Schulzentrum Nord: Farb- und Materialkonzept vorgestellt

Großen Diskussionsbedarf hatten die Mitglieder des Ausschusses „Schulzentrum Nord“ am Mittwochabend bei ihrer Sitzung. Es ging um die Farbgebung der Innenräume des neuen Clustergebäudes und um das Für und Wider einer Klinker- bzw. einer Betonfassade.

Schulzentrum Nord: Farb- und Materialkonzept vorgestellt

Vor der Diskussion hatten die mit der Planung beauftragten Architekten vom Architekturbüro Fischer und Fischer / hks ihre erarbeiteten Farb- und Materialkonzepte und ihre Vorschläge zur Gestaltung der einzelnen Gebäude in Form einer Präsentation zusammengefasst.

Farb- und Materialkonzept

Die neuen Gebäudehüllen für das Clusterschulgebäude, die Sport/Mehrzweckhalle und die Mensa sollen aus einer rötlichen Klinkerfassade bestehen, die sich damit auch den vorhandenen alten Bauten der Gesamtschule und des Gymnasiums optisch annähert. „Wir möchten damit verhindern, dass sich die Schüler, die in den alten Gebäuden sind, benachteiligt fühlen“, so Architekt Alexander Fischer. Helle Steine würden zudem schnell verdrecken und einen besonderen Anreiz für Sprayer bieten, dem man mit der rötlichen Klinkerfassade entgegen wirken wolle. Weiter sagte Fischer, dass man sich noch in der Entwurfsphase befinde, aber einem verklinkerten Gebäude den Vorzug vor Beton gebe. „Wir Architekten haben keine Aversion gegen Beton, aber gegen dessen kalte Eintönigkeit“, so Fischer. Hohe Anforderungen stellen die Architekten an die Materialien. Robustheit, geringer Verschleiß, Langlebigkeit, Nachhaltigkeit und möglichst resistent gegen Vandalismus waren nur einige Punkte ihrer Vorstellung. Ein Problem seien auch immer die Toilettenanlagen. Diese müssten leicht zu reinigen und sehr robust sein. Daher habe man sich auch für eine Beschichtung der Wände und gegen Fliesen entschieden.

Meinungen zum Konzept

Frieder Reusch (SPD) dankte den Architekten für die Vorstellung des Konzepts und konnte sich gut mit den rostfarbenen Klinkern anfreunden. Dem widersprach allerdings Tanja Schulten (BN90/Grüne) energisch. Sie sah eine sehr schlechte CO² Bilanz bei den Ziegeln und wünschte eine CO² neutrale Alternative. Architekt Fischer konnte diesen Argumenten wenig abgewinnen. „ Die Ziegel halten „ewig“ und können noch in hundert Jahren wieder anderswo verwendet werden. Sie sind fast alternativlos, wenn man die Wartungsarbeiten betrachtet“, so Fischer. Zudem sei das Gebäude im Sommer und Winter energiestabil. „Ziegel sind nachhaltig und die Steinbrüche der Zukunft“, so sein Fazit. Mathias Jehmlich (CDU) sprach von einem sehr stimmigen Konzept. Mit Hinweis auf den nach kurzer Zeit kaputten Hallenboden der Rhein-Sieg-Halle bat er um Prüfung und eine entsprechende Ausschreibung, die solche Szenarien verhindere. Seine Bedenken hinsichtlich nur eines zu öffnenden Fensters je Klassenraum, teilte Fischer mit dem Hinweis auf die großen Clusterklassen und die entsprechende Luftzirkulation nicht. Auch ein Schiebefenster sei keine Option im Hinblick auf die Sicherheit der Schüler, sowie die hohen Anschaffungs- und Wartungskosten. Nicht zur Sprache kam die Beschaffenheit des Hallenbodens in der Dreifachhalle. Der Beigeordnete Carsten Walbröhl sagte, dass dies Thema in der nächsten Sitzung sei und man auch noch mal mit allen Sportvereinen sprechen möchte. Zufrieden mit der Vorstellung war auch Dr. Catrin Albrecht, die Schulleiterin der Gesamtschule. „Es ist schön. Es ist toll. Man kann sich in diesem Gebäude wohlfühlen. Das Gebäude altert in Würde und ist nachhaltiger, als es den ersten Anschein hatte. Farbvorstellungen der Toiletten sind noch zu überdenken, aber das Gebäude steht für Nachhaltigkeit und natürliche Ausstrahlung“, so Dr. Albrecht.

So geht es weiter

Ein Prüfauftrag der Grünen an die Verwaltung und das Planungsbüro zu alternativen Fassaden und Baustoffen, wurde vom Ausschuss mit Mehrheit abgelehnt. Der Ausschuss Schulzentrum Nord nahm, bei drei Enthaltungen, die Vorschläge und Vorstellungen zur Material- und Farbgestaltung grundsätzlich zur Kenntnis, beauftragt die Verwaltung, die Planung auf dieser Grundlage mit den Architekten weiterzuentwickeln und detaillierte Materialien- und Oberflächenpräsentationen zur Beschlussfassung vorzulegen.

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