Starkregen in Niederkassel: Entwarnung in Sicht

Die vergangenen Tage waren die Feuerwehr und freiwillige Helfer vor Ort im Dauereinsatz. Nun scheint sich die Lage langsam zu entspannen.

Starkregen in Niederkassel: Entwarnung in Sicht

Für die Niederkasseler Feuerwehr begann die Unwetterlage am Mittwoch, dem 14.07.2021, gegen 13:55 Uhr, als eine Meldung darüber einging, dass sich die Fahrbahndecke im Bereich des Hochwasseranlegers der Rheinfähre angehoben hatte. Nach Klärung der Lage vor Ort musste dieser Bereich großräumig abgesperrt werden. Ab 16:15 Uhr gingen dann bei der Führungsstelle der Feuerwehr Niederkassel im Sekundentakt Alarmmeldungen darüber ein, dass Straßen überflutet und Keller vollgelaufen waren.

Überlastetes Kanalnetz führte zu Überflutungen

Die sehr hohen Regenmengen, für die kein Kanalnetz ausgelegt ist, führten unweigerlich zu Überflutungen von Straßen, Grundstücken und Gebäuden. Aufgrund der Vielzahl an gemeldeten Einsatzstellen war die Feuerwehr gezwungen, die Einsätze zu priorisieren, sodass nicht überall, wo Hilfe benötigt wurde, auch sofort geholfen werden konnte. Zudem war es der Feuerwehr nicht möglich, geflutete Keller direkt auspumpen, da das Kanalnetz überlastet war und es somit nicht möglich war, das Wasser dorthin abzupumpen.

Insgesamt gab es rund 120 Einsatzstellen, die bis zum Morgen des 15.07.2021 zu bewältigen waren. Zusätzlich zur Bewältigung der in Niederkassel auftretenden Einsatzlagen hat die Feuerwehr in den Abendstunden noch zwei Einheiten nach Rheinbach verlegt, da sich die Situation dort extrem angespannt zeigte und dringend zusätzliche Unterstützungskräfte benötigt wurden.

Viele Helfer, entspannte Bürger

Kurzfristig von zu Hause herbeigerufene städtische Mitarbeiter befüllten mit Unterstützung von Angehörigen einer ortsansässigen Tiefbaufirma Sandsäcke von Hand, um verschiedene Objekte vor den Wassermassen zu sichern. Ebenfalls im Einsatz waren die technischen Mitarbeiter des Abwasserwerkes und der Stadtwerke.

Trotz aller Beeinträchtigungen und Schäden, die das gestrige Starkregenereignis für Teile der Niederkasseler Bevölkerung mit sich gebracht hat, wurde von den Betroffenen mit der Situation dennoch entspannt und mit viel Verständnis umgegangen.

Der Erste Beigeordnete, Dr. Stephan Smith, dankte den vielen Helferinnen und Helfern für ihre Einsatzbereitschaft und lobte die ruhige und verständnisvolle Haltung der Niederkasseler Bürgerinnen und Bürger.

Die erste Schadenserhebung durch Mitarbeiter der Stadtverwaltung noch am Abend des Starkregens zeigte, dass Gebäude und Straßenbereiche der Stadt betroffen sind: unter anderem die Bereiche der Gesamtschule in Lülsdorf, der Rheinallee und der Straße Zum Thelenkreuz. Die Reparaturen erfordern hohe finanzielle Aufwendungen und werden auch sehr zeitintensiv sein.

Entwarnung in Sicht

Da sich die aktuelle Wetterlage entspannt, besteht aus der Sicht des Abwasserwerkes der Stadt Niederkassel zurzeit keine akute Gefahrenlage für das Stadtgebiet.

Natürlich versucht die Stadtverwaltung, soweit es in ihrer Macht steht, jeden Bürger zu unterstützen, jedoch muss sie darauf hinweisen, dass der Schutz des privaten Eigentums in der Verantwortung eines jeden Grundstückseigentümers liegt.

Private Starkregenvorsorge – Unterstützung der Stadtverwaltung

Potentiell kann jeder von Starkregen und damit einhergehenden Überflutungen betroffen sein. Es kann sicherlich keinen hundertprozentigen Schutz geben, aber der Schaden kann mit der privaten Starkregenvorsorge reduziert werden. Hierzu möchte die Stadtverwaltung nochmals auf ihre Internetseite www.abwasserwerk-niederkassel.de hinweisen. Hier erhalten die Bürger Zugriff auf Starkregenkarten, zusätzliches Informationsmaterial, eine Checkliste zur Überprüfung ihres Eigentums und kurze Videos zum Objektschutz.

Die RSAG hat auf Nachfrage der Stadt Niederkassel mitgeteilt, dass für durchnässte Einrichtungsgegenstände in den nächsten Tagen eine Sonderabfuhr für die betroffenen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises erfolgen soll.

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