Evonik-Betriebsrat kämpft für den Erhalt der Arbeitsplätze (mit Video)

Petition für die PCC Ansiedlung mit 446 Unterschriften an Bürgermeister Stephan Vehreschild übergeben

Evonik-Betriebsrat kämpft für den Erhalt der Arbeitsplätze (mit Video)

In Niederkassel haben sich alle Parteien gegen eine Ansiedlung der Firma PCC ausgesprochen. Die Firma, die hier am Standort der Evonik eine Anlage zur Produktion von Ethylenoxid (EO) bauen will, konnte weder die Politik noch die Einwohner von Lülsdorf, Ranzel und Niederkassel, die rund um das Werk wohnen, davon überzeugen, dass man die hohen Risiken, die mit der Herstellung von EO verbunden sind, händeln könne. Im gleichen Atemzug sagten aber Politik und Verwaltung der Evonik Industries jede Unterstützung zum Erhalt des Werkes zu. Damit ist natürlich auch der Wunsch verbunden, die Arbeitsplätze der knapp 500 Beschäftigten zu erhalten.

Nachdem in Niederkassel eine Bürgerinitiative gegründet wurde, deren Ziel es ist, den Bau der EO-Anlage zu verhindern und die Bürger über die Gefahren und Risiken der Anlage zu informieren, meldeten sich nun die Mitarbeiter der Evonik am Standort in Lülsdorf, die den Verlust ihrer Arbeitsplätze befürchten, zu Wort. Dazu kamen heute am frühen Morgen Michele Agusta, Betriebsratsvorsitzender am Evonik-Standort Lülsdorf sowie rund 20 seiner Kollegen zum Rathaus nach Niederkassel. Gemeinsam übergaben sie Bürgermeister Stephan Vehreschild eine Petition mit 446 Unterschriften der Werksmitarbeiter. Mit der Unterschriftenaktion sprachen sich die Mitarbeiter für die geplante Investition und Ansiedlung der PCC und damit für die Sicherung des Chemie-Standorts Lülsdorf aus. „Hier geht es um die Zukunft des Standortes und somit um unsere Zukunft. Unsere Arbeitsplätze verdienen eine sachliche Debatte. Es kann nicht sein, dass Bürger eine Schließung des Standortes befürworten. Wir werden für eine Ansiedlung und den Erhalt unserer Arbeitsplätze kämpfen“, so Agusta. Hintergrund der Neuorientierung bei Evonik ist das Minamata-Übereinkommen der Vereinten Nationen. Weil quecksilberhaltige Chlor-Alkali-Elektrolysen nicht mehr als Stand der Technik gelten, dürfen sie ab dem 12. Dezember 2017 nicht mehr betrieben werden. Bis Ende 2027 hingegen dürfen noch Chlor-Alkoholat-Elektrolysen laufen. Diese Frist gilt auch für Evonik am Standort Lülsdorf.

Bürgermeister Stephan Vehreschild nahm die Unterschriftenliste entgegen und und dankte zuvor für die bisherige ruhige und faire Zusammenarbeit. „Verwaltung und Politik sind für die Stärkung der Evonik. Die Thematik PCC ist eine ganz besondere Angelegenheit. Auch nach dem 13. September wird das Thema uns begleiten. Es gibt bestimmt auch alternative Unternehmen, um die Standortplätze unserer Evonik zu sichern. Für uns stellt sich die Frage, wie wichtig ist ein Arbeitsplatz gegenüber der Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung?“, so Vehreschild.

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