„Grüne Mitte“ sorgt für Diskussionen unter Niederkasseler Bürgern

Eine Blühwiese für Insekten und Kleintiere als Nahrungsgrundlage oder doch nur ein ungepflegter Park?

„Grüne Mitte“ sorgt für Diskussionen unter Niederkasseler Bürgern

Mitten im Herzen der Stadt Niederkassel, Ecke Hauptstraße und Nießengasse, haben die Mitarbeiter des Bauhofs im vergangenen Jahr einen kleinen Park mit Sitzbänken angelegt. Frank Fütterer, Leiter des Bauhofs und seine Stellvertreterin Martina Balensiefen hatten mit ihren Kollegen das grüne Projekt eigenständig geplant, entworfen und auch umgesetzt.

Wie sieht der Park in Niederkassels Stadtmitte aus?

Hingucker im Park ist kein gepflegter englischer Rasen, sondern eine große Blühwiese, die schon im vergangenen Jahr zu kontroversen Diskussionen unter den Bürgern führte. Denn was dem Einen zu ungepflegt erscheint, sieht der Andere als dringend notwendiges Habitat für Bienen und Insekten an, deren Lebensraum immer weiter eingeschränkt wird. Derzeit sind die rund vierzig verschiedenen Pflanzen in den Wildblumenbeeten, zwischen den Bäumen und Sträuchern, rund einen Meter hoch gewachsen. Ein Highlight war der damals mehrstufig angelegte Kräutergarten. Hier wuchsen unter anderem Zucchini, Thymian, Rosmarin, Erdbeeren und Salbei, die von den Bürgern auch geerntet werden durften. Derzeit ist davon leider wenig zu sehen, denn der Kräutergarten macht einen ungepflegten Eindruck und ob dort die Früchte wachsen, auf deren Namen die bemalten Steine hinweisen, ist nicht sofort erkennbar.

Was denken die Niederkasseler Bürger über den Park?

Man kommt in Niederkassel schnell mit Bürgern ins Gespräch, wenn man sich vor oder in dem Park aufhält. Die (un)-repräsentative Mehrheit wünscht sich einen anderen Bewuchs. „Das sieht ja total unordentlich aus“, so eine Passantin im vorübergehen. Einem Besucher, der auf einer der Bänke saß, gefiel der Park aber so wie er ist. „Die Wege sind doch frei, man kann sehr gut hier sitzen und den Insekten bei der Arbeit zuschauen“, so lachend ein Besucher. Wie Frank Fütterer nun auf Nachfrage von machPuls sagte, habe man bewusst den Park so gehalten, wie er sich derzeit präsentiert. Lediglich das Kräuterbeet müsste nun bearbeitet werden. „Wir hatten dies als ein gemeinsames Projekt mit den Kindern und Erzieherinnen einer Kita geplant, um den Kindern so die Natur näher bringen zu können. Das hat sich leider nicht umsetzen lassen, sodass wir das Kräuterbeet in den nächsten Tagen nun aufarbeiten werden“, so Fütterer. Auch der ehemalige Denkmalschutzbeauftragte Josef Schnabel, der fast neben dem Park wohnt, ist von der Grünen Mitte in ihrer jetzigen Form begeistert. „Die hier angelegten artenreiche Blühwiesen sind überlebenswichtige Biotope für eine Vielzahl von Insekten. Schön wäre es für die Besucher des Parks, aber auch für die Passanten, die hier entlang gehen, wenn es eine Hinweistafel auf das, was hier alles grünt und blüht geben würde“, so Schnabel. Er zeigte sich überzeugt, dass die Akzeptanz bei den Bürgern so vergrößert würde, denn über Social-Media-Foren werden intensive Diskussionen über ein Für und Wider geführt, oft auch ohne die Hintergründe zu kennen.

Gemäht werden die Flächen höchstens zweimal im Jahr. Die verschiedenen Blumen und Gräser bieten in dieser Form allen Insekten eine natürliche Nahrungsgrundlage mitten in der Stadt. Von den Insekten wiederum profitieren Vögel, Amphibien, Kleinsäuger und Reptilien. Es bleibt also abzuwarten, ob der kleine grüne Fleck inmitten dichter Wohnbebauung von den Bürgern weiterhin als Ruhe- und Erholungsraum angenommen und seine jetzige Bepflanzung akzeptiert wird.

——

Was sagt Ihr zur „Grünen Mitte“ Niederkassels? Findet Ihr die Blühwiese wichtig oder würdet Ihr einen gepflegten Park bevorzugen? Schreibt uns gerne Eure Meinung in die Kommentare!

Logo