Bundestrainer aus Niederkassel geht mit zwei Weltklasse-Athleten nach Tokio

Neben erfolgreichen Sportlern, die entweder aus Niederkassel kommen oder aber ihre Wurzeln im Städtchen am Rhein haben, sind auch erfolgreiche Trainer in Niederkassel zu Hause. Unter anderem der Bundestrainer und Diplom Sportlehrer Alois Gmeiner.

Bundestrainer aus Niederkassel geht mit zwei Weltklasse-Athleten nach Tokio

Alois Gmeiner war von 1979 bis 2017 Lehrer am Collegium Josephinum in Bonn war. Von 1996 bis 2012 trainierte Gmeiner die Leichtathleten des SSF Bonn, deren Abteilung er als Gründungsmitglied in den Verein eingliederte.

Blocktrainer im Deutschen Behindertensportverband

Mittlerweile ist Gmeiner Blocktrainer für Rennrollstuhl im Deutschen Behindertensportverband und als solcher verantwortlich für alle Rennrollstuhlfahrer. In Bonn möchte er einen Leistungsstützpunkt errichten und die Athleten in gewissen Intervallen zum Training bitten. 2019 wurde Alois Gmeiner, anlässlich der Sportlerwahl des Generalanzeigers, als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Gmeiner ist der einzige Trainer der zwei Weltklasse-Athleten unter seinen Fittichen hat, die aus zwei verschiedenen sportlichen Lagern kommen. Zum einen Annika Zeyen aus dem Radsport und zum anderen Alhassane Baldé aus der Leichtathletik.

Rollstuhlrennfahrer Alhassane Baldé

Seit 2012 trainiert Gmeiner den Rollstuhlrennfahrer Alhassane Baldé aus Bonn. Unter dem aus der Leichtathletik kommenden Trainer gewann Baldé Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften insgesamt sieben Medaillen. Zwei bei Weltmeisterschaften und fünf bei Europameisterschaften. Nach Athen 2004, Peking 2008 und Rio de Janeiro 2016 sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio in diesem Jahr die letzten Spiele des 33-Jährigen, da er sich dann intensiv um seine berufliche Laufbahn kümmern möchte. Zu seinen Paradedisziplinen zählen die 1500m sowie die 4x100m Staffel, die laut Aussage von Gmeiner sogar Medaillenchancen hat. Das Trainingspensum von Baldé sind täglich vier Stunden. In Tokio wird er über 800m, 1500m, 5000m und in der 4x100m Staffel am Start sein. Als Windschattenfahrer für Baldé hat Gmeiner in diesem Jahr bereits 5400 km auf seinem Renn-E-Bike absolviert. Das sportliche E-Bike erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 45 km/h, dem der 7 Kilo schwere Rennrollstuhl immerhin mit einer Spitzengeschwindigkeit von etwa 37 km/h folgen kann.

Handbikerin Annika Zeyen

Neben Baldé gehört auch die ehemalige Rollstuhlbasketballerin und heutige Bonner Handbikerin Annika Zeyen zu Gmeiners Trainingsgruppe. Zeyen gewann bei den Paralympics 2012 in London Gold, in Peking 2008 und Rio 2016 jeweils Silber. Anschließend kam der Wechsel vom Rollstuhl zum Rennrollstuhl und damit zum Handbiking. 2019 sicherte sich die sechsfache Europameisterin den Weltmeistertitel im Handbiking. Die Athletin ist Trägerin des Silbernen Lorbeerblattes, die höchste verliehene Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland. Bevor die 34-Jährige nach Tokio aufbricht absolvierte sie im Sommer noch zwei Höhentrainingslager in der Schweiz und in Italien. Das Trainingspensum der ehrgeizigen Athletin sind täglich fünf Stunden. In Tokio wird Zeyen über 21 km Zeitfahren, 26 km Straßenrennen und in der 3x2000m Staffel am Start sein.

Bundestrainer Alois Gmeiner ist davon überzeugt, dass er mit seinen beiden Schützlingen nicht ohne Medaillen die Heimreise von Tokio in die Heimat antreten wird.

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