Förderschule St. Laurentius: Schulpflegschaft gegen geplanten Trägerwechsel

Die Caritas-Jugendhilfe-Gesellschaft (CJG) St. Ansgar soll die Trägerschaft der St. Laurentius Förderschule in Mondorf übernehmen. Die Schulpflegschaft spricht sich allerdings gegen den konfessionellen Träger aus und fühlt sich stark benachteiligt.

Förderschule St. Laurentius: Schulpflegschaft gegen geplanten Trägerwechsel

Vor drei Wochen hatte die Stadt Niederkassel bei einem Pressetermin den möglichen neuen Träger der Mondorfer St. Laurentius Schule vorgestellt. Demnach will der private Träger, die Caritas-Jugendhilfe-Gesellschaft (CJG) St. Ansgar, die Trägerschaft der St. Laurentius Förderschule zum 1. August 2023 übernehmen. Anlass dieser geplanten Trägerübernahme ist die neue, seit dem 1. August 2019 geltende Mindestgrößenverordnung des Landes NRW.

Zur Historie:

Bedingt durch die Mindestgrößenverordnung der damaligen Landesregierung mit einer vorgeschriebenen Anzahl von 144 Schülern an Verbundschulen, erfolgte im April 2014 ein Auflösungsbeschluss für die Förderschule zum Schuljahr 2015/16 durch den Rat der Stadt Niederkassel. Mit der Aussetzung der Mindestgrößenverordnung durch die neue Landesregierung bis zum 31.07.2019, entstand dann wieder eine Zukunftsperspektive für die Schule. Von zuletzt 35 Schülern stieg die Zahl auf 70 Schüler an. Nach Inkrafttreten der neuen Mindestgrößenverordnung für Verbundschulen zum 01.08.2019, müsste die Laurentiusschule dann 112 Niederkasseler Schüler haben, was eher unwahrscheinlich sein dürfte. Das würde bedeuten, dass die Stadt Niederkassel deutlich mehr auswärtige als Niederkasseler Kinder auf Kosten der Stadt zu beschulen hätte. Dies ist in Zeiten knapper Haushaltskassen wahrscheinlich nicht gewollt.

Warum ein Trägerwechsel?

Da die Schule jetzt schon räumlich und baulich bei 71 Schülern an ihre Kapazitätsgrenzen kommt, ein Neubau derzeit noch in weiter Ferne ist, die Stadt Niederkassel aber eine wohnortnahe Versorgung der Niederkasseler Schüler mit besonderem Förderbedarf, auch außerhalb des Regelschulsystems sicherstellen will, soll ein Trägerwechsel hier Abhilfe schaffen. Hintergrund für diese Überlegung ist, dass freie Träger, wie die CJG, nicht an die Mindestgrößenverordnung gebunden sind. So ließe sich die Förderschule mit allen Schwerpunkten und Jahrgangsstufen für Niederkassel erhalten.

Eltern haben Zweifel

Dieser Lösung, von Rat und Verwaltung favorisiert, stehen die Eltern der Schüler allerdings skeptisch bis ablehnend gegenüber. Sie befürchten u.a., dass die Schule nicht als Primär- und Sekundarstufe weitergeführt werden könnte und fragen sich, warum sie einem konfessionellen Träger positiv gegenüberstehen sollten, wenn in Niederkassel eine katholische Grundschule auf Wunsch der Eltern in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt wird. „Unsere Kinder und wir als Eltern stehen vor riesigen Veränderungen, ohne ein neues Schulgebäude und mehr Raum in Aussicht zu haben. Zudem ergibt sich auch bei einem privaten Schulträger kein zeitnaher Wechsel in ein neues Schulgebäude. Die Planung besagt frühestens 2027; realistisch ist eher 2030“, so Manuela Lemm, Anja Meininghaus, Jennifer Franke und Ursula Amrein von der Schulpflegschaft. Statt einer Zusammenarbeit mit dem Träger St. Ansgar fordern die Eltern die Stadt Niederkassel auf, mit der „Jugendfarm Bonn“ e.V. als zukünftigen Träger nicht den leichtesten, sondern den besten Weg zu gehen. Am Mittwoch nahmen die Vertreterinnen der Schulpflegschaft an der Sitzung des Rates der Stadt Niederkassel teil. Bei der Bürgerfragestunde brachten sie ihre Bedenken zum Ausdruck und hinterfragten die Entscheidungen. So sagte der Beigeordnete Carsten Walbröhl zum Träger „Jugendfarm Bonn“, dass man hier von deren bisherigen Erfahrungen ausgegangen sei, im Übrigen aber Vertragsverhandlungen nicht öffentlich diskutiert würden. Auf die Frage, ob der Einzug 2027 in ein neues Schulgebäude realistisch sei, antwortete Bürgermeister Stephan Vehreschild, dass man dies derzeit nicht einschätzen könne, denn das wäre ein Blick in die Glaskugel. „Wir werden aber alles daran setzen, den Plan einzuhalten“, so der Bürgermeister. Die Schulpflegschaftsmitglieder sagten in ihrem Schlusswort, dass sie mit der Entscheidung von Rat und Verwaltung für den Träger, die Caritas- Jugendhilfe-Gesellschaft (CJG) St. Ansgar , nicht einverstanden wären.

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