Altes Blech erfüllt Jugendträume

Niederkasseler Oldtimerfreunde vereint die Liebe zum Schrauben

Altes Blech erfüllt Jugendträume

Oldtimer zu besitzen ist kein Hobby, sondern eine Leidenschaft. So jedenfalls sehen es Harald Schenk und Heinz Wiesenbach, die vor 15 Jahren erstmals ihre gemeinsame Liebe zu Oldtimern mit vielen Menschen teilen wollten. „Im Jahr 2006 haben wir zu einem Oldtimertreffen in Rheidt eingeladen und waren überrascht von dem Andrang, sodass wir uns schon nach dem zweiten Jahr nach einem neuen Veranstaltungsort umsehen mussten. Dank der finanziellen Unterstützung durch den Veranstalter, die „Werbegemeinschaft Niederkassel“, konnte Harald Schenk mit seinen Oldtimerfreunden dann richtig durchstarten. Von nun an hieß es „Classic, Cars und Caravans“ rund um den Rathausplatz im Herzen der Stadt. Ein spitzenmäßiges Bühnenprogramm mit Live-Musik, Rock`n Roll und dazu einem 50er-Jahre-Markt mit alte Ersatzteilen, Schallplatten und nostalgischen Fundstücken.

Tatkräftige Unterstützung

Unterstützt wurde das Spektakel von einem großen Team, ohne das es nicht geht, sagte Schenk. „Lothar Distelrath war für das Bühnenprogramm mit vielen verschiedenen Akteuren verantwortlich und Rüdiger Wolf rief die Kinderralley ins Leben. Ganz wichtig war auch die Unterstützung des JGV „Echte Fründe“ Niederkassel. Ramon Wiener und sein Team haben für einen reibungslosen Ablauf bei der An- und Abfahrt der vielen Hundert Oldtimer gesorgt, die sich rund um den Rathausplatz knubbelten. Nicht unerwähnt bleiben darf die Unterstützung von Rolf Vollmert und der Montagszeitung sowie der VR-Bank Rhein-Sieg“, so Schenk.

Classic Cars and Caravans 2022

Corona bedingt fiel das Treffen im vergangenen Jahr aus und auch in diesem Jahr machte die Pandemie den Oldtimerfreunden einen Strich durch die Rechnung. Aber die Pläne für das kommende Jahr sind schon recht konkret und die Oldtimer-Community kann sich auf eine Neuauflage 2022 in Niederkassel freuen. Wir haben schon ganz konkrete Vorstellungen und Pläne für das nächste Jahr. 700 Oldtimer, der Vespa-Club, alte Motorräder sowie Musik und Tanz auf der Bühne werden die Fans begeistern“, so Schenk. Wo die Veranstaltung stattfinden soll, ist noch nicht beschlossene Sache.

Oldtimer-Begeisterung, die anhält!

Die Begeisterung für „altes Blech“ ist ungebrochen, das zeigte sich beim Fototermin zu diesem Artikel. Als die acht Oldtimer auf einer Wiese nahe der Mondorfer Fähre postierten waren, kamen sogleich Spaziergänger, Rad- und Autofahrer vorbei, zückten ihre Smartphones und stellten unzählige Fragen an die Besitzer. Immer wieder kam dabei die Frage auf, warum kaufst du dir kein neues Auto. Das ist doch preiswerter, komfortabler, sicherer und es gibt genug Ersatzteile. „Ich habe ein Herz für Oldtimer. Damals, mit 14 Jahren, habe ich den Film American Graffiti gesehen und darin kam ein Ford Model A vor. Das war lange Jahre mein Traum und mit 45 Jahren habe ich ihn mir dann erfüllt“, so Joachim Herschenbach.

Das aus Reno/Nevada stammende Auto, Baujahr 1930, wurde 1961 um- und 2008 aufgebaut. Der Wagen kam dann über Belgien nach Deutschland und ist seit 2013 im Besitz von Herschenbach.

Auch der Initiator des CCC, Harald Schenk, wurde schon früh vom Virus befallen. „Ich habe zum ersten Mal den Mercedes Heckflosse 230 S mit 18 Jahren, als noch beim Bund war, gesehen und mich in das Auto verliebt. Im Jahr 2003 habe ich endlich einen gefunden und konnte ihn von einem älteren Herrn kaufen. Der Wagen stand dort 20 Jahre in der Garage und ist noch im unrestaurierten Zustand“, so Schenk.

Ein besonderes Exemplar nennt Helmut Heucher sein eigen: einen Mercedes 220 Se w 111 Cabrio. Er genießt es, bei schönem Wetter in dem Oldtimer durch die Lande zu fahren. Im Gegensatz zu vielen anderen Oldtimerfreunden, schraubt er nicht selbst an seinem „Oldie“. „Ich habe Freunde die mir helfen. Wenn ich das selbst machen müsste, hätte ich wahrscheinlich keinen Oldtimer“, so Heucher. Ansonsten gehören reparieren und pflegen zum Hobby und werden mit Liebe zum Detail ausgeführt. Tipps und Hilfe gibt es wie selbstverständlich untereinander. „Wir sind eine Einheit, fast wie eine große Familie“, so Harald Schenk.

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