Naturschutzgebiet Siegaue: Badende Erholungssuchende sind ein Problem

Seltene Pflanzen werden zertreten, seltene Vögel beim Brüten gestört und mehr. Das Naturschutzgebiet Siegaue muss besser geschützt werden. Dafür sollten die geltenden Regeln beim Erholung suchen im Naturschutzgebiet befolgt werden.

Naturschutzgebiet Siegaue: Badende Erholungssuchende sind ein Problem

Mit einer Länge von 146 Kilometern schlängelt sich die Sieg durch Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Der Mittelgebirgsfluss entspringt im Rothaargebirge. Bei der Gemeinde Windeck-Au tritt er in den Rhein-Sieg-Kreis ein und mündet nach 70 Kilometern flussabwärts bei der Stadt Niederkassel in den Rhein.

Seltene Vögel, Fische und Pflanzen sind hier Zuhause

Entlang des Flusses gibt es einen großen Reichtum an seltenen Tieren und Pflanzen. In den Siegauen sind seltene und gefährdete Vogelarten zuhause. Lachse tummeln sich im Wasser. Damit zählt die Sieg zu den schönsten und ökologisch wertvollsten Flussabschnitten in Nordrhein-Westfalen. „Mit ihren Altgewässern gehört sie als sogenanntes Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet zum wichtigen Bestandteil des Europäischen Schutzgebietssystems `Natura 2000`. Daher wurde die Siegaue 2005 von der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz bis zur Mündung in den Rhein unter Naturschutz gestellt“, erklärt Christoph Weber, Landschaftsarchitekt bei der Unteren Naturschutzbehörde des Rhein-Sieg-Kreises.

Was ist das Problem?

„Viele Menschen zieht es hierher, um Erholung zu finden und zu baden. Und gerade darin liegt eines der Hauptprobleme. Die Besucherinnen und Besucher baden überall, obwohl es nur in besonders ausgewiesenen, gewässernahen Erholungsbereichen zulässig ist. Dabei betreten sie das Ufer, stören brütende Vögel und schädigen empfindliche Pflanzen", beklagt Christoph Weber. „Auch Hundehalterinnen und Hundehalter sind hier häufig auf nicht zugelassenen Pfaden unterwegs.“

In den letzten Jahren konnte sich der Fluss an vereinzelten Stellen neben seinem alten Bett auch einen neuen Verlauf suchen. Bei Siegburg beispielsweise entfaltete er im Bereich der 2001 angelegten Flutmulden wieder seine ursprüngliche, fließgewässertypische Eigendynamik. Dort bildeten sich neue Kiesbänke, Stillgewässer und steile Abbruchkanten. Gerade diese Kiesbänke wären eigentlich ein idealer Brutplatz für den Flussregenpfeifer; eine im Bestand stark gefährdete Vogelart, die auf der Roten Liste steht. Doch durch das Lagern der Menschen auf den Kiesbänken werden die Vögel so stark gestört, dass schon seit Jahren das Ausbrüten von Eiern an der Sieg nicht mehr beobachtet werden kann. Auch zertreten die Erholungssuchenden im kiesigen Flussbett den Laich von Lachs und seltenen Neunaugen.

Regeln, um das Naturschutzgebiet Siegaue zu schützen

Die Schönheit und Einzigartigkeit des Naturschutzgebietes Siegaue gilt es zu schützen. Dabei ist es gar nicht so schwer, die Landschaft zu genießen und dabei gleichzeitig mit der Natur achtsam, vorsichtig und umsichtig umzugehen. Geltende Regeln helfen dabei. Leider halten sich viele Erholungssuchende aber nicht an diese Regeln.

Das Befahren des Flusses beispielsweise ist zwar erlaubt; allerdings nur bei ausreichendem Wasserstand mit Kanus, Ruderbooten und Schlauchbooten. Die Tour muss an einer der vorgegebenen Einsatz- und Aushebestellen anfangen und enden. Die Alt- und Seitenarme der Sieg sowie die sonstigen Seen dürfen generell nicht befahren werden. Grillen, Lagerfeuer und Zelten sind verboten. Die Einsatz- und Aushebestellen für den Wassersport, die erforderlichen Pegelwerte der Sieg und die Uferbereiche, die betreten werden dürfen, sowie weitere Regelungen können auf der Internetseite des Rhein-Sieg-Kreises hier eingesehen werden.

Wenn sich alle Naturliebhaberinnen und Naturliebhaber an diese Regelungen halten, auf den vorhandenen Wegen bleiben, ihre Hunde an der Leine halten sowie ihren Müll mitnehmen, helfen sie mit, unsere vielfältigen Landschaften auch für die Zukunft zu bewahren.

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