Schlechte Aussichten für die Ponyinsel in Mondorf

Die Auflagen der Behörden stellen die Betreiber der Ponyinsel vor kaum zu bewältigende Aufgaben

Schlechte Aussichten für die Ponyinsel in Mondorf

Bereits seit über 40 Jahren werden auf einem Gelände unmittelbar an der Hafenstraße in Mondorf Pferde gehalten. Seit etwa 20 Jahren betreiben Anke Kluth und Johanna Grohs einen kleinen Stall auf dem mehrere Gnadenbrotpferde und Ponys gehalten werden. Unter ihnen Pferde mit Hufkrebs, blinde Pferde und zwei ehemalige Zirkusponys.

Im Laufe der Zeit wurde die Ponyinsel eine beliebte Anlaufstelle für kleine und große Kinder. Die Kinder haben die Möglichkeit das Reiten und den Umgang mit den Ponys zu erlernen. Wöchentlich sind etwa 40 Kinder auf der Ponyinsel anzutreffen, unter ihnen auch Kinder mit Handicap, für die der Umgang mit den Pferden auch therapeutischer Natur ist.

Auflagen für Gelände im Naturschutzgebiet

Da sich das Gelände im Naturschutzgebiet oberhalb des Mondorfer Hafens befindet, müssen gewisse Auflagen erfüllt werden. Im Jahr 2015 fiel auf, dass die Pferdehaltung über das zulässige Maß gewachsen war. Die zuständigen Behörden hatten daraufhin den Pächtern eine Frist bis zum März 2019 eingeräumt, um die Pferdehaltung wieder auf das erlaubte Maß zu reduzieren. Da dies nicht im vollen Umfang geschehen ist, erfolgen seitdem regelmäßige Begehungen seitens der Behörden (Untere Landschaftsbehörde und untere Wasserbehörde des Rhein-Sieg-Kreis sowie Bauamt und Umweltamt der Stadt Niederkassel), um den Zustand der Fläche in Augenschein zu nehmen.

Nach Aussage der Pächter werden ihnen immer weitere Steine in den Weg gelegt. Ganz so einfach ist es natürlich nicht, denn die Vertreter der Behörden befolgen allgemeine rechtliche Vorgaben, denen sie in einem Naturschutzgebiet nachgehen müssen. Ein strittiger Punkt ist beispielsweise der so genannte „Paddock“. Dabei handelt es sich um einen matschfreien Untergrund, den die Tiere nach Verlassen des Stalls für eine bessere Trittsicherheit benötigen. Der Paddock muss aber wasserundurchlässig hergestellt werden, um den Auflagen zu entsprechen. Dazu allerdings ist eine Baugenehmigung erforderlich, welche in einem Naturschutzgebiet nicht erteilt werden darf.

Am Montag, den 26. Oktober 2020 fand gegen 16.00 Uhr eine neuerliche Begehung durch die Vertreter der Behörde statt. Dazu waren neben den Pächterinnen ihr Rechtsbeistand Herr Dr. Stauf, die stellvertretende Fachbereichsleiterin Frau Manheller, Herr Rimkus und Herr Schlimgen (Bauaufsicht, Stadtplanung, Umwelt) der Stadt Niederkassel sowie eine Vertreterin der Unteren Wasserbehörde des Rhein-Sieg-Kreis anwesend. Der Vertreter der Unteren Landschaftsbehörde, welcher sich ebenfalls angemeldet hatte, war unerwarteter weise verhindert. Nach einer etwa einstündigen Begehung konnte konkret noch nichts zur Ponyinsel veröffentlicht werden. Seitens der Behörden versucht man, eine für beide Seiten passable Lösung innerhalb der rechtlichen Möglichkeiten zu finden.

Eine mögliche Schließung: Katastrophe für Tiere und Kinder

Tränen zum Abschluss in den Augen von Johanna Grohs lassen das Schlimmste für die Ponyinsel befürchten. Was eine Schließung für die Pferde und Ponys bedeuten würde, ist offensichtlich. Für sie würde der Weg wohl unweigerlich zum Schlachthof führen. Auch für die Kinder, die ihre geliebten Ponys verlieren, käme eine Schließung einer Katastrophe gleich. So hat der achtjährige Devrim einen Brief an die Stadt Niederkassel verfasst, in dem der Junge die Verantwortlichen der Stadt bittet, eine für alle Beteiligte akzeptable Lösung zu finden.

ba232486-c6e7-401d-b064-0d03d34f030f

Logo