Die Ereignisse überschlagen sich - Erst Rettung jetzt ein leeres Nest

Nach einer intensiven Rettungsaktion gestern ist das Nest nun leer. Was ist passiert?

Die Ereignisse überschlagen sich - Erst Rettung jetzt ein leeres Nest

Nach Rettungsversuch keine Eier mehr zu sehen (21. Mai)

Wie berichtet wurde es für die Schwäne gestern von Minute zu Minute bedrohlicher. Die Schwanenmutter und ihr Gelege waren umringt von Wasser und die Schwäne versuchten vergebens mit umher schwimmenden Ästen dem Nest mehr Stabilität zu geben. Zunächst wurde das Nest (siehe unten) von Stadt und Feuerwehr bereits aufgegeben. Den Tieren könne man nicht helfen, sie würden eine Verlegung des Nestes nicht akzeptieren und die Eier nicht mehr annehmen.

Vielen Anwohnern taten die Tiere jedoch so leid und sie wurden weiter aktiv, wendeten sich an Radio Bonn-Rhein-Sieg, den Naturschutzbund (NABU) sowie an die Stadt Niederkassel. Im Niederkasseler Rathaus setzte man schließlich alle Hebel in Bewegung und wendete sich an die in Leverkusen bestehende Organisation "DOGMAN".

Unter dem Slogan "Retten, Bergen, Sichern" von Haustieren, Wildtieren sowie Fundtieren erklärten sich die Spezialisten in Sachen Tierrettung bereit nach Niederkassel-Rheidt zu kommen.

Seitens der Stadt Niederkassel koordinierte Markus Thüren diesen Einsatz von Natur-, Umwelt-, und Tierschutz, Jagdpächter, Ordnungsamt und dem Bauhofs, den anwesenden Pressevertretern sowie vielen Schaulustigen und besorgten Niederkasslern.

Zunächst bereiteten die zwei Mitarbeiter um Marcus Barke, dem 1. Vorsitzenden und Gründer von "DOGMAN", ein neues Nest mit schwimmbaren Untergrund und einer Strohfüllung vor. Auf Veranlassung von Markus Thüren fertigten Mitarbeiter des Bauhofs Niederkassel eine Rampe an, welches den Tieren die Möglichkeit gibt, leichter in das höher gelegene Nest zu gelangen.

Nachdem diese Arbeiten beendet waren, gingen zwei "Tierretter" in wasserdichten Overalls in die Laach, um zunächst Vater Schwan mit etwas Futter in Reichweite ihrer Arme zu locken. Das ging relativ schnell und mit einem geübten Griff schnappte sich Barke den Schwan, der sich zwar vehement wehrte, aber letztendlich vorerst in einer Box untergebracht wurde.

Etwas schwieriger gestaltete sich das Unterfangen Mutter Schwan vom Gelege fortzulocken. Da half auch kein Futter. Mit viel Geduld gelang es schließlich, dass Mutter Schwan unter heftigem fauchen ins Wasser glitt. Sofort wurde mit vereinten Kräften das schwimmende Nest in Richtung neuer "Behausung" gedriftet und dort das vorhandene Stroh mit dem Astwerk des alten Nestes bedeckt. Diese Aktion wurde mit mehreren Scheinangriffen der Schwanenmutter begleitet. Zwei der für in Ordnung befundenen Eier wurde vorsichtig ins Nest gelegt, dem die Freilassung des Schwanenvaters folgte.

Im Anschluss vergitterten Mitarbeiter des Bauhofs den Zugang zum Schwanennest von der Landseite. Um den Tieren Ruhe zu gönnen wurde die Brücke über die Laach am Spätnachmittag vorerst gesperrt.

Die Tierretter verrichten ihre Arbeit ehrenamtlich. Ein Grund für KSK Regionaldirektor Holger Adenheuer und KSK Filialdirektor Thomas Langenbach den Einsatz der "Tierretter" mit einer Spende in Höhe von 500€ zu honorieren.

Unklar war zunächst, ob das Schwanenpaar die Brutpflege fortsetzt.

Heute morgen dann die Schreckensnachricht: Das Nest ist leer - keine Eier mehr im Nest!
Es lässt sich nur mutmaßen, ob Menschen oder Tiere die Eier geklaut haben. Es deutet aber alles daraufhin, dass es tatsächlich Menschen waren, da der Zaun, der den Zugang zu dem neu angelegten Nest versperrt, aus dem Beton gezogen wurde. Dies kann definitiv kein Tier gewesen sein. Ob es im Zusammenhang mit dem Verschwinden der Eier steht, kann derzeit nicht sicher gesagt werden.

Sollten sich neue Erkenntnisse ergeben, werden wir berichten.

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Schwäne scheinen Kampf gegen Hochwasser zu verlieren (20. Mai)

Sechs Eier hatte das Schwanenpaar, das in einem Altarm des Rheins, am Werth in Niederkassel- Rheidt, sein Nest gebaut hatte, liegen. Seit rund vier Wochen waren die beiden Höckerschwäne die Attraktion für die Spaziergänger, denn das Nest lag unterhalb der vielbegangenen Brücke zum Rheidter Werthchen. Bei der Standortwahl hatten die Schwäne aber eine falsche Entscheidung getroffen, denn mit steigendem Rheinpegel, nach den Regenfällen der letzten Tage, lag ihr Nest plötzlich im Wasser. Verzweifelt versuchte das Schwanenpaar sein Nest mit Gras und Zweigen aufzufüllen. Das Weibchen war die ganze Zeit damit beschäftigt, die Eier zu drehen, um sie vor der Nässe zu schützen.

Gegen Abend riefen dann Anwohner die Feuerwehr um Hilfe.

Die Wehrmänner waren sofort zur Stelle um hier helfend einzugreifen. Immerhin hatten sie schon in anderen Situationen verletzten Schwänen geholfen und diese dann zur Wildtierauffangstation Retscheider Hof nach Bad Honnef gebracht. Nach einem Rückruf dort musste die Feuerwehr aber unverrichteter Dinge abrücken. „Schwäne würden einen Eingriff in ihr Gelege nicht akzeptieren. Das haben wir in Bad Honnef schon einmal mit einem Ponton versucht, der unter das Nest geschoben wurde. Danach wurde der Brutvorgang sofort beendet“, so Nils Becker, Mitarbeiter des Retscheider Hofs. Die Höckerschwäne würden den Verlust der Eier hinnehmen und wahrscheinlich noch in diesem Sommer, wieder an gleicher Stelle, erneut ein Nest zum Brüten bauen, so der Tierexperte.

(Dieter von der Sieg)

Was soll eine leere Bierflasche auf dem Schwanennest? (Foto vom 16. Mai)

Nicht nur, dass das Rheidter Schwanenpaar auf der Laach mit dem steigenden Pegel dieses Seitenarms Probleme bekommen könnte, findet sich nun seit Sonntag auch eine leere Bierflasche im Nest. Bei den vorübergehenden Passanten stieß dies auf absolutes Unverständnis.

Bedroht jetzt steigendes Wasser das Nest? (Foto vom 11. Mai)

Ihr habt ja in den vergangenen Tagen bereits in der Niederkassel-Gruppe auf Facebook angeregt darüber diskutiert. Lasst uns hoffen, dass das Nest nicht komplett überschwemmt wird.

Papa Schwan holt Essen, während Mama Schwan die Eier beschützt und brütet (Foto vom 9. Mai)

Sechs Eier liegen im gemütlichen Nest (Foto vom 8. Mai)

Körperhygiene darf auch bei werdenden Eltern nicht zu kurz kommen (Foto vom 7. Mai)

Nix mit Ruhe und Zweisamkeit: Quakende Enten leisten den Eltern Gesellschaft (Foto vom 6. Mai)

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