Niederkassel - Mission Umwelt

Meere voller Plastik, brennende Wälder, Hurricanes, Schadstoffemissionen und Hitzewellen, wie es sie seit hunderten von Jahren nicht mehr gab. Gibt es in Niederkassel und Umkreis Projekte, die etwas Positives im Sinne der Umwelt bewirken?

Niederkassel - Mission Umwelt

Die Erde scheint sich durch die Menschheit sehr zu verändern, doch das Prinzip der Nachhaltigkeit kann im kleinen Maße helfen, sie zu retten. Ein Beispiel dafür, dass ein Umdenken im Rhein-Sieg-Kreis stattfindet, ist der Landwirtschaftssektor. Außerdem seid IHR am Ende dieses Artikels gefragt: Kennt ihr weitere nachhaltige Projekte? Was unternehmt ihr persönlich, um sparsam mit Ressourcen umzugehen und umweltfreundlich zu handeln?

Hühnerfutter dank heimischem Sojaanbau

Der Geflügelhof Wirtz in Niederkassel-Rheidt setzt seit einiger Zeit auf Futter, welches aus selbst angebautem Getreide, auch selbst gemahlen und gemischt wird. Der landwirtschaftliche Familienbetrieb ist mit über 10.000 eierlegenden Hennen seit nun schon 50 Jahren auf die regionale Direktvermarktung spezialisiert. Diese Anzahl von Hühnern benötigt jedoch auch eine Menge Futter. Das sollte vorzugsweise das richtige Futter für die Tiere sein. So entschied sich der der Schwiegervater von Franz- Josef Telohe, dem Betriebsleiter des Rheidter Geflügelhofes, früh für den Bau einer eigenen Futtermittelfabrik. Einen wichtigen Bestandteil im Futter der Tiere stellt Soja dar. Es versorgt die Tiere mit ausreichend Eiweiß und essenziellen Aminosäuren. Landwirt Bernd Bulich aus Köln-Porz, der gemeinsam mit Franz- Josef Telohe im Arbeitskreis „Drunter und drüber“ arbeitete, unterstützte die Idee, die anfangs für viele ein „Leerlaufprojekt“ zu sein schien. Soja ist schließlich eine extrem empfindliche Pflanze und so kam es, dass die erste Ernte eher ernüchternd ausfiel. Der Landwirt ließ sich jedoch nicht aufhalten und pflanzte so auf insgesamt 25 Hektar weiterhin die Schmetterlingsblütler. Nach vier Jahren kann ein Erfolg verzeichnet werden und die komplette Ernte wird im Oktober an den Geflügelhof Wirtz gehen.

Was genau ist daran eigentlich so nachhaltig?

Das Futter der Hühner wird lokal von Landwirten aus dem Umkreis angebaut. Andernfalls müsse Soja im Handel ohne einen Herkunftsnachweis eingekauft werden. Die Hülsenfrucht kommt meist aus Ländern, die aufgrund der Rodung klimarelevanter Regenwälder in der Kritik stehen. Außerdem wird der globale Fußabdruck dank des lokalen Anbaus vermieden und das spätere Hühnerfutter wird nicht um den halben Globus transportiert. Des Weiteren enthält die Handelsware oftmals Soja von gentechnisch veränderten Pflanzen, was von vielen nicht erwünscht ist.

Letztendlich bekommen die Hühner auf dem Hof in Rheidt ein ausgewogenes Futter aus selbst angebautem Getreide wie Gerste, Hafer, Mais, Weizen, Sonnenblumenschrot, Kalk, Muschelkalk, Luzerneheu und Soja.

Auch der Wasserversorger, RheinEnergie AG, unterstützt die Initiative des Arbeitskreises. Leiter, Dr. Martin Kaupe, sieht eine enge Abhängigkeit zwischen der Trinkwassergewinnung vor Ort und beispielsweise der Rücksichtnahme auf die Schadstoffemissionen aus Transportsektor, die durch den lokalen Anbau verringert werden.

Bernd Builich hat schon zahlreiche Anfragen zu seinem selbst angebauten, gentechnikfreien Soja erhalten. Niederkassel und der Umkreis scheinen dementsprechend Initiativen, wie diese, anzunehmen und zu unterstützen. Auch wir von machPuls! finden: Ein gutes Projekt im Sinne der Nachhaltigkeit.

Kennt ihr weitere Initiativen, die im Sinne der Umwelt in Niederkassel und darüber hinaus nachhaltig agieren? Lasst uns Kommentare auf unserer Seite da…

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