Diskussionen um die Erweiterung des Schulzentrums Nord

Campusrestaurant, neue Sporthalle, neue Parkplätze, Verlegung der Kopernikusstraße samt Bushaltestelle... Es gibt viel zu besprechen und viele unterschiedliche Meinungen. Hier sind alle Fakten zur Planung der Erweiterung des Schulzentrum Nord.

Diskussionen um die Erweiterung des Schulzentrums Nord

Am Mittwochabend wurde in einer Sitzung des Bauausschusses und des Ausschusses für Schule, Kultur, Sport und Soziales in einer zweistündigen Debatte über das Schulzentrum Nord diskutiert. Fest steht bisher lediglich, dass ein neues Schulzentrum dringend notwendig wird, da Gymnasium und Gesamtschule zukünftig von über 2100 Schülern besucht werden. Mitarbeiter der Ingenieurbüros Fischer & Fischer + hsk standen den Ausschussmitgliedern Rede und Antwort, nachdem sie eine überarbeitete Variante ihrer Planungen vorgestellt hatten. Die sogenannte Variante 2 stand dann auch im Mittelpunkt der Diskussionen.

Wie soll das neue Schulzentrum Nord aussehen?

Frieder Reusch (SPD) sprach mehr von einer Halle für alle, als von einer Erweiterung des Schulzentrum Nord, was Dano Himmelrath (CDU) zu der Aussage veranlasste, dass man hier eine Schule mit einer Halle und nicht eine Halle mit einer Schule bauen wolle. Auch solle man nicht immer nur fordern, sondern auch sagen, wie man das finanzieren wolle. Da gab es Beifall, nicht nur aus den Reihen der CDU. Der Bauplan sieht vor, die Kopernikusstraße nach Osten zu verlegen, denn das freie Stück Ackerland wurde von der Stadt zwecks Ausbau des Schulgeländes erworben. Damit würde auch die bisherige Haltestelle mit ihren bunkerartigen Unterständen entfallen. Die Gesamtschule wird mit 6040 qm reiner Nutzfläche geplant. Inwieweit sich die Vorstellungen der Planer am Konzept der Leitlinien der Montag Stiftungen ausrichten können, wird sich zeigen, wenn alle Ausschussmitglieder mit diesem Thema vertraut sind. Hier werden moderne Schulkonzepte erfolgreich konzipiert. „Investitionen in Schulbau sind Investitionen in die Zukunft, die dringend auf neue pädagogische und organisatorische Anforderungen reagieren müssen. Deshalb kann es nicht sein, dass immer noch Schulen nach altem Muster gebaut werden. Niemand würde Büros heute ohne Bedarfsanalyse nach einem 100 Jahre alten Schema bauen – warum Schulen?“, so die Montag Stiftung. Gesetzt, nach derzeitigem Stand, ist bei allen Parteien das Campusrestaurant und die Sporthalle, in welcher Form diese auch immer kommen wird. Beide sollen im östlichen Teil des erweiterten Schulgeländes angesiedelt und durch ein Foyer miteinander verbunden werden. Die Dreifachhalle ist mit 1215 qm groß dimensioniert, bekäme eine feste Tribüne mit 217 Sitzplätzen und würde als Veranstaltungshalle 800 Personen Raum bieten. Im Campusrestaurant könnten im Drei-Schicht-Betrieb 1128 Essen für die 2070 Schüler ausgegeben werden. Dabei geht man davon aus, dass nicht alle Schüler das Angebot annehmen und eventuell lieber in einer Burger-Kette essen gehen werden. Darüber hinaus gab es viele offene Fragen und Beratungsbedarf. Wo könnten die Parkplätze an der Premnitzer Straße, die mit dem Bau der geplanten Stadtbahntrasse wegfallen, neu gebaut werden? Was wird aus der Mondorfer Förderschule? Die Schule platzt aus allen Nähten und könnte im Norden neu gebaut werden. Das ist aber nach Aussage der Planer nicht Aufgabe ihrer konzeptionellen Überlegungen. Dies wiederum veranlasste Anette Wickel (FDP) zu der Aussage, dass man eher auf die Halle als auf die Förderschule verzichten könnte. „Die Fachleute reden von Megaprojekt, die Schule läuft und wächst und wir warten hier. Allein die Kosten für Interimslösungen mit Klassencontainern schlagen mit hohen fünfstelligen Beträgen monatlich zu Buche“, so ein Appell der Planer an die Ausschussmitglieder, der ungehört verhallte. „Wir entscheiden über das größte Bauvorhaben der Stadt, da kommt es auf zwei Monate mehr nicht an. Ich bin für eine Vertagung zur nächsten Sitzung im August“, so Stefan Robert (Sprecher der CDU-Fraktion). Mit den Mehrheitsstimmen der CDU wurde die Entscheidung in den August vertagt.

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