Stadtbahn in Niederkassel: Planungen in vollem Gange

Die bestehende Bahnstrecke der RSVG soll für den Stadtbahnverkehr zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert werden.

Stadtbahn in Niederkassel: Planungen in vollem Gange

Der zweigleisiger Ausbau der RSVG-Strecke in Niederkassel ist notwendig, um einen 10-Minuten-Takt der Linie 17 Bonn – Niederkassel – Köln zu erreichen. Der Ausbau ist weitestgehend auf den vorhandenen Bahnflächen möglich, so dass nur geringfügiger Grunderwerb, vorwiegend im Bereich von Haltestellen und Bahnübergängen, erforderlich ist. Eingriffe in die Bebauung sind nicht erforderlich. Die Ortslagen Mondorf, Rheidt, Niederkassel, Ranzel und Lülsdorf werden durch neue Stadtbahnstationen erschlossen. Die Strecke verläuft vielfach sehr zentral durch die Siedlungsbereiche und bietet damit eine optimale Erschließungswirkung mit kurzen und in die Siedlung integrierten Zugangswegen.

Erforderliche Maßnahmen

Als Mobilstationen mit multimodaler Verknüpfung sollen die Haltestellen Mondorf Mitte und Lülsdorf Schulzentrum ausgebaut werden. Um einen direkten Anschluss an das Bonner Stadtbahnnetz herstellen zu können, ist eine circa 5,6 km lange Neubaustrecke zwischen Bonn-Beuel und Mondorf erforderlich. Die Querung der Siegaue ist aufgrund des vorliegenden Naturschutzgebietes nur parallel zur vorhandenen Landesstraße L169 realisierbar. Die geplante Stadtbahntrasse verläuft in diesem Bereich auf einer Länge von circa 2,8 km weitgehend eingleisig auf unabhängigem Bahnkörper, anstelle einer vorhandenen Busspur. Bevorzugt wird die rheinseitige Führung neben dem Kfz-Verkehr.

Bei der Planung der Stadtbahntrasse wurde die zukünftige Führung der L269 (Umgehungsstraße) im Bereich Niederkassel-Mondorf beziehungsweise Troisdorf-Bergheim berücksichtigt. In Höhe der geplanten Haltestelle Bergheim Siegaue ist ein zweigleisiger Begegnungsabschnitt vorgesehen.

Weiterhin muss geprüft werden, ob für die Siegquerung der Stadtbahn eine Erweiterung des bestehenden Bauwerks, ein gemeinsamer Ersatzneubau für alle Verkehrsträger oder aber ein parallel geführtes eigenes Bauwerk nur für die Stadtbahn zu bevorzugen ist. In allen drei Varianten sollten die Belange von Stadtbahn und Radschnellweg gemeinsam betrachtet werden. Für die Kostenberechnung der Stadtbahn wird bislang von einem eigenen Bauwerk ausgegangen. Auch wurde ein Fußgänger- und Radweg planerisch mitberücksichtigt.

Verknüpfung mit Köln

Im Norden Niederkassels wird die rheinquerende Linie 17 dann bis nach Langel-Süd geführt. Dort trifft sie auf die neu zu bauende Verlängerung der Linie 7, die von Zündorf kommt. Die Investitionskosten des Gesamtvorhabens belaufen sich derzeit auf rund 490 Millionen Euro. Ob weiterhin Güterzug und Stadtbahn ein Gleis benutzen werden, hängt auch vom zukünftig am Industriestandort Lülsdorf zu erwartenden Schienengüterverkehrsaufkommen ab. Ziel der Güteranschlussbahn ist eine leistungsfähige und schnelle Anbindung des Industriestandortes Lülsdorf an das Schienennetz der DB Netz AG. Außerdem kann damit der Güterverkehr aus den Ortsdurchfahrten hinausgenommen werden. Die Gesamtkosten liegen nach aktueller Kostenschätzung bei rund 45 Millionen Euro.

Noch keine konkreten Umsetzungsschritte ausgearbeitet

Konkrete Umsetzungsschritte für den Bau stehen noch aus, da die Festlegung einer Vorzugsvariante abhängig vom noch nicht abgeschlossenen Linienbestimmungsverfahren der A553 ist. Zudem gibt es keine belastbaren Prognosen, wie hoch das zu erwartende Schienengüterverkehrsaufkommen am Industriestandort Lülsdorf ist. Beim heutigen Aufkommen (maximal zwei Zugpaare am Tag) erscheint eine Realisierungswürdigkeit der Güteranschlussbahn zweifelhaft. Seitens der Projektbeteiligten (Städte Niederkassel und Troisdorf, Rhein-Sieg-Kreis, RSVG, nutznießende Industrie) liegt bislang keine verbindliche Zusage zur anteiligen Kostenübernahme vor. Aufgrund der ohnehin vorgesehenen Beibehaltung der EBO-Widmung ermöglicht die RSVG-Strecke auch zukünftig grundsätzlich einen Mischverkehr der Stadtbahn mit anderen Eisenbahnfahrzeugen.

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