Serie: Niederkasseler Persönlichkeiten

Katzenliebhaberin, Aktiver in Nachbarschaftshilfe und Mondorfer Wissensspeicher. Es gibt in Niederkassel viele bemerkenswerte Menschen. Wir stellen zum Start einer Serie drei davon vor.

Serie: Niederkasseler Persönlichkeiten

1x Waschen, Schneiden, Föhnen

Gabi Baur ist eine Katzenmama durch und durch. Ihr Haus in Lülsdorf ist ein wahres Katzenparadies mit allen Features, die ein Katzenherz höher schlagen lassen. Wie alles begann: „Bereits seit meiner frühen Kindheit bin ich mit Katzen aufgewachsen. Es waren immer zugelaufene Hauskatzen, denen wir ein schönes Zuhause gegeben haben. In späteren Jahren habe ich aufgrund meiner beruflichen Situation auf dieses Glück verzichtet, da ich zu lange außer Haus war.

Ich wollte auch einmal als Liebhaber eine Perserkatze präsentieren (Gabi Baur)

Meine große Liebe galt den Perserkatzen mit ihrem langen, dichten Fell und ihrem ruhigen, ausgeglichenen und menschenbezogenen Wesen. Nachdem ich beruflich kürzer getreten bin, zogen im Jahr 2007 die ersten beiden Persermädchen bei mir und meinem Mann Bernd ein. Ein Traum ging für mich in Erfüllung. Doch dabei blieb es nicht. 2009 und 2010 haben wir nochmals zwei Perser adoptiert. Unsere freien Wochenenden verbrachten wir mehr und mehr als Besucher auf Katzenausstellungen im In- und nahegelegenen Ausland, wo ich mein Fachwissen durch nette Gespräche mit den anwesenden Züchtern erweitern konnte. Das Ambiente der Ausstellungen faszinierte mich sehr.

Seit einem schweren Schicksalsschlag 2011 stand für mich fest: Ich wollte auch einmal als Liebhaber eine Perserkatze präsentieren. Gemeinsam mit meinem Mann begaben wir uns auf die Suche bei seriösen Züchtern. An das Baden und Fönen sollte der neue Mitbewohner von klein auf gewöhnt werden, denn eine Ausstellung ist nun mal ein richtiger Schönheitswettbewerb. Wie es das Schicksal wollte, adoptieren wir 2013 unseren damals fast 5-jährigen US-Champion Miramacats Gentlegrand aus einer Notvermittlung. Sein Züchter war schwer erkrankt. Er war bereits eine erfolgreiche Showkatze und brachte alle gewünschten Eigenschaften mit.

Vier Jahre lang sind wir mit ihm zu so mancher Ausstellung gereist, wo er jeweils von einer internationalen Richterjury nach Rassestandard bewertet wurde. Er hat den höchsten zu vergebenden Titel erreicht. Er ist Weltpremior. Nun genießt er mit seinen fast 12 Jahren den wohlverdienten Ruhestand in vollen Zügen. Schauen wir mal, ob unsere beiden Youngster US-Premior, Premior Dclass Luxor und US-Premior, Premior Viewmax Maxwell ebenso erfolgreich werden. Der Anfang ist gemacht!“

Gabi Baur beginnt ihren Tagesablauf mit der Pflege ihrer Katzen. Das Fell wird bei allen Tieren gebürstet, tägliches Baden ist nicht nötig. Im Wohnzimmer – neben den Pokalen - steht allerlei Spielzeug für die Tiere, auch in anderen Räumen finden die Perser genug Abwechslung und Zeitvertreib. Nach draußen gehen die Tiere nicht. Spielstunde mit Gabi finden die Katzen auch gut und jeder Besucher kann gerne die Perser streicheln oder selber mit ihnen spielen.

Katzen – ein Hobby, welches Gabi Baur gerne mit weiteren Katzenliebhabern teilen möchte: „Vielleicht kann ich den einen oder anderen Katzenfreund inspirieren, auch einmal eine Katzenausstellung zu besuchen oder sogar selbst auszustellen. Es muß nicht immer eine Rassekatze sein. Auch die Hauskatze wie die Europäisch Kurzhaar ist immer wieder ein gern gesehener Teilnehmer. Vorausgesetzt, sie ist kastriert, geimpft und nicht ängstlich.“

Trotz Risiko: Unterstützung der Niederkasseler Nachbarschaftshilfe

Corona – das Wort ist nun allen bekannt. Wie geht es jemand, der sich als Risikopatient sehr in Acht nehmen muss? Der Rheidter Ralf Felder erzählt uns seine Gedanken: “Ich bin 56 Jahre alt, sozusagen lange sorglos durchs Leben gegangen, aber 1990 hat sich mein Leben verändert.

Mein Herz wurde immer schwächer und im Mai blieb als einzige Chance zu überleben eine Herztransplantation. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hat sich alles gut entwickelt. Schon nach einem halben Jahr konnte ich den elterlichen Betrieb – ein Tabakwarengroßhandel - als Geschäftsführer übernehmen. Doch zehn Jahre später kamen die ersten gesundheitlichen Probleme mit dem neuen Herz. Daraufhin fiel die Entscheidung, die Firma zu verkaufen ist. Mein Bruder Achim und ich wurden übernommen und konnten im Angestelltenverhältnis weiter tätig sein.

Eigentlich bin ich seit fast 30 Jahren Risikopatient, aber erst jetzt werde ich mir dessen so richtig bewusst (Ralf Felder)

In der Session 2000/2001 konnte ich mir mit guten Freunden meinen Traum erfüllen: einmal Prinz zu sein. Aber es folgten weitere, harte Schicksalsschläge. Mein Bruder Achim ist leider 2018 verstorben. Kurz darauf hat mir die Diagnose, dass mein Sohn an Krebs leidet, den Rest gegeben. Ich konnte seit Anfang 2019 meiner Tätigkeit nicht mehr nachkommen. Erst in diesem Jahr schien sich alles zu normalisieren.“ Ralf Felder hatte die Hoffnung mal durchatmen zu können, das Leben sollte weiter gehen, doch dann kommt Corona. „Plötzlich bin ich Hochrisikopatient wegen den Immunsuppressiva, die ich nehmen muss um eine Abstoßung vom Herzen zu vermeiden. Eigentlich bin ich seit fast 30 Jahren Risikopatient, aber erst jetzt werde ich mir dessen so richtig bewusst. Schon eine normale Grippe oder jede andere Infektion hätte lebensbedrohlich sein können.“

Jetzt hat die Gefahr einen Namen: Corona!

„Ich habe mich kurzentschlossen der Nachbarschaftshilfe Niederkassel angeschlossen. Aktiv kann ich leider als Risikogruppenangehöriger nicht helfen, aber es gibt auch andere Möglichkeiten behilflich zu sein. Es ist beeindruckend was diese Gruppe leistet bzw. leisten könnte wenn die Angebote mehr angenommen würden. Viele ältere Menschen - ich selber auch - denken alles alleine schaffen zu wollen. Ich hoffe, mehr Menschen die auch zur Risikogruppe zählen, springen über ihren Schatten und lassen sich helfen. Zu ihrer eigenen Sicherheit und zur Sicherheit der anderen. Mein Vorteil in der jetzigen Situation ist, dass ich seit meiner Transplantation mehr oder weniger penibel auf Hygiene achten muss und es für mich und meine Frau Mechtild Normalität ist. Jetzt wird einem erst bewusst, was Gesundheit für ein hohes Gut ist.“

Das Gedächtnis von Mondorf

Hier möchten wir Roland Klinger vorstellen. Er bewahrt die Bilder, die andere gemacht haben. Vor vielen Jahren oder auch erst vor kurzem. Seit 2005 pflegt er die Internetseite www.mondorf-rhein.de . „Hier sammele ich, was mir so an Altem in die Finger fällt wie Texte von früher, Ansichtskarten Bilder etc. – vieles was mir durch die Mitwirkung der Mondorfer zur Verfügung gestellt wurde, kommt auf diese Seite.“

Dass er damit das Gedächtnis von Mondorf geworden ist, scheint ihm gar nicht bewusst. Wer beispielsweise Wilfried Korten gekannt hat, weiß dass er viele Bilder von Mondorf gemacht hat, ihm ist ein eigenes Archiv gewidmet. Diese Bilder wären wohl verloren, wenn sich Roland Klinger nicht der vielen Negative angenommen hätte. „Als Wissensspeicher und zum Erfreuen pflege ich die Seite.“ Der 76jährige kam vor 35 Jahren nach Mondorf. Er ist verheiratet und hat drei Kinder und drei Enkel. „Nachdem ich sechs Jahre bei der Luftwaffe war um Geld für mein Studium zu verdienen, war ich etwa 30 Jahre lang Physik- und Informatiklehrer in Köln-Rodenkirchen und bin seit 2010 pensioniert. Neben der Beschäftigung mit zwei alten Autos pflege ich seit 1995 einige Internetseiten.“

Ein Besuch der Mondorfer Seite ist lohnenswert. Unter anderem werden alte Ansichten den neuen gegenüber gestellt. „Darüber hinaus habe ich eine ähnliche Seite über Bernkastel-Kues und, mein Haupthobby im Internet, eine große Internetseite über die Postgeschichte der Neuen Hebriden - heute Vanuatu im Pazifik etwa drei Flugstunden östlich von Sydney. Diese Inselgruppe habe ich zusammen mit meiner Frau in 2003 und 2006 besucht. Die Arbeit an diesen Seiten und an der über eine alte Privatpost von Christmas-Island (heute Kiritimati, etwa 2000 Kilometer südlich von Hawaii), die ich für einen Freund in USA mache und pflege, hält mich mit ihren weltweiten Verbindungen auf Trab.“

Kennt Ihr weitere Persönlichkeiten über die wir Eurer Meinung schreiben sollen? Schreibt uns an info@machpuls.de

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