Niederkassel gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen

Es gibt viele verschiedene Dinge, die beim Umgang mit Kindern und Jugendlichen,die sexuelle Gewalt erfahren haben, zu beachten sind. Was beim Umgang wichtig ist und wie sexuelle Gewalt möglichst verhindert werden kann, sind Themen der neuen Kampagne.

Niederkassel gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen

Am Mittwoch, dem 17.11.2021 fand in der Aula des Kopernikus Gymnasiums die Auftaktveranstaltung zur Kampagne Niederkassel gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen statt. Sie soll der Startschuss zu einer langfristigen Zusammenarbeit vieler haupt- und ehrenamtlicher Fachkräfte sein, die sich gemeinsam zu diesem wichtigen Thema multiprofessionell vernetzen und ihre fachlichen Kompetenzen weiter vertiefen wollen.

Die Resonanz war groß

180 Fachkräfte aus den Arbeitsfeldern Kinder- und Jugendhilfe, Kindertagesstätten, Kindertagespflege, Offene Ganztagsschulen, Grundschulen und weiterführende Schulen, Vereine und Akteure der Jugendarbeit, Kirchengemeinden, Ärzt*innen und Therapeut*innen, sowie Fachkräfte aus der Verwaltung nahmen teil.

Was ist wichtig?

Die Bedeutung der Kampagne unterstrichen Schulleiter Dirk Stueber, Bürgermeister Vehreschild und Dr. Ulrich Sprenker - Schirmherr der Kampagne - in ihren Grußworten. Dabei wurde deutlich, dass Empathie und Solidarität mit Kindern und Jugendlichen, die sexuelle Gewalt erleben, ebenso wichtig sind wie professionelle Begleitung, besonnenes Handeln, Prävention und Vernetzung.

Nicht in die Opferrolle drängen

Ursula Enders von Zartbitter aus Köln setzte in ihrem Impulsvortrag „klar, kompetent und lebensfroh“ einen besonderen Akzent: Sie betonte, dass es wichtig sei, Kinder und Jugendliche, die sexuelle Gewalt erfahren haben, nicht in die Opferrolle zu drängen. Wichtig sei es zu vermitteln, dass Betroffene nicht zwangsläufig lebenslang traumatisiert sein müssen. „Durch die Worte von Frau Enders ist mir deutlich geworden, wie wichtig es ist, dass unser Mitgefühl gegenüber Betroffenen vor allem auch in Form von ganz viel Zuversicht zum Ausdruck kommen soll“, resümierte Schulleiter Dirk Stueber nach der Veranstaltung. Für die Schulleiterin Monika Hinkel sowie für Maren Schippel, die Leitung der OGS, waren weitere Erkenntnisse, „dass Begriffsbestimmungen und die unterschiedlichen Sichtweisen aller Mitarbeiter*innen im Umgang mit sexueller Gewalt in Einrichtungen Raum und Zeit haben müssen, um über die Verfahrensweisen hinaus, gemeinsame Haltungen aufzubauen.“

Persönliche Resilienz spielt eine große Rolle

Die persönliche Resilienz spielt für Betroffene eine wichtige Rolle. Diese Anpassungsfähigkeit, auf belastenden Stress oder traumatische Erlebnisse zu reagieren, wird durch persönliche Ressourcen, Selbstbewusstsein, eine positive Lebenshaltung oder ein unterstützendes soziales Umfeld, begünstigt. Die eigene offene und zugewandte Haltung der Fachkräfte kann hierbei positiv auf betroffene Kinder und Jugendliche wirken und diese dazu einladen, sich anzuvertrauen und kompetente Unterstützung anzufragen und in Anspruch zu nehmen.

„Was haben wir – Was brauchen wir?“

Die Auftaktveranstaltung schloss mit einer interaktiven Sequenz „Was haben wir – Was brauchen wir?“ Der Aufbau einer guten Struktur, in der sexuelle Gewalt zurückgedrängt und möglichst präventiv verhindert werden kann, ist ein Marathonlauf, - darin waren sich alle Teilnehmer*innen einig. Für die Weiterarbeit wurden aus der Praxis vielfältige Bedarfe benannt: Information, Austausch, Vernetzung und Fortbildung standen dabei ganz oben an.

Neue Fachkraft für Prävention und Intervention bei sexueller Gewalt

So war es wichtig, dass zum Ende der Veranstaltung diese Bedarfe auch konkret adressiert werden konnten: Frau Anja Barsch stellte sich als neue Fachkraft für Prävention und Intervention bei sexueller Gewalt in Niederkassel vor. Als langjährige Sexual- und Traumapädagogin verfügt sie über einen vielfältigen Erfahrungshintergrund und erweitert das Beratungsangebot der Familien-, Paar- und Lebensberatungsstelle im Beratungszentrum in der Karl-Hass-Straße 11 in Ranzel. Frau Barsch wird die Kampagne langfristig aufbauen und kann dabei auf eine interdisziplinäre Steuerungsgruppe zählen, zu der sich am 17.11. eine große Anzahl von Niederkasseler Fachkräften zusammengeschlossen hat.

Über das besondere Engagement von Dr. Ulrich Sprenker, dem Schirmherrn der Kampagne, freuen sich alle denen das Thema ein Herzensanliegen ist, so Jugendamtsleiterin Hartmann.

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