UPDATE: Rheinspange 553 und Stadtbahn liegen im Zeitplan

"Die nächsten sechs bis neun Monate sind entscheidend“, meint Marcus Kitz.

UPDATE: Rheinspange 553 und Stadtbahn liegen im Zeitplan

Update vom 05.März 2020:

Bis auf den allerletzten Platz besetzt war die Rotunde im Schulzentrum Nord am Montagabend. Eingeladen hatte die Niederkasseler CDU-Fraktion zu einer öffentlichen Fraktionssitzung, bei der die Themen Rheinquerung und Stadtbahn auf der Tagesordnung standen.

Rheinspange 553

Beim Thema Rheinquerung besteht bei vielen Bürgern, zumindest bei denen, die in Langel, Lülsdorf und Niederkassel wohnen, ein großer Informationsbedarf. Viele Gerüchte über die Linienfindung sind derzeit im Umlauf und die vermeintlich Betroffenen sorgen sich unter anderem um Lärm, schädliche Umwelteinflüsse, die Landschaft zerstörende Bauwerke und auch um ihr Eigentum. Links und rechts des Rheins haben sich Bürgerinitiativen gegründet, die eine Rheinquerung komplett ablehnen oder in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft nicht hinnehmen wollen. Mehr Zustimmung bei den Bürgern hat offensichtlich eine Tunnellösung, wie sich aus den Diskussionsbeiträgen heraushören ließ. Marcus Kitz, der CDU-Fraktionsvorsitzende, begrüßte die Besucher. „Da diese Themen viele Bürger hier im Norden interessieren, möchten wir über den derzeitigen Sachstand berichten und einen Blick auf den weiteren Verlauf werfen“, so Kitz. Das Projekt Rheinspange 553, die Planung einer 4-streifigen Autobahn zwischen der A 555 und der A 59, liegt voll im Zeitplan.

Stand der Dinge

Derzeit arbeitet man beim Landesbetrieb Straßen.NRW mit Hochdruck an der Trassenführung. Zurzeit gibt es sechs bis acht Varianten einer Rheinquerung, im Westen mit vier und im Osten mit fünf Anschlußpunkten. Hierbei gilt es aber, neben der Machbarkeit auch die Umweltverträglichkeit des Bauvorhabens zu beachten. Denn neben der menschlichen Gesundheit, soll auch die biologische Vielfalt beschützt werden. Dazu zählen unter anderem Tiere, Pflanzen, Boden und Luft. Auch kulturelles Erbe, Boden- und Baudenkmäler sowie Fauna-Flora-Habitat (FFH) - und Wasserschutzgebiete werden hierbei berücksichtigt.

Wir wollen keine Zerschneidung der Stadt und keine monströsen Bauwerke. (Marcus Kitz)

Unter diesen Voraussetzungen ergeben sich derzeit mehrere Optionen einer Rheinquerung linksrheinisch von Wesseling bis Urfeld mit Verknüpfungspunkte in mehreren Varianten zur rechtsrheinischen Seite von Langel/Lülsdorf bis zur Panzerstraße zwischen Niederkassel und Rheidt. Dabei loten die Planer auch die Möglichkeit einer Tunnellösung aus, die aber nicht an allen Stellen machbar ist. „Ein Tunnel wäre die beste Lösung für Mensch, Tier und Umwelt. Wir wollen keine Zerschneidung der Stadt und keine monströsen Bauwerke“, so Kitz. Ein Tunnel hätte auch den Vorteil, dass die Autobahn dann in Troglage weitergeführt werden könnte und sich so eine erheblich Lärmreduktion ergeben würde. In den Planungen von Straßen.NRW werden auch die Auswirkungen auf das nachgeordnete Straßennetz mit einbezogen. Eine ehemals angedachte Anschlussstelle zwischen Zündorf und Ranzel wurde wieder verworfen, weil der Verkehr dann durch die enge Porzer Straße in Ranzel geführt worden wäre. Stattdessen, so Marcus Kitz, sollte eine Anschlussstelle auf Niederkasseler Stadtgebiet so liegen, dass sie ohne Ortsdurchfahrten direkt an die Umgehungsstraße oder die Kreisstraße nach Libur angebunden werden könnte. „Die nächsten sechs bis neun Monate sind entscheidend. Die Stadtverwaltung, die sich bisher noch nicht geäußert hat, kann dann als Träger öffentlicher Belange Einfluss nehmen. Dafür wurden 100.000 Euro für juristische Unterstützung in den Haushalt eingestellt, z.B. für Gutachten“, so der Fraktionsvorsitzende.

Am 11. März wird ein Vertreter vom Landesbetrieb Straßen.NRW zur Sitzung des UVP-Ausschusses in die Aula des Kopernikus-Gymnasiums kommen und den Ausschussmitgliedern Rede und Antwort stehen.

Stadtbahn

Weiter als bei der Rheinspange ist man mit den Planungen zur Stadtbahn. Geplant ist eine Verbindung zwischen Bonn, Niederkassel und Köln mit einer Rheinquerung, am südlichen Ortsende von Langel. Das Brückenbauwerk, das auch von Radfahrern und Fußgängern genutzt werden kann, soll unabhängig von einer eventuellen Autobahnbrücke gebaut werden und in Godorf an das dortige Schienennetz angeschlossen werden. Eine Weiterführung der Stadtbahn nach Zündorf ist nicht mehr geplant. Sollte allerdings die Brücke für die Stadtbahn gebaut werden, will die Stadt Köln die Linie 7 bis nach Langel, zur dortigen Haltstelle der Stadtbahn, fortführen.

Damit die Stadtbahn auf den Gleisen der RSVG fahren kann, müsste für den Güterverkehr der Evonik als Gleisnutzer, ein neues Gleis gebaut werden. Hierzu liegt die Zustimmung des Landes NRW vor, den Gleisneubau vom Evonik-Werk bis zu DB-Stammstrecke nach Lind zu bauen.

Bis beide Projekte realisiert sind, dürften allerdings noch etliche Jahre vergehen, so Marcus Kitz zum Schluß der gut zweistündigen Fraktionssitzung.

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In einer vorherigen Version stand im Text: „Auch eine Autobahnanschlussstelle im Stadtgebiet sei nicht erwünscht, führte Kitz aus.“ Dieser Abschnitt führte zu Irritationen und wurde entsprechend konkretisiert.

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