14. Juli: Erster Jahrestag der Flutkatastrophe im Ahrtal

Ein Jahr nach der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal ist noch sehr viel zu tun und die Aufbauarbeiten werden sich noch über viele Jahre ziehen. Wir zeigen Euch, wie es heute im dem eigentlichen Naherholungsgebiet aussieht.

14. Juli: Erster Jahrestag der Flutkatastrophe im Ahrtal

Am 14. Juli 2022 jährt sich zum ersten Mal der Tag, an dem sich in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens und Rheinland-Pfalz die Menschen den Naturgewalten beugen mussten. In der Nacht vom 13. auf den 14. Juli 2021 ereignete sich unter anderem im Ahrtal, einem Naherholungsgebiet für viele Menschen aus der hiesigen Region, eine noch nie dagewesene Naturkatastrophe.

Extremer Regenfall führte zu unermesslichen Folgen

Innerhalb von 24 Stunden fielen in NRW und Rheinland-Pfalz mehr als 160 Liter Wasser pro Quadratmeter mit verheerenden Folgen für die Menschen in diesen Regionen: Neben über 180 zu beklagenden Toten verloren die Menschen innerhalb weniger Minuten ihr gesamtes Hab und Gut.

Die gesamte Infrastruktur im Ahrteil war in kürzester Zeit nicht mehr vorhanden und vernichtet. Das Ausmaß der Zerstörung war gewaltig. Etwa 80 Brücken sind teilweise beschädigt bzw. kaputt und zahlreiche Häuser sowie Schienen- und Straßenverbindungen wurden von der Wucht der Wassermassen mitgerissen. Das Strom-, Telefon-, Trinkwasser- und Erdgasnetz brach zusammen. Was blieb waren - neben der gewaltigen Zerstörung durch die Jahrhundertflut - total veränderte Landschaften, viele Obdachlose, Verletzte, traumatisierte Menschen und viele Tote, die zu beklagen waren. Zahlreichen Menschen blieb nur das nackte Leben.

In den Straßen, die kaum passierbar waren, türmten sich meterhohe Schlamm- und Treibgutberge und in den in Mitleidenschaft gezogenen Häusern staute sich meterhoch der Schlamm. Die Weinberge in den unteren Lagen entlang der Ahr waren ein Feld der Verwüstung. Zerstörte Schulen, Kinder- und Sportstätten sowie Hotel-, Gastronomie- und Winzerbetriebe waren im gesamten Ahrtal von der Flut betroffen.

Die Aufräumarbeiten sind noch lange nicht abgeschlossen

Nach dem ersten Schock durch die Naturkatastrophe begannen die Menschen mit den Aufräumarbeiten. Die Hilfsbereitschaft durch Anwohner, Feuerwehr, DRK, Bundeswehr und THW war beispielhaft. Eine nie dagewesene Unterstützung an hilfsbereiten ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die aus ganz Deutschland ins Ahrtal anreisten, um der Bevölkerung zu helfen, das angerichtete Chaos zu beseitigen. Das war neben der Dankbarkeit der Anwohner/innen für die Organisatoren vor Ort eine zusätzliche logistische Herausforderung. Bundeswehr und THW errichteten Behelfsbrücken, um einzelne Ortsteile wieder miteinander zu verbinden.

Heute ein Jahr nach der Katastrophe ist einiges geschehen, doch es wird nach Aussage der dort ansässigen Menschen noch Jahre dauern, bis etwas Normalität in das Ahrtal zurückkehren wird. Dazu sind die entstandenen Schäden zu vielfältig und zahlreiche Existenzen müssen neu aufgebaut werden. Die betroffene Bevölkerung schreckt bei jeder weiteren Unwetterwarnung durch die Wetterdienste zusammen und rechnet stets mit dem Schlimmsten.

Ein kleiner Lichtblick ist die Tatsache, dass sich die betroffenen Menschen so peu a peu aus der Katastrophe herausarbeiten sowie die teilweise Rückkehr des öffentlichen Lebens. Ein weiterer Pluspunkt ist der langsam wiederkehrende Tourismus und das nach wie vor beachtliche Engagement vieler Freiwilliger vor Ort.

Besonders wichtig wäre nun die Auszahlung der zugesagten Hilfsgelder, auf die zahlreiche Flutopfer bislang immer noch vergeblich warten. Die Auszahlung wäre ein weiterer Motivationsschub, um in einigen Jahren das Ahrtal wieder zu einem Touristenmagnet aufblühen zu sehen.

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