Digitalisierung einer Stadt

Online-Stadtportal für Niederkassel

Digitalisierung einer Stadt

Einen riesengroßen Schritt wagt die Stadtverwaltung Niederkassel mit der angedachten Digitalisierung. „Wir wollen für Bürger, Vereine und Firme eine Plattform haben, die alles miteinander verbindet. Es ist ein Meilenstein in der Digitalisierung für die Stadt Niederkassel“, so ein euphorischer Bürgermeister Stephan Vehreschild bei der Präsentation im Rathaus. Die Idee dazu hatte man schon lange im Rathaus, so Sebastian Fischer, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG), der hier die ausgezeichneten Möglichkeiten einer Vernetzung und Vermarktung sieht und sich von dem Projekt viel verspricht. „Ich bin froh eine solche Plattform gefunden zu haben und erhoffe mir hierbei auch eine Belebung der Innenstadt“, so Fischer.

Entwickler dieses hochgelobten Portals ist die Firma AVACO aus Hennef. Die Firma sieht sich als Partner für fortschrittliche Digitalisierung, so ihr Geschäftsführer Winfried Maiworm. „Wir haben dieses zukunftweisende Projekt in drei Jahren entwickelt und neben viel Herzblut, Engagement und Energie auch vier Millionen Euro investiert und sind überzeugt vom Erfolg“, so Maiworm. Niederkassel wird als erste Stadt das Pilotprojekt mit einer App starten und so eine Schnittstelle zwischen der virtuellen Welt und dem wirklichen Leben sein. Unter www.Niederkassel-live.de findet man lokale Angebote und Firmen, kann sich über Events in Niederkassel informieren, bekommt Tourismusinfos und Tipps zur Freizeitgestaltung und kann darüber hinaus mit der Stadt kommunizieren.

Wichtig ist allen Beteiligten auch der Hinweis auf das DSGVO-konforme Hosting in Deutschland. „Unser Angebot ist ein Gegenpol zu amerikanischen Anbietern. Die Daten aller Teilnehmer liegen auf deutschen Servern und werden auch nicht an Dritte weiterverkauft“, erklärte Maiworm. Derzeit sind schon drei Niederkasseler Unternehmen auf dem Online-Stadtportal vertreten und es werden täglich mehr. Jeder Unternehmer hat hier die Möglichkeit, seine Produkte schön gestaltet in einem eigenen Online-Shop zu präsentieren. Dazu wurden neun Gruppen eingerichtet, die den gesamten Dienstleistungssektor abbilden. Hier kann der Nutzer per App Infos abgreifen und mit anderen in Kontakt treten. Dazu gibt es geschlossene und offene Gruppen. Aber nicht nur für den Handel ist die Plattform gedacht, sondern unter anderem auch für Vereine, Sport, Freizeit, Kultur und Religion.

Homeschooling bald über My.PORTAL Conference?

Darüber hinaus würde sich die Plattform auch sehr gut für Schulen und Kitas eignen, um hier auf einen einheitlichen Standard zu kommen. Das hier ein großes Manko herrscht, hat die Corona-Krise gezeigt, als Lehrer, Schüler, Erzieher und Eltern sich teilweise über Telefonketten und zahllose Whats-App-Gruppen verständigen mussten. Spätestens bei der Übermittlung der Hausaufgaben und deren Korrekturen zeigte sich, dass hier im Digitalen viel im Argen liegt, denn die Lehrer mussten ihren Schülern Infos und Unterrichtmaterial teilweise mit dem Fahrrad bis nach Hause bringen. Zukünftig könnte die Kommunikation neben (geschlossenen) Gruppen auch über eine eigene Webkonferenz Funktion (My.PORTAL Conference) erfolgen.

„Bedingt durch die Kommunikationsprobleme in der Corona-Krise haben wir uns gefragt, was wir für unsere Unternehmen tun können. Daher haben wir das Angebot der Firma AVACO beim Schopfe gefasst und möchten so langfristig viele Dienstleistungen darüber abwickeln, wie z.B. die Hundesteuer. Die Plattform, die wir für ein Jahr gemietet haben, ist für die Bürger kostenlos und könnte langfristig die Homepage der Stadt ersetzen“, so Vehreschild.

Firmen können sich für den Rest des Jahres 2020 noch kostenlos auf der Plattform präsentieren; danach wird eine Gebühr von 29.90 € pro Monat fällig. Der Bürgermeister ist vom Erfolg überzeugt und will bei zukünftigen Treffen mit seinen Amtskollegen im Rhein-Sieg-Kreis die Werbetrommel für die Plattform rühren.

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