Kinderpornographie mehr als verdoppelt. Es ist sehr wichtig, dass wir diese abscheulichen Taten aufklären und die Täter dingfest machen“, so Hoever weiter.

Ausführliche Informationen zur Kriminalitätsentwicklung im Zuständigkeitsbereich der Bonner Polizei könnt ihr auf www.bonn.polizei.nrw finden.

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