Niederkasseler Landwirte legten 18 Hektar blühende Zwischenfrüchte an

Was blüht denn da auf Niederkassels Feldern?

Niederkasseler Landwirte legten 18 Hektar blühende Zwischenfrüchte an

Auch wenn wir uns fast am Ende des Monats November befinden, so stehen doch noch einige landwirtschaftlich genutzte Flächen in voller Blüte. In den Feldern Niederkassels kann man derzeit herrliche Blüten neben den Wegen sehen. Ob mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß, die Menschen bleiben stehen und zücken ihre Smartphones für einige tolle Schnappschüsse.

Was aber wird zu dieser Jahreszeit angepflanzt?

Das erklärte Landwirt Stefan Werres vom Weilerhof. „Wir Landwirte haben hier auf verschiedenen Ackerflächen eine sogenannte Zwischenfrucht ausgesät. Als Zwischenfrucht bezeichnet man eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten angebaut wird und damit die Fruchtfolge erweitert. Darunter fallen unter anderem Ölrettich, Sonnenblumen, Senf und die lila blühende Phacelia. Hierdurch kann der Zeitraum zwischen der Ernte der letzten und Einsaat der nächsten Hauptfrucht überbrückt werden“, so Werres. Die Zwischenfrüchte übernehmen dabei gleich mehrere Funktionen, die sich positiv auf den Naturhaushalt auswirken. Durch die Bereitstellung von Pollen- und Nektar stellen Zwischenfrüchte vom Spätsommer bis in den Herbst hinein eine wertvolle Nahrungsressource für Insekten dar. Je nach Pflanzenarten profitieren auch körnerfressende Vögel, Kleinsäuger und andere Wildtiere von dem Nahrungsangebot. Zwischenfrüchte können außerdem wichtige Pflanzennährstoffe im Boden binden, durch tiefe Wurzeln die Bodenstruktur verbessern, unerwünschte Problempflanzen unterdrücken und durch die Bodenbedeckung Erosion vermindern.

In Niederkassel stellen die „Blühenden Zwischenfrüchte“ eine von mehreren Maßnahmen dar, bei deren Umsetzung die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft die Niederkasseler Landwirte bereits seit 2016 berät und unterstützt. Im Fokus des Projekts steht die Förderung von Tierarten der offenen Feldflur, wie zum Beispiel Feldlerche, Rebhuhn, Feldhase und Kiebitz. Zu den geförderten Maßnahmen zählen neben blühenden Zwischenfrüchten auch ein- und mehrjährige Blühstreifen sowie Feldlerchen- und Kiebitzfenster. Durch diese Maßnahmen können der Strukturreichtum der Agrarlandschaft gesteigert, die Nahrungsgrundlage für verschiedene Tierarten verbessert und die Deckungsmöglichkeiten ganzjährig erhöht werden. Für die blühenden Zwischenfrüchte, die im Rahmen des Projekts angelegt werden, wird eine von der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft zusammengestellte besonders vielfältige und blütenreiche Saatgutmischung genutzt. Hierdurch und durch eine frühe Einsaat im Sommer wird ein wertvolles Blütenangebot zu einer Jahreszeit geschaffen, in der es an Nahrungsressourcen für Insekten häufig mangelt. Die Zwischenfrüchte bleiben über den Winter stehen und frieren ab. Auch wenn sie dann für das menschliche Auge nicht mehr schön aussehen, so bieten sie dennoch einen hohen Nutzen für die Tierwelt in Form von Deckungs- und Überwinterungsmöglichkeiten.

Wichtig:

Damit die Flächen ihren Nutzen erfüllen können, sollten sie nicht betreten werden. Auch das Pflücken von Blumensträußen mindert den positiven Effekt dieser Maßnahme. In diesem Jahr wurden in Niederkassel im Rahmen des Projekts 18 Hektar blühende Zwischenfrüchte sowie 97 Feldlerchenfenster und rund 2 Hektar ein- und mehrjährige Blühstreifen von insgesamt 5 Landwirten erfolgreich umgesetzt.

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